Ich hatte es gespürt, damals in jener Nacht, als meine Königin starb. Jedoch wusste ich da noch nicht, was es zu bedeuten hatte. Nach Luft ringend War ich damals in Richtung des Schlafzimmers meines Vaters getaumelt, allerdings auf halbem Wege zusammengeklappt und erst Tage später wieder aufgewacht. Mein Vater hatte geweint, sogar noch, als er sah, dass es mir gut ging. Die Wunden der Elbe waren frisch, die Königin gefallen und der König hatte sich zurückgezogen. Ich trauerte mit, doch mit jeder Nacht danach wurden meine Träume absurder, ich sah die Schlacht vor mir. Doch es War nicht nur die Schlacht, die ich so detailliert nachempfand, Ich sah auch jeden einzelnen Toten vor mir, hörte die Schreie und fühlte die Wärme des Blutes auf meiner Haut. Irgendwann hörte ich auf zu schlafen, zu groß war die Angst vor weiteren Nächten gefüllt mit den Schreien der gefallenen Elben. Irgendwann erwischte mein Vater mich nachts beim Lesen, bemerkte meine tiefen Augenringe und schickte mich ins Bett. Ich bat ihn bei mir zu verweilen, bis ich eingeschlafen war, doch sobald ich die Augen schloss, kehrten die Bilder zurück und ich musste Thororien von meinen Alpträumen erzählen. Daraufhin folgten drei Tage, in denen er jede Nacht mit mir auf dem Dach saß und mir aus einem Märchenbuch erzählte. Zwei Wochen nach Königin Arianas Tod bekam mein Vater einen Brief, der besagte, dass der König höchstpersönlich von meinen sich wiederholenden Träumen erfahren hatte und mich sehen wollte. Ich hatte Sorgen. Doch ich ging zu ihm, er War mein König und ich hatte zu gehorchen.
Vorsichtig schreite ich durch den langen Korridor, vor mir ein hohes Tor mit goldenen Fresken und Ornamenten geschmücht. Noch einmal atme ich tief durch, streiche mir eine lange Strähne meines platinblonden Haares nach hinten und mache einen Knicks vor der dort eingeteilten Schlosswache. " Alién Andreth, der König wollte mich sprechen " antworte ich ein wenig nervös auf die Frage, wer ich bin. Der Elb nickt kurz und die Tür schwingt auf, schließt sich allerdings sofort wieder hinter mir. Ich muss noch zwei Türen durchqueren, bis eine zierliche Elbenmaid mich schließlich in einen dunklen Raum führt. Alle Fenster sind verhängt worden, Stofffetzen und Papier liegen auf dem Boden verteilt und auf einem Bett, welches für meine ganze Familie Platz geboten hätte, sitzt eine zusammengekauerte Person. Selbst in diesem Zustand verblüfft mich die Aura meines Königs, voller Anmut dreht er den Kopf und richtet sich auf. Doch vor meinen Augen bleiben die Tränen auf seinen Wangen nicht verborgen. Mit einer vorsichtigen Verbeugung nehme ich meinen Blick von all den Verbänden an Armen, Kopf und Brust, welche er mit dem weinroten weiten Morgenmantel kaum zu verbergen mag. Etwas in mir scheint zu zerbrechen bei diesem traurigen Anblick, und offenbar spiegelt sich dieses mir fremde Gefühl in meinen Augen wieder, denn Thranduil hebt verwirrt eine Augenbraue. " verzeiht mein Eindringen eure Hoheit, ihr wolltet mit mir sprechen. " " Ja, das wollte ich in der Tat, Alién Andreth. " Er spricht meinen Namen so andächtig aus, als würde er sich fragen, was er zu bedeuten hat. Allerdings hebt er bloß eine Hand und bedeutet der Maid uns alleine zu lassen. Sie schließt schnell die Tür hinter sich und ich bleibe zurück in einem verdunkelten Raum mit einem vom Krieg gezeichneten König.
" So so, du bist also die Elbin, die Träume von Angmar's Schlacht empfängt, ohne beim Kampf dort gewesen zu sein. " seine Stimme klingt misstrauisch und eiskalt. " Erzähle mir, was hast du gesehen? "
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Das Reich Des Königs - Eine Etwas Andere Version Der Geschichte
FanfictionDiese Geschichte spielt früher als die urtümlich erzählte Geschichte der Elben, Zwerge und Menschen. Bilbo War noch nicht um dunklen Wald und Thranduil ist frisch verheiratet mit seiner Frau, deren Name leider nicht bekannt ist. Er hat einen kleinen...
