The Deal

193 9 0
                                        



Prolog

Clemens

Kühl und herb legt sich der Geschmack des Biers auf meine Kehle.

Jonas, mein Studienkollege – Oder sollte ich lieber ehemaliger Studienkollege sagen? – ist so damit beschäftigt, dem Mädchen, das gerade an uns vorbeigeht, auf den Arsch zu sehen, dass er völlig vergisst, mir von seiner neuen tollen Idee zu erzählen, wegen der er schon seit Tagen völlig aufgeregt ist.

In den vergangenen Jahren, in denen wir an der Universität in Hagen gemeinsam Informatik studiert haben, hat sich zwischen uns eine enge Freundschaft entwickelt, und jetzt, wo wir unseren Abschluss endlich in der Tasche haben, sind wir uns darin einig, dass wir das Leben noch mal so richtig genießen müssen, bevor wir uns um die Ernsthaftigkeit unserer Zukunft kümmern.

„Nicht schlecht ..." Er stößt einen anerkennenden Pfiff aus, ehe er sich sein Bier schnappt und sich anzüglich über die Lippen leckt.

Genervt sehe ich ihn an. „Also, wie lautet jetzt deine tolle Idee?"

„Hör mir zu. Letzten Sonntag war ich bei meinen Eltern zu Besuch, und als ich angekommen bin, saß meine Mutter wie immer vor der Glotze und hat sich einen ihrer schnulzigen Filme angesehen. Und da bin ich auf die Idee gekommen!"

Ach du Scheiße!

Wenn er schon so anfängt, kann seine Idee nicht gut sein ...

„Und was für eine Idee?"

„Wir suchen uns einen Job als Animateure auf einem Kreuzfahrtschiff!"

Genervt und irgendwie enttäuscht über den Müll, den er da redet, suche ich die Kneipe, in der wir sitzen, mit den Augen nach der Bedienung ab und bestelle uns mit einem Handzeichen eine neue Runde Schnaps und Bier.

„Das ist doch Bullshit!"

Jonas sieht mich wütend an.

„Nein, ist es nicht. Das ist der geilste Job aller Zeiten. Wir sind kostenlos auf einem Kreuzfahrtschiff, befinden uns irgendwo mitten im Pazifik und verdienen dabei auch noch eine Menge Geld!"

Wenn er das so formuliert, mag das ja ganz toll klingen, aber ich habe trotzdem keine Lust, fremde Kinder zu betreuen und mit denen stundenlang zu malen und basteln.

„Scheiß auf das Geld. Ich habe keinen Bock, den ganzen Sommer über auf einem gigantischen Schiff festzusitzen und fremde Kinder zu bespaßen!"

Jonas sieht mich fragend an. „Warum denn Kinder?"

„Kann es sein, dass du deine Idee nicht besonders gut recherchiert hast? Das ist doch der Job eines Animateurs!"

„Bist du bescheuert! Ich will doch nicht den Babysitter spielen. Ich rede davon, Sportanimateur zu sein ... Kapiert?"

Jonas sieht mich fragend mit hochgezogenen Augenbrauen an.

„Wie meinst du das? Sportanimateur?"

„Na, das ist doch ganz einfach. Wir kümmern uns um die Wassergymnastik und den ganzen anderen Kram. Auf den wirklich guten Kreuzfahrtschiffen gibt es sogar eigene Fitnessstudios."

Jetzt wird es interessant ...

„Keine Kinder?"

„Nicht eines!"

„Also so langsam beginnt mir deine Idee zu gefallen."

In meiner Fantasie sehe ich uns schon zwischen lauter heißen Bräuten, die mit nichts als knappen Bikinis vor uns herlaufen und nur darauf warten, dass wir ihnen zeigen, wie sie ihre Sportübungen richtig machen sollen.

You've reached the end of published parts.

⏰ Last updated: Aug 04, 2016 ⏰

Add this story to your Library to get notified about new parts!

The DealWhere stories live. Discover now