18. Kapitel

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- Nialls POV -

"AUFSTEHEN IHR FAULEN SÄCKE!! Schlafen könnt ihr wenn ihr tot seid! Mein Gott sogar meine Uroma hat damals weniger geschlafen als ihr und die lag ein Jahr lang im Koma!" 
Ich blinzelte verschlafen auf den Wecker, auf dem ich nichts als irgendwelche roten verschwommenen Zahlen ausmachen konnte. Also rieb ich mir die Augen und bekam anschließend ein klareres Bild: 08:12 AM. Scheiße man, bricht ein Krieg aus, oder was? 
Riley riss die Rolladen hoch, sodass ich mal wieder aus dem Bett fiel, bei dem Versuch mich vor der Sonne zu schützen, aber mittlerweile war ich halbwegs in der Lage mich abzurollen, statt einfach wie ein Stein auf den Boden zu plumpsen. Achja, hatte ich schon erwähnt, dass Riley seid ungeschlagenen 2 Minuten andauernd auf einer Trillerpfeife rumpfiff? Nein? Jetzt wisst ihrs! Und da sagten die Leute immer wir würden unserem Gehör keinen Gefallen tun, wenn wir fast jeden Abend mit lauter Musik auf der Bühne standen oder lauter kreischende Mädchen uns die Ohren zudröhten. Wenn ich irgendwann mal taub sein würde, dann wegen einer Trillerpfeife!
"Meine Güte, Niall! Schaffst du es auch irgendwann mal senkrecht aus dem Bett rauszukommen?!" Als ich mich auf dem Boden wie ein Fisch am Land rumwälzte und mit meiner Decke zu kämpfen hatte, war Riley inzwischen schon wieder aus meinem Zimmer gegangen und ich hörte wie Liam sie nun im Flur fragte: "Du bleibst also?"
Oh Gott! Riley hatte mich gerade geweckt! Riley! Wie jeden morgen! Das heißt sie ist noch hier! Sofort sprang ich auf, wobei ich mich allerdings in der Decke verhedderte und wieder zu Boden fiel (diesmal dann doch wie ein Stein). Ich schüttelte die Decke genervt ab und krabbelte aus der Türe in den Flur, wo mich nun Liam, Louis und Riley perplex musterten.
"Mensch Niall, du musst mir doch nicht jeden morgen die Füße küssen. Einmal die Woche reicht. Wie oft muss ich dir das noch sagen?" Ich schaute zu Louis auf, wessen Füße (die nicht besonders angenehm zu riechen waren) direkt unter meiner Nase waren und richtete mich dann erst mal verschämt auf.
"Ich muss mit euch reden!" entgegnete Riley mit ernsten Ton auf Liams Frage hin. Kurz darauf flog Harrys Zimmertüre auf, Harry trat raus und lehnte sich in Boxershorts an den Türrahmen. "Reden? Lass uns lieber was anderes machen." Er zwinkerte ihr schelmisch grinsend zu, was Riley mit einem bösen Funkeln quittierte. "Meinst du etwa Sport?"
"So kann mans auch nennen..."
"Zu sechst?" Zayns Zimmertüre flog ebenfalls auf, er trat in den Flur und beäugte uns ebenfalls frech grinsend.
"Meine Fresse, bevor ihr gleich noch alle einen Ständer bekommt, seid doch so lieb, zieht euch was über und bewegt eure verdammten Ärsche in die Küche!" Damit flitzte Riley dann auch schon die Treppe hinunter und ließ uns eiskalt zurück. Ich konnte nicht anders als das leichte Grinsen auf den Gesichtern der Jungs zu erwidern. Sie hatte uns geweckt. Auf ihre nette, freundliche und liebenswürdige Art, die dem Befehlston eines Militär-Kommandeurs glich. Auch wenn sie jetzt mit uns "reden" wollte, sie war noch hier und das hieß doch schon einiges, oder nicht?
