Vorwort

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Das Leben besteht aus vielen flüchtigen Momenten. Und aus Entscheidungen. Nicht alle sind wichtig oder von dauerhafter Bedeutung. Den Unterricht sausen lassen, um stattdessen das Gefühl von Freiheit zu schmecken, dieses eine Kleid für den Abschlussball auswählen, weil du darin einfach umwerfend aussiehst. Sogar die Nächte, in denen du dich von einem offenen Fenster wegstiehlst, auf Zehenspitzen zur Straße schleichst, wo ein Paar abgedunkelte Scheinwerfer und die Anziehungskraft von etwas Unentdeckten verlockend warten. Das alles sind eigentlich kleine Entscheidungen. Bedeutungslos, sobald man sie getroffen hat. Unschuldig.
Aber dann.
Dann gibt es diese andere Art von Moment. Die, in der unsere Entscheidung die Dinge unwiederruflich ändert. Ein Moment, den wir in einsamen Nächten wieder und wieder im Kopf durchspielen und nach einem Anzeichen dafür suchen, dass wir richtig gehandelt haben.
Irgendein kleines Zeichen, das uns zeigt, dass die Wahrheit lange nicht so furchtbar ist, wie sie sich anfühlt. Oder so schlimm, wie sie jemand finden könnte, wenn er davon wüsste.
So reden wir sie uns schön, rechtfertigen sie gerade genug, um einzuschlafen. Und dann vergraben wir sie tief, so tief, dass wir beinahe so tun können, als sei nie etwas passiert. Aber sosehr wir uns auch wünschen, es wäre anders: In Wahrheit schwankt unsere Welt zwischen den Entscheidungen, die wir treffen, und den Geheimnissen, die wir für uns behalten.

Dein eines,wildes,kostbares LebenStories to obsess over. Discover now