Und plötzlich stand die Welt still...

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Disclaimer:

Die Charaktere gehören nicht mir sondern Square Enix und Disney, nur die Idee zu dieser Story ist von mir!

Ich verdiene mit dieser FF kein Geld.

Falls ihr noch Fehler findet, wäre ich froh wenn ihr sie mir mitteilt

und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim lesen :)

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Verzweifelt presste er seine zitternden Hände fester an seine Ohren, versuchte so die lauten Stimmen auszublenden. Doch es half nichts. Er konnte immer noch hören wie sich seine Eltern mit ihren Worten gegenseitig zerfleischten. Sein eigenes Schluchzen ging in dem Geschrei unter und er konnte nichts anderes fühlen als den Schmerz in seinem Herzen. Nicht einmal das Blut, das an seiner aufgebissen Unterlippe entlang lief, bemerkte er. Der Streit seiner Eltern nahm ihn vollständig ein, so als würde er genau zwischen ihnen stehen und nicht zusammen gekauert hinter seiner Zimmertür sitzen.

Wann hatten die beiden begonnen sich Tag für Tag zu streiten? Waren es Tage, Wochen, Monate... oder gar Jahre? Ventus wusste es nicht mehr... hatte sämtliches Zeitgefühl verloren. Verloren in diesem unerträglichen Leid, dass immer größer und größer wurde.

Würden die beiden jemals wieder so liebevoll, zärtlich miteinander umgehen, wie in den Erinnerungen des Blonden? Nein, niemals! Er war sich bewusst, dass diese Momente nur noch in seinen Gedanken existierten. Früher oder später würden die beiden sich dazu entscheiden, getrennte Wege zu gehen. Und wahrscheinlich war das auch das Beste für alle, doch bis diese Entscheidung fallen würde, würden noch viele Tränen fließen...

Tränen, die niemand bemerkte...

Ventus' Tränen...

Auf den Straßen herrschte das jährliche Chaos, das die Vorweihnachtszeit mit sich brachte. Und obwohl es an Weihnachten eigentlich um Nächstenliebe gehen sollte, achtete keiner auf jemand anderen, war doch jeder zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Mit ausdrucklosen Augen betrachtete Ventus die Menschen auf der Straße durch das Fenster des Busses. Seine Tränen waren mittlerweile getrocknet, seine Lippe hatte aufgehört zu bluten, doch die Leere in seinem Inneren war geblieben. Aber niemanden interessierte es wie er sich fühlte, nicht einmal seine eigenen Eltern.

Der Bus hielt an und Ventus stieg aus, um sich auf den Weg zur U-Bahn zu machen. Die kühle Novemberluft tat unendlich gut auf seinen erhitzen Wangen, so als wollte sie ihm den Trost spenden, der ihm schon so lange verwehrt wurde. Erneut traten Tränen in seine Augen, bei dem Gedanken an seine Eltern. Langsam verschwamm seine Sicht und erschwerte es ihm sich auf den Weg zu konzentrieren. Schnell wischte er sich mit dem Ärmel seiner Jacke über die Augen, doch genau in diesem Augenblick ging ein Ruck durch seinen Körper und er fiel nach vorne. Ein schmerzhafter Aufprall blieb Ventus allerdings erspart, da ein Arm, der sich um seinen Oberkörper legte, ihm vor dem Fall bewahrte. Überrascht sah Ventus den Arm seines Retters an, ehe seine Augen die des anderen suchten. Er blickte in ein paar goldfarbene Augen, in denen der Selbe Schmerz wie in seinen lag... und plötzlich stand die Welt still. Ventus konnte seinen Blick einfach nicht von diesen goldenen Iriden abwenden und auch seinem Gegenüber schien es nicht anders zu gehen. Mit einem Mal erschien alles was vor diesem Moment geschah, so weit weg und unbedeutend. In diesem Augenblick gab es nur die beiden, die denselben Schmerz in ihren Herzen trugen. Ein Schmerz, der so tief aber jetzt auch so unwirklich zu sein schien. Es spielte plötzlich keine Rolle mehr was passiert war, so lange wie sie nur in die Augen des anderen sehen konnten. Ventus hätte ewig in dieses wunderschöne Gold blicken können, doch eine Stimme riss die beiden aus ihrer Starre.

„Hey, Vanitas!" Der Goldäugige wandte seinen Kopf in die Richtung aus der die Stimme kam, lies seinen Arm aber um den Oberkörper des Blonden gelegt. Dieser bemerkte, dass er eine Hand auf die Schulter des Jungen vor ihm gelegt hatte. Erst jetzt sah er die schwarzen Haare und die blasse Haut des anderen und ein warmes Gefühl breitete sich in ihm aus. Trotz der Erkenntnis, dass sich die beiden nun trennen mussten, fühlte sich Ventus so wohl wie seit langen nicht mehr. Ein letztes Mal sahen sich die beiden in die Augen, ehe sie sich voneinander lösten und der Schwarzhaarige zu seinen Freunden ging, aber nicht ohne sich noch einmal zu Ventus umzudrehen. Auf ihren beiden Gesichtern lag ein kleines Lächeln, ehe jeder von ihnen seinen Weg ging.

