Kapitel 1, ein normaler Tag

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Die Sonne blendete mich, sie brannte auf meiner zarten blassen Haut. Mir war unvorstellbar heiß, jedoch schwitzte ich keinen Tropfen der salzigen Flüssigkeit. „Warum musste ich unbedingt am Fenster sitzen? Noch dazu bei so einer Hitze!", zischte ich leise und blickte nach vorne. Die Lehrerin versuchte hektisch den Beamer zu reparieren und verzweifelte halbwegs. An solchen Tagen war es besonders schwer meinen Durst zu kontrollieren. Ich blickte zu meiner Sitznachbarin und musste mich zusammenreißen, nicht meine Fangzähne in ihren gebräunten Hals zu rammen. Die blonden Haare klebten an ihrer Stirn und das schwere Make-up perlte mit ihrem Schweiß ihr Gesicht herab. „Was glotzt du so, Freak?", fuhr sie mich an und wollte mich mit ihrem Blick erstechen. Ich rollte meine Augen und kaute auf meiner Zunge herum. Es stank fürchterlich im Klassenzimmer, die Mädchen sprühten sich mit ihren Deos voll und verpesteten die ganze Luft. „Duschen wird auch überbewertet, oder?", meinte ich leise und beäugte die Jungs ein wenig. Ich konnte es kaum abwarten die befreiende Klingel zu hören und von Amy abgeholt zu werden. Amy war so etwas wie eine große Schwester für mich. Sie nahm mich bei ihr auf als ich nicht wusste wohin ich gehen sollte und zeigte mir alle möglichen Jagdtechniken und gab mir viele Lebensnotwendige Tipps. Ich erschrak als alle wie von der Tarantel gestochen von ihren Sitzen aufsprangen und als ginge es um ihr Leben rannten alle aus dem Klassenzimmer. Die Lehrerin wollte noch so etwas wie „Ich beende den Unterricht" sagen, doch niemanden schien es zu interessieren. Ich seufzte und eilte in den schattigen Teil des Zimmers. Erleichtert darüber lehnte ich mich an die Wand und schloss kurz meine Augen um etwas runter zu kommen. Die Adern pulsierten in meinem Kopf und ich hatte den Drang nach frischem Blut. Ich hörte das Pochen des Herzens der Lehrerin. Ich wurde jedoch aus dem Rausch gerissen. Mein Handy vibrierte in der Hosentasche und ein allzu bekannter Klingelton tönte durch den Raum. „Amy?", dachte ich Verwundert. Ich hatte einen eigenen Klingelton für sie eingestellt. Geschickt fischte ich das Handy aus meiner Hosentasche und nahm den Anruf entgegen.

- Hallo Amy, was gibt es denn?

- Ilvy, Notfall! Luzifer geht's nicht gut. Ich muss mit ihm zum Tierarzt fahren, du musst zu Fuß nach Hause gehen. Wenn du hungrig bist gehe durch den Wald der an unserem Garten grenzt und schließe die Tür immer gut ab.

- Alles klar. Bye.

