2.: Titanium - David Guetta feat. Sia

20 2 0
                                        

.:r o b y n:.

Yay, Schule! Nach zwei wundervollen Wochen Herbstferien. Nicht. Fast eine Woche war es her, seit ich mit Josh Schluss gemacht hatte. Und nun würde ich ihn wieder sehen.
Ich hatte ihn blockiert, auf allen möglichen Plattformen, eine SMS zu schicken war er sich zu schade gewesen. Oder zumindest war er zu dumm daran zu denken. Er konnte mich mal.
Okey, ich würde lügen, wenn ich sagen würde dass ich ihn nicht vermisse. Aber ich vermisste eher jemanden, der so viel über mich wusste, jemanden mit dem ich jeden morgen direkt nach dem Aufstehen schrieb. Jemand, der mich einfach kannte. Und keiner kannte mich so gut wie Josh. Aber ich vermisste eben nicht direkt ihn.

"Hey Gurl!" Ich begrüßte meine beste Freundin mit einem Handschlag und einem Hüften-aneinander-schlagen. Eine Umarmung machte jeder und das war lame. Ehrlich. Denkt euch mal was Neues aus.
"Yo whatzup? Seriously, seit ich in den United States war, spreche ich Denglisch. Awkward. Du hörst es ja." Elisa verdrehte genervt die Augen, während ich kichern musste.
"No way", antwortete ich immer noch lächelnd.
"Hey ihr Cuties. Worüber lacht ihr?" fragte Ben. Er war der beste Freund von Josh, und zählte somit auch zu unserer Clique. Ob er schon wusste, dass wir nicht mehr zusammen waren? Oder hatte es Josh stillschweigend für sich behalten? In meine Gedankengänge vertieft, bemerkte ich gar nicht, dass sich besagte Person nun auch zu uns gesellte. An seiner Seite - Elena. Eigentlich hätte mich beim Anblick ihrer ineinander verschränkten Hände ein Stich der Eifersucht durchfahren müssen. Doch ich war nicht eifersüchtig, überhaupt nicht. Okay, vergesst was ich gesagt habe. Ich vermisste ihn. Und zwar höllisch.

Ich hätte nie gedacht, dass mich Josh mit meinen eigenen Waffen schlagen würde. Anstatt sich für irgendetwas zu entschuldigen, ignorierte er mich einfach und tat so, als wäre nichts gewesen. Mir blieb gar keine andere Möglichkeit, als es ihm gleichzutun, was mir einen kritischen, leicht fragenden Blick von Elisa einhandelte. Sie wusste nichts von unserer Trennung.
Ja, ich hätte es ihr erzählen sollen, aber ich wollte sie nicht vollheulen oder ihr den Urlaub in Virginia versauen. Also beschloss ich, es ihr heute oder morgen oder nächste Woche zu sagen. Ihrem Blick nach zu urteilen, am warscheinlichsten heute.

Egal, was Josh tat, ich würde stark bleiben. Und ich würde nicht als Erste nachgeben. Wir würden das aussitzen und er würde irgendwann noch angekrochen kommen. Dann würde er sich entschuldigen und einsehen, dass Elena die schlimmste Entscheidung in seinem Leben war. Aber das brauchte Zeit.

Doch in diesem Moment, in dem ich ihn mit Elena direkt vor mir stehen sah. Dass er lachte und tat, als wäre nichts gewesen, da tat es echt weh. Aber ich wusste diese Schmerzen zu verstecken und ich war stark. Das einzig Sinnvolle war nun abzuwarten und weiterzumachen. Egal, was er nun tat oder sagte beziehungsweise nicht tat und nicht sagte.

.:m i k a:.

Ich sah auf die Uhr meines Handys. Die Zahlen zeigten 07:48 Uhr an. Das hieß noch 12 Minuten bis zum Unterrichtsanfang. Mein Blick schweifte wieder hoch zur Ampel. Wann würde dieses verdammte Ding denn endlich grün werden?
Es schien als würden Stunden vergehen bis endlich, endlich die Farbe Rot zu Grün wurde und es mir somit gestattete über die Straße zu gehen.
Ein erneuter Blick auf das schwarze Gerät. 07:51 Uhr. 9 Minuten.
Ich musste mich wirklich beeilen. Schnell sprang ich den kleinen Abhang hinunter auf den Gehsteig. Die Abkürzung hatte mir 3 Minuten mehr Zeit gewährt. Zum Glück regnete es nicht, denn sonst wäre die Erde zu Matsch geworden, was Dreck auf meinen Klamotten bedeutet hätte. Und scheiße, ich hasste schlammige Kleidung.

So schnell sie konnten, trugen mich meine Dockers zu der Bushaltestelle, wo auch schon mein Kumpel Hemph auf mich wartete.
Nach einem kurzem 'Hey' als Begrüßung machten wir uns den Kiesweg hinauf zum Schulgebäude. Wir sprachen kurz über das Wochenende, an dem wir ausnahmsweise nicht gemeinsam zocken konnten, weil er bei einer Feier seiner Großmutter war, die bald sterben würde. Sie hatte Krebs, meinte aber selbst, dass es kein großer Verlust wäre, wenn sie gänge, da sie ohnehin bald abkratzen würde. Ohne Witz, sie hatte einfach mit genauem Wortlaut gesagt: "Macht euch keine Sorgen. Ich würde eh bald abkratzen, also kein großer Verlust für die Welt. Hauptsache ich werde keine Mücke im nächsten Leben."
Ich liebte sie einfach. Kommt euch das Gefühl bekannt vor, dass man viel lieber die Eltern/Familie eines Freundes hätte? Same feeling there.

Endlich vor unserem Kursraum angekommen, hatte sich meine Beeilung echt gelohnt. Nicht. Der Kursleiter kam 15 Minuten zu spät, was noch eine halbe Stunde Unterricht bedeutete, was übersetzt so gut wie 'lohnt sich nicht' hieß.

AffinityWhere stories live. Discover now