Den ganzen Weg über war das Lächeln nicht von Ventus Lippen gewichen und nicht einmal die Tatsache, dass sich zu Hause nichts geändert hatte, änderte etwas daran. Er wusste selbst nicht warum, aber er war einfach nur glücklich. So glücklich, dass es auch der älteren Dame, die neben seiner Familie wohnte bemerkte. „Ventus mein Kind, du strahlst ja richtig! Hast du etwas Schönes erlebt?" fragte sie ebenfalls mit einem Lächeln. Kurz sah der Blonde sie überrascht an, ehe er die freundliche Geste erwiderte. „Kann man so sagen!"

Wenig später saßen die beiden in der kleinen Küche der Älteren und Ventus erzählte ihr was passiert war. Er hatte sich schon immer sehr gut mit ihr verstanden und sah in ihr eine Art Großmutter. „Das freut mich sehr für dich! Das Schicksal schien es wohl gut mich euch beiden zu meinen!" erklärte sie und nippte an ihrem Tee. Ventus allerdings konnte ein Seufzen nicht unterdrücken. „Vielleicht, aber... Ich werde ihn wohl nicht wiedersehen..." Er wusste, dass es in so einer großen Stadt fast unmöglich war, sich zufällig über den Weg zu laufen, auch wenn er den Schwarzhaarigen so gerne noch einmal sehen wollte... wenigstens ein einziges Mal noch. „Da wäre ich mir nicht so sicher..." überrascht sah der Junge zu seiner Gesprächspartnerin „wenn sich zwei Menschen einmal gefunden haben, werden sie sich auch nicht mehr so schnell verlieren! Warum gehst du morgen nicht einfach wieder an dieselbe Stelle? Wer weiß, vielleicht erwartet dich dort ja eine Überraschung! Hast du denn etwas zu verlieren wenn du es versuchst?" Daraufhin konnte Ventus nicht anders als zu lachen und zuzustimmen. Es stimmte, er hatte nichts zu verlieren! Selbst wenn er den Fremden nicht wieder sehen würde, würde er ihn niemals vergessen. Dieser eine Augenblick hatte sein Leben verändert, auch wenn er nicht wusste, wie es möglich war. Ventus hatte sich entschieden: Er würde nicht so einfach aufgeben und sein Leben wegwerfen! Nein, er würde alles dafür tun um erneut in diese Augen zu blicken, seinen Schmerz, wenn auch nur für wenige Sekunden, vergessen zu können und einfach nur das warme Gefühl genießen, das der Schwarzhaarige in ihm auslöste.

Nervös sah Ventus sich nach dem Schwarzhaarigen um, in der Hoffnung, dass er diesen irgendwo in der Menschenmenge erblicken würde. Doch durch die ganzen Menschen um ihn herum fiel es ihm ziemlich schwer jemanden zu erkennen. Bildete er es sich nur ein, oder waren es viel mehr Leute als am gestrigen Tag? Was wenn der andere schon hier gewesen war und Ventus ihn nicht gesehen hatte, oder noch schlimmer wenn... Er zuckte zusammen als sich eine Hand auf seine Schulter legte. Augenblicklich drehte sich der Blonde um und traute seinen Augen nicht, als er tatsächlich in diese goldenen Augen blickte. Einem plötzlichen Impuls folgend fiel Ventus ihm in die Arme und war überglücklich als die Umarmung erwidert wurde. „Ich habe gehofft, dass ich dich hier wieder sehe!" flüsterte er leise, ohne sich von dem anderen lösen. Dieser zog ihn nur fester an sich, ehe Ventus zum ersten Mal seine tiefe Stimme hörte. „Ich auch!" Eine ganze Weile hielten sie sich einfach schweigend im Arm, bevor sie sich los ließen und sich in die Augen sahen. „Mein Name ist übrigens Ventus, aber nenn mich Ven!" lächelte der Blonde glücklich. „Vanitas!" erwiderte der Schwarzhaarige und ergriff Ventus' Hand. Die beiden liefen zusammen durch die Stadt und auch wenn es Ven war, der die meiste Zeit redete, konnte sich keiner von beiden etwas schöneres vorstellen.

Ob es nun Zufall, Schicksal oder auch ein Wunder war, dass sich die beiden getroffen hatten, wussten sie nicht, aber um nichts in der Welt würden sie sich wieder trennen! Niemals wieder wollten die beiden ohne den anderen sein, denn nur zu zweit konnten sie ihrem Schmerz entkommen...

Und plötzlich stand die Welt still Stories to obsess over. Discover now