- Bye

Ich stopfte das Handy zurück in meine Hosentasche und machte mich auf den Weg. Ich ging auf den Gang hinaus und merkte, dass das Gebäude schon ziemlich leer war. Die Mädchen und Jungs sprachen den ganzen Tag davon ins Freibad zu gehen oder sich bis zur Unkenntlichkeit zu bräunen. Ich würde dabei nur eingehen. An meinem Spint angekommen zog ich den schweren schwarzen Mantel heraus und den dunklen Sonnenschirm. Ich hatte diese immer dabei, man wusste ja nie. Die Hitze wurde in meinem Fall nicht verschlimmert, ich konnte ja auch nicht schwitzen. Es war viel mehr das Licht an sich welches mir zu schaffen machte und natürlich war es im Winter einfacher als Vampir die Beherrschung zu behalten. Mit Leichtigkeit schnürte ich den mittelalterlichen Mantel zu, schwang meine Tasche über meine linke Schulter und nahm den Schirm in meine rechte Hand. Als ich nach draußen in die pralle Sonne stieg, spannte ich meinen Lebensretter. Die Luft roch vorwiegend nach Schweiß. Es war kein schlimmer Geruch für mich, er war sogar notwendig und sehr Hilfreich beim Jagen. Ich machte mich immer alle zwei- drei Tage auf Futtersuche. Amys und mein Hauptgericht war Blut vom Wild aus dem Wald der an unserem Garten grenzte. Ab und zu gönnten wir uns natürlich auch ein paar Wanderer, aber wir wollten in unserem Waldhaus nicht viel Aufmerksamkeit auf uns lenken. Wir hatten auch keine Nachbarn, nur ein leeres Haus steht ungefähr 30 Meter entfernt von unserem. Ein zu verkaufen Schild steht davor, schon seit wir eingezogen waren. Etwa ein zwei Kilometer von unserem Haus entfernt lebten einige Vampir Jäger, diese waren aber zu unserem Glück sehr sehr dumm. Anfangs achteten Amy und ich darauf keine Kadaver liegen zu lassen. Als wir merkten wie beschränkt diese Leute sind war es uns egal. Ich dachte viel über mein Leben nach als ich nach Hause ging. Amy war uralt im Gegensatz zu mir. Sie erlebte noch das Mittelalter, ich jedoch kam aus der Zeit des zweiten Weltkrieges. Die Sonne war nun erträglich, der Sonnenschirm und der Mantel schützten mich sehr gut vor dem gleißenden Licht. Es war nicht wirklich tödlich für uns, es war nur sehr schmerzhaft und versetzte uns in ein Delirium voller Adrenalin und unkontrollierbarem Durst. Die Menschen sahen mich verwundert und belustigt an als ich an ihnen vorbei marschierte. Meine Gedanken wanderten wieder zu Amy. Sie kam sehr rau und humorlos rüber, doch eigentlich konnte sie so nett und fürsorglich sein. Ich wusste wie sie wirklich war. Zu ihrem Kater Luzifer war sie besonders emotional und sie kümmerte sich um den schwarzen Fellknäuel als wäre es ihr Kind.  Ich wusste vieles über ihre Vergangenheit und mit Sicherheit konnte ich sagen, dass die Unsterblichkeit nicht immer ein Segen war. Laut Amy war es ein wunderschöner Fluch. Sie baute generell keine Beziehungen zu Menschen auf. Menschen waren fragile Geschöpfe und wer sah schon gerne einen Freund sterben. Als ich endlich zu Hause angekommen war, suchte ich den Schlüssel in meiner Tasche. "Typisch Frau, immer eine Unordnung in den Taschen", lachte ich und drehte mich kurz um. Ich konnte schwören irgendetwas seltsames Gerochen zu haben. Ich zuckte mit den Schultern und schloss die schwere Tür auf. Unser Haus war perfekt für Geschöpfe wie uns gebaut. In der Nacht setzten wir uns ins Erdgeschoss und am Tag war der Keller Ideal gebaut um auf die Nacht zu warten. Dort waren zwei bequeme Sofas, ein Fernseher und eine große Eisenkette war durch den Raum gespannt. Es war sehr Entspannend sich Kopfüber aufzuhängen, wir waren ja ein wenig mit Fledermäusen verwandt. Dies tat ich auch gleich und hing mich mit den Knien an die lange Kette. Ich schaukelte hin und her und zählte immer wieder die Poster an der Wand. An einer Stelle hing vor einiger Zeit ein Twilight Plakat auf welchem Jakob zu sehen war. Ich wusste Haargenau wie sehr die liebe Amy Werwölfe doch hasste. Ich kann diese Viecher auch nicht wirklich ausstehen. Sie stinken, haben wahrscheinlich Flöhe und heulen die ganze Zeit herum. Das Poster klebte ich am ersten April an die Wand. Amy sprach an jenem Tag kein Wort mehr mit mir. Aus Rache wusch sie mein schwarzes Lieblingstop viel zu heiß, so dass es grau wurde. Ich kicherte und erinnerte mich an meine erste Begegnung mit einem Werwolf, um genau zu sein war es eine Werwölfin. Ich rannte mit Amy in einem düsteren Wald herum. Sie wollte mir zeigen wie ich mit so einer Mordsgeschwindigkeit, nicht gegen jeden einzelnen Baum krachte. Sie verband meine Augen, damit ich mich nur durch das Fühlen und meinem Geruchssinn fortbewegen konnte. Anfangs war es noch sehr schwer für mich darauf klar zu kommen. Als Mensch konnte ich ja auch kaum so viele Dinge mit nur meiner Nase wahrnehmen. Ich rannte los und bewegte mich schon ganz geschickt fort, fürs erste Mal. Amy war die ganze Zeit hinter mir, jedoch konnte ich klar spüren, dass sie zunehmend unruhiger wurde. "Warum ist Amy so nervös, liegt es an dem ekelhaften Geruch?", fragte ich mich besorgt in Gedanken. Der penetrante Gestank wurde immer stärker und kräftiger. Plötzlich zog Amy mich an meinem Shirt zurück und blieb mit mir stehen. Ich nahm die Augenbinde ab und blickte sie fragend an. Ich