Mein Blick war starr auf den weißen, kahlen Laminatboden, gerichtet. Meine Finger waren auf meinem Schoß demütigend zusammengefaltet. "WIE KANN MAN NUR SO DUMM SEIN? HUH? WIE KANNST DU, MEINE EIGENE TOCHTER, EINE A- NACHHAUSE BRINGEN? SCHÄMST DU DICH NICHT? ANTWORTE MIR!", schrie er aufgebracht, und wuchtelte wild mit dem Händen in der Luft rum.
Ach komm, für dich bin ich schon lange nicht mehr deine Tochter!
Ich wusste, wenn ich jetzt antworten würde, oder versuchen würde mich zu rechtfertigen, dann würde er mir gegenüber die Hand heben.
Was er, übrigens nicht zum erstenmal tun würde.
Vor meinem Sichtfeld erschienen zwei Schwarzglänzende Lackschuhe.
Brutal wurde mein Kopf nach oben gerissen, fest lag sein Griff um mein Kiefer und ich blickte in zwei Eiskalte Blaue Augen, die früher voller Liebe waren.
Jetzt, waren sie nur noch ein Kalter Eisblock mit blauer Farbe.
Sogar die Augenfarbe ist dunkler geworden.
Geanuso wie sein Herz.
Falls er überhaupt noch eins hat.
Früher, da war er der perfekte Vater und Ehemann.
Er hat sich immer liebevoll um uns gekümmert, doch als er die anderen Firmenleiter kennengelernt hat, hat sich alles geändert.
Sie haben ihm gezeigt wie man richtig mit seiner Frau und seinen Kindern umgehen muss.
Seitdem hat er uns geschlagen, fertig gemacht, angeschrien und hat nur noch gearbeitet.
Meine Mutter hat darunter am meisten gelitten.
Doch das ist ein anderes Thema.
Seine rechte Hand hob sich, und viel klatschend auf meine rechte Wange.
Mein Kopf flog zur seite, und meine Wange fing schmerzhaft an zu pochen.
Kreftig biss ich meine Zähne zusammen, doch der Schmerz wurde dadurch noch schlimmer.
Tränen glitzerten in meinen Augen, und wollten frei gelassen werden.
"War ja klar! Ihr Frauen heult doch auch bei jeder scheiße!
Du bist genauso wie deine kleine erbärmliche schmutzige Mutter!
Ihr seid so schwach und nutzlos! Ihr dient nur für unseren Spaß! Und du gehst jetzt in dein Zimmer und dort bleibst du auch! Wenn ich dich heute noch einmal hier unten sehe, dann kannst du dein Blaues Wunder erleben! Hast du mich verstanden?".
Ich hasste es.
Ich hasste er so sehr wenn er so über Frauen sprach.
Insbesondere hasste ich es wenn er so über meine Mutter redete.
Wie er über seine eigene Frau spricht.
Meine Mutter war nicht schwach!
Sie war die stärkste Frau dieser beschissenen Welt, und sie war mein Vorbild!
Und das wird sie auch bleiben!
Keine Frau sollte so behandeln werden, wie meine Mutter behandelt wurde!
Keine Frau auf dieser Welt hat sowas verdient!
Keine!
Nichtmal die gemeinsten und hinterhältigsten Frauen auf dieser Welt!
"Ob du mich verstanden hast, du kleine Göre?!", riss mich die laute Stimme meines Vaters aus den gedanken.
"Ja Vater, i-ich habe es verstanden", murmelte ich verängstigt.
Und so, sieht jeder zweite Tag bei mir aus.
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The Beautiful Nerd
Roman d'amourEin Nerd. Ein Außenseiter. Ein Mobbingopfer. Eine Brillenschlange. Ein Mädchen von Häuslichergewalt. Das sind die Wörter die das 17 jährige Mädchen Shayleen Brooks beschrieben. Sie ist eine von vielen, die Häuslichegewalt ertragen muss. Eine zu vie...
