Prolog

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Tag und Nacht verbrachte ich meine Zeit in einer Taverne, denn die Taverne war mein neues Zuhause. Dort fühlte ich mich Daheim, denn dort gab es Wein! Dieser Wein, dessen Geschmack sich so sanft wie Honig auf meiner Zunge anfühlte und mir Wärme schenkte, wie in den alten Zeiten, in denen Tiamat mein Herz erwärmte. Diese Wärme, nach der ich mich all die Zeit ersehnte, umschloss mein Herz und zeigte mir, was es hieß, glücklich zu sein, denn seitdem ich Tiamat verlassen hatte, hat ein Teil meines Herzens mich verlassen, weshalb ich vergaß, Emotionen zu spüren. Seit diesem Tag besaß ich nämlich keine Emotionen mehr, da es keinen Anlass gab, Gefühle zu spüren. Ich wollte keine Gefühle mehr spüren, denn die Gefühle waren der Grund, wieso es mir schlecht ging. Die Gefühle machten nämlich die Realität noch schlimmer, als sie nun endlich waren, weshalb man die Gefühle am Liebsten abschaffen sollte. Doch was ich wollte, war, ein weiteres Mal das Gefühl der Liebe zu spüren. Weil Tiamat jedoch nicht in der Umgebung war, konnte ich es vergessen. Aus diesem Grund suchte ich im Wein nach der Liebe und ich lag richtig. Der Wein schenkte mir tatsächlich dieselbe Wärme, wie Tiamat sie mir schenkte, als wäre ein Teil von Tiamats Seele im Wein. Und da ich nicht genug davon haben konnte, trank ich so viel vom Wein, dass ich hibbelig wurde. Je mehr ich trank, desto mehr verschwand meine Sicht. Ich sah schwammig und konnte schwer sprechen.

,,Noch einer!", verlangte ich und versuchte, dem Wirt in die Augen zu schauen, doch ich scheiterte daran, da meine Sicht behindert wurde, weshalb ich meine Augen zusammendrückte. Aber auch dies half nicht weiter. Der Wirt schien, nicht zu wollen, dass ich einen weiteren Wein trinke, da er sich offensichtlich sorgte. ,,Sind Sie sich sicher, junger Herr?", wollte er wissen und putzte währenddessen die Kruge, aus denen die Kunden tranken. ,,Ja!", antwortete ich schwer verständlich und haute mit meinem leeren Krug auf die Theke. ,,Wie willst du das bezahlen?", fragte er, ,,Kannst du es überhaupt bezahlen?" Auf seine Frage reagierend warf ich mein Krug wütend weg. ,,Und wie ich das bezahlen kann!", antwortete ich empört und legte ihm einen Goldreifen vor, eines der Goldreifen, die mir Tiamat als Geschenk mitgab. Der Mann riss seine Augen auf. ,,Ist das Gold?", interessierte es ihm. Er konnte wahrscheinlich seinen eigenen Augen nicht glauben. ,,Was soll es sonst sein? Sieht es etwa aus wie Kupfer?", entgegnete ich sarkastisch, doch der Wirt schüttelte hysterisch verneinend seinen Kopf. ,,Das kann nur Gold sein.. Wie kommt ein Junge wie du an so etwas heran?", recherchierte er neugierig. Daraufhin nahm ich den Goldreif in meine Hand und sah sie trauernd an. ,,Da gab es jemanden in meinem Leben, der genau so viel wert war, wie dieser Goldreif es ist. Mit ihrem Lächeln konnte sie alle Schulden begleichen. Ihr Anblick brachte die Menschen dazu, ihr sogar das, was ihr fehlte, zu geben. Sie war nämlich so hübsch wie ein Kristall. Und dieser Kristall fiel keinem anderen auf, als dem Prinzen, denn er bräuchte neben seinem Geld und neben seinem Gold noch ein Kristall, der seine Sammlung vollenden konnte.", erzählte ich ihm und gab ihm den Reif zurück. ,,Sie war deine Geliebte und doch hat sie sich für den Prinzen entschieden. Jedes Mädchen hätte das getan. Er ist nämlich der Prinz, der Traum eines jeden Mädchen dieses Reiches und darüber hinaus.", teilte er mir mit und säuberte weiterhin die vielen Gegenstände in seinem Wirtshaus hinter der Theke, ,,Dennoch kann ich nicht glauben, dass gerade dir dieses Schicksal widerfahren ist. Das Mädchen muss wohl etwas besonderes sein, dass der Prinz sich unter all den Mädchen im gesamten Reich für sie entschieden hat. So, wie du von ihr erzählst, ist sie wahrscheinlich sogar mehr als besonders." Ich nickte verständlich und hatte ihr Antlitz in meinen Gedanken, diese ihre Schönheit, die alles andere um mich herum verschwinden ließ, ihre hellbraunen Augen, die im Licht golden wirkten. ,,Sie ist weitaus mehr als besonders.", versicherte ich ihm, ,,Und aus diesem Grund schenke ich Ihnen diesen Goldreif, damit Sie sich an diese Konversation erinnern können." Ich wollte den Inhaber dieses Wirtshauses verlassen und aufstehen, doch schaffte dies nur schwer, da ich stark hibbelte. Beim Versuch, aufzustehen, stolperte ich, sodass ich mich am Tresen wieder auffing. ,,Wo willst du in diesem Zustand hin?", fragte der Wirt, woraufhin ich ihn anlächelte, während ich versuchte, gerade auf den Beinen zu stehen. ,,Auf eine Reise.", antwortete ich murmelnd und gestikulierte dabei mit meinen Händen komisch, als hätte ich beabsichtigt, einen Effekt einzusetzen, damit meine Antwort spezieller wirkt. Daraufhin drehte ich mich um und ging mit schweren Schritten auf die Tür zu, um die Taverne zu verlassen. Anstatt die Tür wie ein normaler Mensch aufzumachen, trat ich sie auf. ,,Auf Wiedersehen!", verabschiedete ich mich.