Ich schlüpfte aus meinem Pyjama in eine Jogginghose und ein T-Shirt und folgte dann den Jungs nach unten, von denen Harry sich geweigert hatte etwas anders als eine Boxershorts anzuziehen. Im Wohnzimmer hingen Lilly, Sam, Nathan und Mason in Sportklamotten auf unserer Couch ab, seppten alle Kanäle unseres Fernsehers durch - und zwar so schnell dass sie eigentlich nicht mal registrieren konnten was da gerade läuft - und frühstückten MEIN Essen! MEINS! Normalerweise würde ich dafür an die Decke springen, aber da Riley ja heute etwas zu be"reden" hatte, drückte ich mal ein Augen zu. Auch Zayn neben mir gab nur ein mürrisches Knurren von sich und ballte angespannt die Fäuste, als er erkannte, dass Sam es sich auf seinem Sessel gemütlich machte, anstatt ihr dafür den Kopf abzureißen. Er schien sich also auch gewaltig zu beherrschen. Während wir also an ihnen vorbeischlenderten, starrten sie uns an als wären wir die ersten Marsmenschen die die Erde betraten. 
"Viel Glück!" nickte uns Nathan amüsiert mit einem hinterhältigen Grinsen auf dem Gesicht zu und deutete mit den Augen auf die Küche, in der ich kurz darauf Riley ausmachte. Sie hatte beide Händflächen böse auf den Thresen der Kücheninsel gestützt und funkelte uns streng an. Sie nickte in Richtung der 5 Barhocker, die ihr gegenüber Platz fanden und verhieß uns damit uns zu hinsetzten. Hilfe, ich wollte mich nicht ihr gegenüber setzen! Das ist ja wie bei einem Verhör! Schnell versuchte ich einen der äußeren Hocker zu erwischen. Doch die Jungs hatten dieselbe Idee wie ich und schließlich rang ich mit Harry um den linken äußeren Platz, so wie Liam, Louis und Zayn um den rechten.
"SETZEN!" schrie Riley fuchsteufelswild auf, womit sie uns alle erschrocken zusammenzucken ließ. Sofort hörten wir auf und jeder rutschte brav auf einen der Hocker, wobei Harry letztlich die Arschkarte gezogen hatte: nämlich den Platz, der ihr direkt gegenüber war und das auch noch auf Augenhöhe. Wir verfielen in eine unangenehme Stille, in der wir gespannt auf das Kommende warteten und in der uns Riley alle einzeln fixierte. Die einzigen Geräusche waren der Fernseher, dessen Programm ständig wechselte, Nathan, der im Wohnzimmer belustigt über Rileys Mahnung lachte und Rileys Finger, die böse auf dem Marmor des Thresen auf und abfuhren. 
"Nennst du das 'etwas überziehen' Hazza?" fing sie an und richtete den Blick auf Harrys Schwalbentattoo auf seiner Brust.
"Hab ich was zu verbergen?" stellte er als Gegenfrage. 
"Deine 4 Nippel vielleicht?" mischte sich Louis ein.
"Hallo?! Die muss die Welt doch wohl gesehen haben!" 
"Harry, ehrlich deine 4 Nippel sind merkwürdig, die will keiner sehen" kommentierte Liam.
"Ihr seid ja nur neidisch! Habt ihr schon mal eure Nippel gesehen? Die sind so runzlig wie die Cellulite meiner Großmutter!"
"Okay Schluss jetzt!" unterbrach Riley sie letztlich. "Ich wollte mit euch nicht über Nippel reden!" Sie fuchtelte aufgebracht mit den Händen in der Lucht, sichtlich verwirrt darüber wie wir jetzt auf das Thema 'Nippel' gestoßen waren. "Wenn ihr wollt dass ich bleibe, muss sich hier was ändern. Keine perversen Gespräche mehr über Nippel. Keine fiesen Streiche mehr! Ihr lasst die Finger von meinen Sachen! Dazu zählt auch die Kreditkarte und die Schlüssel! Keine Besäufnisse mehr! Ihr lasst meinen Kater in Ruhe! Und ihr macht, was ich sage!"
