Kapitel 1

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Ich duckte mich als ein weiterer Pfeil über mich hinweg pfiff. Mit einer Hand hielt ich die Zügel meines Pferdes und trieb es weiter an, mit der anderen umklammerte ich meine Beute. Ein paar Münzen und Brot, nichts das der Bürgermeister Esgaroths vermissen würde. Die Stadt war noch realtiv neu, nachdem Smaug dort gewütet hatte, und dementsprechend gab es noch kaum Schlupfwinkel.

"Stehen bleiben!", hörte ich eine laute Männerstimme und musste grinsen. Bürgermeister Ben, Sohn von Bain, Sohn von Bard, war ein gütiger Mann, ein Mann des Volkes. Aber er hasste es auf den Tod wenn man ihn bestahl.

"Los, Mädchen", feuerte ich das Pferd an, als ich auf den Steg zum Ufer abbog. Dir Blanken und Wege der schwimmenden Stadt waren für Pferdehufe ungünstig, aber sobald ich am Ufer ankam konnte das Elbische Pferd sein volles Potenzial und diese Trottel aus der Seestadt würden mich nie wieder sehen.

Ich sah hinter mich und musste mich wieder unter einem Pfeil wegducken. Komisch, diese Menschen. Wenn man nicht mit dem Bogen umgehen kann, dann sollte man es lassen und diese Menschen konnten es nicht. Erst als das KlappKlapp von Pferdehufen auf Holz aufhörte und ich sah, dass wir vom Steg runter waren, wagte ich es zu grinsen.

"Noro lim", sagte ich und die Schritte des Tieres wurden schneller und länger. Ich konnte die Anstrengung des Pferdes fast schon selbst spüren, hörte sein schnauben und passte mich seinen Bewegungen ab. Bald schon bogen wir ab in die fernen Ausläufer des Düsterwalds. Dort wollte ich nur ungern rein, aber es war ja nur um zu entkommen. Sobald es Nacht wurde, würde ich wenden und nach Thal reiten, wo ich mich mit den anderen traf.

Ich betrat den Wald und ritt ein paar Meter geradeaus den Weg entlang, bis ich den Ausgang nicht mehr sehen konnte. Dort zog ich ein Messer aus meinem Schuh und ritzte einen Pfeil in die Rinde eines Baumes. Nur als Sicherheitsmaßnahme. Der Düsterwald war befreit vom Bösen, aber er war viele Jahre lang unfreundlich gewesen und ich befürchtete, er war es auch jetzt noch. Ich stieg dort ab, verstaute den Beutel mit dem Geld in der Satteltasche und brach das Brot in zwei Hälften. Ich hatte lange nichts mehr gegessen. Es war sicher zwei oder drei Tage her und so war es umso schöner, nun in das frische Brot zu beißen.

Das Pferd, ich hatte ihr noch keinen Namen geben, schnupperte neugierig. Sie war ein Elbenpferd, ich hatte sie von der Herrin von Lothlorien bekommen. Ich hatte dort versucht ein wenig von dem Lembas zu bekommen, man sagt es füllt den Magen länger als normales Brot, und wurde erwischt. Aber statt dem Zorn wurde mir die Güte Galadriels zuteil. Sie gab mir Lembas, ein Pferd und einen elbischen Bogen. Das Fell des Tieres war schneeweiß, hinderlich für eine Diebin. Aber das Tier war schnell und ausdauernd und mir wirklich ans Herz gewachsen.

Ich führte das Tier ins Gebüsch und ließ es dort grasen, versteckt hinter Ästen und Blättern. Ich selbst kletterte nach oben und setzte mich auf einen Ast. Hier war ich sicher, zumindest vor den Menschen. Kein Mensch mit einem gesunden Verstand wagte es, leichtsinnig in den Wald zu reiten und schon gar nicht wegen ein wenig Brot und ein paar Münzen. Dazu waren sie dann doch klug genug. Ich selbst kannte die paar Meter des Waldes, in denen ich mich nun versteckte, schon ganz gut. Ich hatte Mittelsmänner und Kontaktpersonen in Esgaroth, die mir öfter mal was zusteckten.

Ich saß oben auf dem Ast, den Weg und das Pferd im Blick, bis es Nacht wurde. Dann kletterte ich runter, stieg auf das Pferd und ritt gemütlich los.

Erst im Morgengrauen, nach vielen Stunden des Reitens, kam ich bei Thal an. Dort ritt ich die Straßen hoch, an den Häusern und Plätzen vorbei, bis ich an die Stadthalle kam. Ich konnte es vermeiden gesehen zu werden und im noch schwachen Thal war das auch nicht schwer. Auch hier hatte Smaug gewütet, das war noch länger her, aber erst vor einigen Jahren hatte man es wieder bevölkert.

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⏰ Last updated: Oct 15, 2016 ⏰

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