Kapitel 1

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Ich bin nichts besonderes. Ich bin nur ein Mädchen, was morgens wie jedes andere auch aufsteht, sich für die Schule zurecht macht und dann aus dem Haus geht, um in der Schule den langweiligen Stoff zu lernen und den monoton redenden Lehrern zuzuhören. Ich habe Hobbies, mit denen ich mich täglich beschäftige. Das bin ich in meiner langweiligen Welt. Zumindest ist es das, was man von außen sieht. Ja, man sieht, dass ich glücklich bin, obwohl meine Eltern getrennt sind, man sieht, dass ich in der Schule gut zurecht komme und immer einen stabilen Notendurchschnitt von acht Punkten habe, man sieht, dass ich mit meinen Freunden Zeit verbringe. Was man aber nicht sieht ist, dass ich komplett zerbrochen bin innerlich. Ich bin krank, mir geht es nicht gut und ich sehne mich nach menschlicher Nähe. Meine Mutter kümmert sich nur um meinen Bruder. Ich bin ihr total egal. Für die Schule büffle ich täglich mehrere Stunden, da die E-Phase mich total fertig macht und ich nichts auf die Reihe bekomme. Mit meinen Freundinnen treffe ich mich nur noch zum lernen oder wenn wir einen Wettkampf haben. Und was meine Hobbies sonst angeht? Dafür habe ich auch kaum noch Zeit.
So liege ich hier in meinem Bett und denke über das alles nach. Ich schaue auf die Uhr und stelle fest, dass mein Wecker erst in drei Stunden klingelt. Es ist halb drei Uhr morgens und ich bin hellwach und muss meinen Kopf erst mal frei bekommen. Mein Kopf fängt an, darüber nachzudenken, wie ich es schaffen könnte und ich stehe mit einem Ruck auf und gehe an meinen Kleiderschrank, schlüpfe in einen Sport-BH und meine restlichen Laufsachen, gehe leise die Treppe runter, ziehe mir meine Laufschuhe an, kralle mir einen Haustürschlüssel und verschwinde leise aus dem Haus, damit meine Mutter und mein Bruder nicht aufwachen. Den Schlüssel verstaue ich in meinem BH. Wo ich hinlaufe, weiß ich auch schon. Ich bin zwar nicht gut in Mathe, aber wie lang eine Laufstrecke ist, weiß ich ganz genau. Ich laufe also los und vergesse alles, was um mich rum ist. Ich laufe und laufe und laufe, bis ich um sechs Uhr wieder vor der Haustür stehe. Ich hole den Schlüssel aus meinem BH und öffne leise die Tür. Aus dem Zimmer meines Bruders höre ich schon die Musik. Ich ziehe die Schuhe aus, lege den Schlüssel leise zurück und husche schnell in mein Zimmer, um mir ein Handtuch zu schnappen und unter die Dusche zu springen. Ich dusche recht schnell, damit ich noch alles schaffe, bevor ich in die Schule muss. Schnell rubbel ich mir die Haare Handtuchtrocken und laufe in mein Zimmer, um meine verwaschen-graue Jeans und einen beige-farbenen Pulli anzuziehen. Schnell packe ich meine Tasche und föhne meine Haare schnell. Da meine Haare nicht so lang sind, weil ich sie mir vor einem Jahr dummerweise abgeschnitten hab, lassen sie sich schnell föhnen. Jetzt ist es viertel vor sieben und ich sprinte schnell runter, ziehe mir meine dunkelbraunen tiefen Timberlands an, werfe mir meine Skijacke über, hänge mir meinen Rucksack über eine Schulter und gehe aus dem Haus, bevor mich jemand bemerkt.

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