erschrak als irgendetwas vor uns aggressiv knurrte. Als ich meinen Kopf zur Seite drehte befand sich eine riesige graue Wölfin vor uns. Ich fürchtete mich zu Tode und wich ängstlich nach hinten. Die Wölfin legte sich knurrend auf den Moosbedeckten Waldboden und verwandelte sich in eine nackte Frau mit langem hellbraunen Haar. Ich wusste nicht was los war und wer oder was diese Frau war. "Verschwindet von hier und kehrt nie mehr wieder!", fuhr sie uns herrisch an. Für mich war diese Situation sehr unangenehm und fremd, doch Amy schien unbeeindruckt von der nackten Wolfsfrau. "Hier ist offenes Jagdgebiet du Schlampe", fauchte Amy erzürnt. "Hast du überhaupt eine Ahnung mit wem du es hier zu tun hast? Ich bin die Alpha des Winterstammes! Und ich verlange, dass ihr zwei Vampirschnäpfen abzieht!", erwiderte die Wölfin in Rage. Ich versteckte mich hinter Amy da ich nicht wusste was ich tun sollte. Die zwei stritten sehr lange, doch es endete abrupt als in der Ferne lautes Jaulen zu hören war. "Verdammt, mit euch allen kann ich es nicht aufnehmen. Aber auf jeden Fall sehr mutig das gesamte Pack zu rufen", meinte Amy sarkastisch und nahm mich bei der Hand. Schnell wie der Wind machten wir uns aus dem Staub. Das war ungefähr zwei Monate nach meiner Verwandlung. Damals wohnten wir noch wo anders. Vor lauter Gedanken vergaß ich beinahe meinen Durst.  Das Grummeln meines Magens machte mich auf meinen Hunger aufmerksam. Mit einem übertriebenen Stöhnen stieß ich mich von der Eisenkette und spazierte in den Garten. Ich zog meine schweren Schuhe aus und trat auf das trockene Gras. Manche Stellen waren extremst abgebrannt durch die Sommerhitze. So schnell wie ich nur konnte preschte ich in den dichten Wald. Im Wald Angekommen blieb ich erstmal stehen um die verschiedensten Düfte wahrzunehmen und auszusortieren. Hase. Reh. Elch. Fasan. Ich entschied mich für den Hasen. Ich wollte später noch gemeinsam mit Amy jagen gehen. Ein kleiner Snack reichte erstmal. Ich rannte gen Süden, wo ich den Hasenbau vermutete. Der Wind wehte durch meine Haare und verwuschelte sie. Das schnelle Laufen machte meinen Kopf frei und ließ mich wieder klar denken. Der Duft des Hasen wurde intensiver mit jedem schnellen Schritt. Kurz vor einem Baum machte ich Halt und schloss meine Augen. Meine Konzentration war ausschließlich auf den Hasen gerichtet. Dadurch, dass ich keine Schuhe anhatte konnte ich fühlen wie der Hase umherhoppelte. Langsam und behutsam schlich ich mich an das kleine Fellknäuel heran. Der kleine bemerkte mich, jedoch etwas zu spät. Er wollte verängstigt davonhüpfen, doch nix da! Ich hatte Hunger und brauchte dringend eine kleine Mahlzeit. Als ich nah genug drann war schnappte ich nach dem braunen Langohr und hielt ihn in meinen kalten Händen. Er zappelte wild und wollte wieder freigelassen werden. Früher hätte es mir das Herz gebrochen, doch mittlerweile habe ich mich an das Gefühl gewöhnt. Schnell und fehlerfrei brach ich das schmächtige Genick. Ich war keine Sadistin, welche ihre Opfer langsam und qualvoll sterben sehen wollte. Bei Amy war ich mir da nicht immer so sicher, aber das ist eine andere Sache. Der Hase lag schlaff in meinen Armen. Langsam aber sicher wurde der Leblose Körper immer kälter. Ich beugte mich nach unten und riss die weiche Haut vom Hals des Tieres und begann langsam zu trinken. Ich fühlte wie die rote Flüssigkeit mich augenblicklich stärker machte. Gierig saugte ich den Hasen bis auf den letzten Tropfen aus und warf den Körper hinter einen Strauch. Ich rannte schneller als zuvor den langen Weg nach Hause. Ich öffnete die Terrassentür und wurde von einem Schnurren begrüßt. "Luzifer!", rief ich erfreut und hob den schwarzen Kater mit Leichtigkeit hoch. Ich kraulte sein weiches Fell und gab ihm einen Kuss auf sein Katerköpfchen. "Hi Amy", begrüßte ich das rothaarige Mädchen, welches mich vom Türrahmen aus beobachtete. Ihre stechend grünen Augen betrachteten mich kühl. Auf andere wirkte sie meist kaltherzig, doch ich kannte sie besser als sie sich kannte. "Was hatte Luzifer denn?", fragte ich verwirrt. Auf mich wirkte der Kater kerngesund. Sein Fell glänzte und seine Nase war feucht. "Er hustete heute Morgen ein wenig", erwiderte Amy emotionslos "der Tierarzt meinte ich solle nicht andauernd wegen solchen Lappalien zu ihm rennen, aber ich mache mir doch solche Sorgen um meinen süßen Luzifer". Ich hätte es mir schon denken können. Amy läuft wegen jeder Kleinigkeit zum Tierarzt. Letzte Woche war es genauso. Luzifer rannte im Garten umher und jagte Insekten und Vögel. Aber natürlich musste der kleine Teufel ja eine Biene zertreten, welche ihm in die Pfote stach. Seine Tatze schwoll an und Amy schob wieder Filme und düste mit dem Kater zum Tierarzt, welcher ihr entnervt mitteilte, dass die Schwellung bald wieder abheilen würde. Luzifer war ihr eben wichtig. Amy wollte gerade runter gehen, da fragte ich sie: "Ach wollen wir nicht zusammen jagen gehen?". "Nicht nötig. Der Tierarzt hat alles was ich brauche. Kleine süße Haustiere, unaufmerksame Tierbesitzer und noch unaufmerksameres Personal", antwortete die Vampirin. Ich kicherte und beschloss den restlichen Tag einfach nur zu entspannen.

