1.: Listen to your heart - Roxette

29 2 0
                                        

.:m i k a:.

Eine Widmung.
Für alle da draußen, die ihr Leben immer so leben mussten, wie es ihnen vorgeschrieben wurde. Ihr könnt mehr sein.

.:r o b y n:.

Die Namen der Hauptdarsteller erscheinen. Kathryn May. Elisa Black. Josh Bourton. Mika Droun. Und da ist auch meiner. Robyn Jane.
Eine Drohne schwebt über der Kleinstadt, filmt die Häuser unter ihr. Sie fliegt in eine Straße hinein, immer näher an ein Haus heran. An ein Fenster, durch dass man ein Mädchen sieht, welches auf ihr Telefon einschreit. Ja, das bin ich. Die blauen Augen zu wütenden Schlitzen verzogen, die roten Haare durcheinander wegen der Hände, die immer wieder durch sie fahren.

Es kommt oft vor, dass ich wütend bin. Und wenn, dann zeige ich meine Wut auch sehr deutlich. Meine Mutter sagt, ich wäre eine sehr emotionale Person, eine Hochsensible. Mein Freund hat mal gesagt, dass ich in jedem Streit unschlagbar bin, denn man habe gar keine Möglichkeit irgendetwas zu seiner Verteidigung zu sagen. Ob das nun ein Kompliment war, weiß ich nicht so recht.
Es ist auch egal, denn momentan schreie ich durch den Lautsprecher meines Smartphones besagten Freund an.

"Ist das dein Ernst? Ich hab dich doch gesehen. Erzähl mir hier keinen Scheiß."
"Aber...", unterbricht Josh mich.
"Kein Aber. Halt einfach deinen Mund, es kommen doch eh nur Lügen raus. Außerdem warst du sauer auf mich, weil ich dich nur einmal gebeten hatte mich mal anzuschreiben, weil ich immer diejenige bin die zuerst schreibt. Nach einer Woche hattest du mich nicht vermisst." Diesmal bin ich sogar mit berechtigtem Grund sauer.
Er kümmert sich einfach kein bisschen um mich und hat dann Spaß auf dem Jahrmarkt mit dieser Schlampe Elena. Auf dem ich eigentlich nicht hätte sein sollen, weil ich eigentlich in Tokyo sein sollte. Der Flug wurde gekänzelt wegen Unwetter.
Aber auf dem Jahrmarkt hätte eigentlich auch er nicht sein sollen.
Und eigentlich erst recht nicht mit Elena, seiner Ex.
Und eigentlich hätte er auch nicht Händchenhaltend mit ihr rumlaufen sollen.
Und eigentlich hätte er ihr keinen Kuss auf dem Break Dancer geben sollen.
Und eigentlich.... Ja? Was noch? Eigentlich hätte unsere Beziehung mit viel mehr Liebe sein sollen. Mit einem Ziehen in der Brust, sagte ich die letzten Worte.
"Es ist vorbei." Dann legte ich auf und schmiss mich aufs Bett.

"Robyn! Ich wollte mal schauen, ob du überhaupt noch lebst. Man hört so gar nichts von dir", drang die Stimme meiner Mutter durch das Kissen an meine Ohren. "Was ist los? Ist es wegen diesem Josh?"
Sie konnte ihn nicht leiden. Wenn ich ihr jetzt sagen würde, dass er mich betrogen hatte, säge sie mir nur wieder 'Hab ichs dir doch gesagt.'

Ich brummte und schüttelte die Hand, dass sie weggeht. Sie verstand diese Geste aber falsch oder wollte sie nicht verstehen. Sie schüttelte meine Hand und meinte belustigt: "Guten Tag, Miss Jane."
Ich erhob mich und strich mir die Haare, die wegen des Sabbers in meinem Gesicht klebten, zur Seite damit ich sehen konnte.
"Hallo Mama."
"Was ist los? Was ist passiert?" Wie immer merkte meine Mutter, dass es mir schlecht ging.

"Er.... verdammt. Ja. Es geht um Josh. Es geht immer um ihn verstehst du? Naja... es ging immer um ihn. Er war mit Elena da. Auf dem Jahrmarkt." Jetzt war es draußen. Sollte sie sich doch über meine Dummheit lustig machen. Tränen traten in meine Augen.
"Hey, hey. Süße. Das ist okey. Nichts hält ewig. Aber man muss darüber hinweg kommen. Hör immer auf dein Herz. Versprich mir das. Und wenn dein Herz dir gesagt hat, dass es Aus ist, dann ist es das Richtige", meinte meine Mutter und nahm mich in den Arm.

Das hatte ich nicht erwartet. Ich heulte richtig los. Aber ich weinte nicht wegen Trauer, dass ich Josh verloren hatte, sondern vielmehr weil ich erleichtert war. Im Nachhinein fragte ich mich, ob es das richtige Gefühl war. Ich hätte doch Trauer fühlen müssen, Leere oder so etwas in der Art. Aber da war einfach nichts. Gar nichts. Einfach mal ein Grund zum Weinen, weil ich lange nicht geweint hatte und es guttat zu weinen. Es guttat, die Tränen loszulassen, Josh loszulassen.

AffinityWhere stories live. Discover now