Der neue Kraftplatz
Yasemine hatte Herzklopfen. In der Höhle - in der sie ihren neuen Kraftplatz einrichten wollte, brannte bereits ein Feuer.
Dort saß eine ihr wohlbekannte Gestalt mit dem Rücken zu ihr...
„Komm und setz dich!
Ich habe schon auf dich gewartet."
Ihr Wolf ließ sich bereits ganz selbstverständlich neben ihm nieder und begann sich die Pfoten zu lecken.
Yasemine war sprachlos.
„Onida anpetuwi (die eine, wonach gesucht wurde, meine Sonne) - schön,dass du endlich da bist."
„ Sei gegrüßt Askuwheteau Bidziél (er hält Wache und ist stark).
Seit wann sprichst du diese Sprache?"
„Schon lange, aber du hast ja nie gefragt..."
„Ich weiß nicht was ich sagen soll. Was tust du hier?"
„Ahpe -warten. Wir sollten reden."
Yasemine war so überrascht, Freddy hier zu sehen und in der alten Sprache mit ihm zu reden, dass sie ganz durcheinander war.
"Wenn bo-ton-ton - deine Verwirrung vorbei ist, sage ich dir mehr.
Cokatahiyupo - komm in die Mitte."
„Hau - ich bin bereit, ich höre."
„Hast du Mahto camani - Bär, der neben dir geht - nie bemerkt, wenn du keine Kraft mehr hattest?"
"Doch da war oft ein Bär und hat mir seine Kraft gegeben, wenn ich am Ende war oder Unterstützung brauchte. Ich dachte, das sei mein Krafttier..."
In den Augen der kleinen Bärin Mahtowin standen 1000 Fragen.
„Das war ich. Auch ich bin ein Wanderer zwischen den Welten und verändere meine Gestalt, wenn es erforderlich ist. Jetzt wo du das weißt,siehst du mich vielleicht mit anderen Augen..."
„ Ich habe mich immer über deine Stärke gewundert, du hattest von allen immer die besten und stärksten Energien. Aber sag, was machst du wirklich hier?"
"Das ist meine Höhle und ich lade dich ein. Meins ist auch deines. Dieser Platz ist sicher und gut. Hier kannst du zur Ruhe kommen oder wir können uns hier treffen, wenn du magst, micante (Abkürzung für mein Herz)."
Osheenawaa war immer noch durcheinander.
Freddy war ein Wanderer zwischen den Welten.
Freddy in Gestalt des Bären - unzählige Male hatte sie ihn schon getroffen und nichts geahnt.
Yasemine verstand gerade gar nichts mehr. Warum hatte er das all die Jahre vor ihr geheim gehalten?
Sie war beeindruckt von seinem Können und seiner Verschwiegenheit.
Allerdings war ihr das erst mal genug an Überraschungen die zu verarbeiten waren.
„Ich komme morgen wieder, Mahto. Und dann reden wir."
Sie stürmte aus der Höhle, gefolgt von Yakari der sich ebenfalls erhoben hatte und rief nach Freedom, welcher in der Nähe graste.
Sie wollte nur noch nach Hause und in ihrem Bett aufwachen. Das mußte sie erst mal verarbeiten.
In der Höhle saß der treue Schamane weiter am Feuer und lächelte.
Die Sehnsüchte der Menschen
sind Pfeile aus Licht.
Sie können Träume erkunden,
das Land der Seele besuchen,
Krankheit heilen, Angst verscheuchen
und Sonnen erschaffen.
(Indianische Weisheit)
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LESEPROBE : Haus Der Seelen 2- Die Schamanin
SpiritualDie Geschichte um die Lichtkriegerin Yasemine und dem Haus der Seelen geht weiter: Nachdem sie gemeinsam mit ihrer Liebe Joshua, welcher sich plötzlich zur Wiedergeburt entschlossen hat, sowie dem Haus der Seelen etliche Höhen und Tiefen erlebt hat...