"Also zu dem letzten Punkt hätte ich da noch ein paar Fragen..." Louis hob die Hand, als wären wir in der Schule und grinste Riley dabei amüsiert an.
"Was?" entgegnete sie ihm schnippisch.
"Wenn du sagst: springt aus dem Fenster, müssen wir dann aus dem Fenster springen?"
"Ja."
"Hmmm... Das ist kritisch. Dann müssen wir das wohl nochmal überdenken." Louis wank uns mit der rechten Hand zu sich ran und dann steckten wir alle fünf unsere Köpfe zusammen und legten einen Flüsterton ein.
"Ist es das wert?" fing Louis an.
"Ich werde nicht aus dem Fenster springen!" stellte ich sofort klar.
"Niall, glaubst du echt, das würde sie verlangen?" fragte Liam erst nach.
"Naja, wer weiß wie krank sie wirklich ist..." munkelte Zayn.
"Vielleicht verlangt sie ja auch irgendwelche perversen, kranken Sexspielchen von uns." 
"Als ob du das nicht freiwillig über dich ergehen lassen würdest, Hazza!" stichelte Zayn ihn an, während Harry sich gerade eines dieser kranken Spielchen auszumalen schien und Louis ihn schließlich mit einem kräftigen Schlag auf den Hinterkopf erwischte. "Aua! Mensch Louis!"
Plötzlich hörte ich ein Räuspern zu meiner Linken und als ich rumfuhr machte ich einen sechsten Kopf aus, der sich zu uns in die Runde geschmuggelt hatte. "Ehm nur so zur Info: Ich kann euch hören." Wir fuhren wieder auseinander und musterten Riley, die uns genervt beobachtete.
"Okay, abgemacht. Aber über den letzten Punkt lässt sich noch streiten..." beschloss Louis letztlich und hielt ihr die Hand hin, als wollte er einen Vertrag mit ihr abschließen. Riley jedoch fixierte seine Hand kurz angewidert, ignorierte seine Geste und drehte sich um, um sich ein Glas Wasser einzuschenken. Okay... egal wie sehr wir versuchten die Stimmung mit unseren Albereien aufzulockern, sie war immer noch sauer auf uns. Aber warum blieb sie dann? Louis ließ die Hand geknickt fallen und seufzte kurz auf. Dann beäugte er uns besorgt. Das war wieder einer der Momente, in denen wir alle dasselbe dachten... Würden wir jemals einigermaßen miteinander klar kommen?
"Also bleibst du?" fragte ich dann nochmal vorsichtig nach, um sicher zu gehen.
Riley drehte sie sich wieder mit einem Glas Wasser in der Hand zu uns um. "Sieht wohl so aus."
Ich konnte nicht anders als auf sie zuzustürmen und sie zu umarmen. Als ich dann meine Arme zufrieden um sie gelegt hatte und ihren Duft nach Mango einzog, wunderte ich mich sogar selbst über meine unüberlegte Geste. Sie hielt einen Moment erschrocken inne, dann schüttelte sie mich aber genervt ab, sodass ich verschämt von ihr zurück wich. Sie starrte mich erschrocken an und auch die perplexen Blicke der Jungs in meinem Rücken entgingen mir nicht. 
"Achja und keinen Körperkontakt, bitte" fügte sie als letzten Punkt hinzu.
"Wie sollen wir denn dann "Sport" machen?" fragte Harry empört nach.
Riley verpasste ihm ebenfalls einen Schlag auf den Hinterkopf, der ihn erschrocken zusammenzucken ließ. Dann schritt sie aus der Küche ins Wohnzimmer zu den anderen.
"Du hast gerade die letzte Regel gebrochen!" rief Harry ihr hinterher doch sie ignorierte ihn geschickt.
"So Leute, da wir ja jetzt schon mal alle beisammen sind, können wir ja auch zusammen trainieren..."

Babysitting One DirectionWhere stories live. Discover now