??? P.O.V

Da waren sie nun, vor ihrem neuen zu Hause. Fünf Jungs und drei Mädchen. "Sieht doch gar nicht mal so schlecht aus, gut gemacht Alex", meinte ein Mädchen mit lockigen braunen Haaren. Sie blickte verträumt zu dem Jungen. Er hatte kurze schwarze Haare und wirkte muskulös. "Aber wer wohnt in dem Haus da drüben?", fragte ein Mädchen mit ebenfalls lockigem Haar, ihres war jedoch Kirschrot gefärbt. "Jayden und ich waren vorhin schon hier, um einige der Möbel aufzubauen. Wir haben ein Mädchen gesehen. Die war vielleicht komisch. Anstatt ein paar sexy Hot Pants trug sie einen fetten schwarzen Mantel und einen Sonnenschirm", sagte Ivan und begann laut zu lachen. Die Gruppe lachte mit ihm mit und ging in ihr neues zu Hause.

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Sooo endlich fertig mit dem ersten Kapitel. Dies ist meine erste richtige Story und ich hoffe so alle zwei Wochen mal ein Kapitel rauszuhauen. Falls es dir gefallen hat (oder auch nicht) würde ich mich über eine Bewertung freuen :)

لقد وصلت إلى نهاية الفصول المنشورة.

⏰ آخر تحديث: Oct 22, 2016 ⏰

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