Als ich meinen Weg fortsetzen wollte, sah ich drei junge Männer, die sich um mich versammelten. Die Jungen waren jünger als ich. Sie waren pubertierende Jugendliche, geschätzt 17 Jahre alt. Was sie mitten in der Nacht hier trieben, konnte ich nicht erahnen. ,,Müssen nicht Kinder wie ihr um diese Zeit schlafen?", wollte ich wissen und zeigte mit meinen Fingern auf sie. ,,Die Straße hat keine Vorschriften!", rief plötzlich einer der Jungen wütend und sah mich dabei zornig an. ,,Oh, ich verstehe. Straßenkinder..", murmelte ich mir selbst zu. ,,Was soll das heißen?!", fragte ein anderer schreiend. ,,Ach, nichts.", antwortete ich und wollte die Kinder verlassen. ,,Hey!", schrie der eine unter den dreien, der bisher ruhig war, ,,Was denkst du wohin du gehst!? Ich habe gehört, die Prinzessin sei eine alte Freundin von dir. Ich bin mir sicher, sie wird viel bezahlen, wenn sie hört, dass ihr Freund in Schwierigkeiten steckt." Plötzlich lachte ich laut los und konnte mein Lachen nicht kontrollieren. ,,Ihr Kinder, die noch von ihren Müttern gestillt werden müssen, wollt mir sagen, dass ihr mich in Schwierigkeiten bringen wollt? Ihr seid doch lächerlich!", grölte ich und schlug mit meinen Händen auf meine Oberschenkel, da die Situatuon immer amüsanter wurde. ,,Halt inne!", verlangten die Jungen, doch ich lachte weiter, bis ich jedoch ernst wurde, denn dann verschwand mein Lachen. ,,Oh, ihr hättet euch gewünscht, mich nie getroffen zu haben, nachdem ihr von hier wegrennt.", sagte ich und ging langsam auf sie zu. ,,Ein betrunkener Mann wie du wagt es, uns zu schlagen? Du bist ja wohl noch lächerlicher!", sagte der erste und ballte seine Hand zu einer Faust, die er auf mein Gesicht einschlagen wollte. Ich wich jedoch aus, packte sein Arm von der Seite und warf ihn zu Boden. Der zweite wollte mich offensichtlich mit einem Bein treten, doch ich ließ mich auf dem Boden fallen, um sein anderen Fuß, mit dem er stand, zu packen und ihn herunterzuziehen. Auch er fiel dann auf dem Boden. Mein Körper lag noch immer auf dem Boden und ich tat es mir schwer, wieder aufzustehen, da mein Kopf einfach zu sehr weh tat. Der letzte unter den dreien machte es sich zum Vorteil und holte ein Dolch heraus. Er wollte mich damit abstechen und ging langsam hinunter. Daraufhin wälzte ich mich, um mich von ihm zu entfernen. ,,Ich dachte, dass wir wie Männer kämpfen. Ein Dolch sagt aus, dass du dich selbst nicht verteidigen kannst.", kommentierte ich und stand schnell auf, was jedoch schlechte Folgen hatte, da mein Kopf dadurch nur noch mehr weh tat. Bevor der Junge aufstehen konnte, trat ich in seine Magengrube, sodass er erst gar nicht mehr die Chance hatte, aufzustehen. Er ließ sein Dolch fallen und fasste sein Bauch an, während er am Boden lag.

,,Auch ich war einst ein Straßenjunge", erzählte ich ihnen, als sie alle auf dem Boden lagen, ,,Und ich kann euch sagen, dass man durch solche Kämpfe lernt. Lernt also auch etwas davon!" Ich wollte endlich meinen Weg fortsetzen, doch nun wurde ich von wem anderen aufgehalten, der sich in meinem Hintergrund aufhielt. ,,Hey, du!", rief der eine und gewann so meine Aufmerksamkeit..

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Und nun fangen wir mit dem zweiten Teil meiner Reihe an 🌞

Wie ihr sieht handelt es sich um Diren 🌚

Ich hoffe, dass euch dieser Teil gefällt und hoffe, dass ihr fleißig mitlesen wird in diesem Buch 💖

Sagt doch, wie ihr es bisher findet und was ihr davon hält ✨😇

Der Pfad der Dunkelheit |Coming soon|Lies diese Geschichte KOSTENLOS!