Die Sonne schien mir erbarmungslos auf mein blasses Gesicht, während eine sanfte Brise einen Teil des bereits abgestorbenen Laubes mit sich hinfort trug. Es war erst Anfang Herbst, doch die Temperaturen sanken im Laufe des Tages stetig, was sich auch auf das sonst so satte Grün der Blätterkleider der Bäume auswirkte. Inzwischen war man nicht mehr von angenehmen Grüntönen umgeben. Im Gegenteil, egal wo man auch hinblickte, überall erstreckten sich die farbenfrohen Blätterhaufen. Gelb- und Rottöne zierten die fast kahlen Zweige der vielen Bäume in unserer Umgebung und selbst die schönsten Blumen verblühten schon längst. Aufgrund des fast eisigen Wetters trug ich heute einen einfachen grauen Pulli und eine Jeans, was dennoch völlig ausreichte. Da ich die Natur schon immer gemocht hatte und die farbenfrohe Gegend wunderschön zum Betrachten war, entschied ich mich ein wenig spazieren zu gehen. Schnell schnappte ich mir mein Handy vom Küchentisch und schritt durch die Garderobe. Auf dem Weg schnappte ich die weißen Schuhe und setzte mich auf einen Stuhl um diese zu binden. Als ich wieder aufstand und mir einen der Schlüssel einsteckte rief ich noch mal durch unser Haus:
"Dad? Mum? Ich gehe spazieren! Ich komm dann in einer guten Dreiviertel Stunde zurück!"
Nach einer kurzen Antwort meiner Eltern, schloss ich die Tür hinter mir ab und machte mich auf den Weg in den Wald. Als ich gerade mal zehn Minuten gegangen war läutete mein Handy. Es war eine Nachricht von meinem Freund Nico.
Hey! Wie geht's? :) Heute schon was vor? -Nico
Hey, mir geht's gut, danke der Nachfrage.(: Dir?
Und nein, eigentlich nicht. -Me
Hast du nicht Lust zur Villa am Ende der Stadt zu gehen? Du weißt schon,
Die alte "Geister" Villa am Hügel..
Ich wollte sie mir schon ne Zeit lang ansehen, hatte aber nie die Chance dazu. -Nico
Dein Ernst? Nein Danke... Du weißt, dass ich nicht wirklich auf sowas stehe. -Me
Ach komm schon... Mir zu Liebe? -Nico
Hmm, meinetwegen. Aber ich hab dafür was gut bei dir! Wann sollen wir uns treffen? -Me
In einer Viertel Stunde. Ich muss jetzt los, wir sehen uns. :) -Nico
Bis nachher. <3 -Me
Ich machte mir keine weiteren Gedanken mehr und ging gemütlich in die entgegengesetzte Richtung, die ich zuvor angesetzt hatte. Nach ca zehn Minuten stand ich auch schon vor dem Hügel. Mit misstrauischem Blick betrachtete ich das alte Gebäude vor mir. Wieder ein Mal schweiften meine Gedanken ab während ich auf den Hügel stieg. Manche Leute sagten ja, dass es in diesem Haus spuken sollte. Die Villa selbst war seit Jahren unbenutzt, da die früheren Besitzer dort verstorben sein sollten. Deshalb war das Gebäude bereits brüchig und verstaubt. Manchmal sollen jedoch Touristen in dieser Umgebung seltsame Geräusche wahrgenommen haben. Diesem Irrsinn schenkte ich keinen Glauben. Dennoch war ich selbst eine recht abergläubische Person. Ich war zwar der Meinung, dass schwarze Katzen garantiert kein Pech bringen können, aber in der Hinsicht auf Geister war ich schon ganz anderer Meinung.
Wie dem auch sei. Als ich oben angekommen war fiel mir auf, dass Nico noch nicht hier war. Normalerweise war er immer der Erste und überpünktlich. Als er auch nach weiteren zehn Minuten nicht auftauchte, begann ich mir langsam Sorgen zu machen. Deshalb schrieb ich ihn ein weiteres Mal an.
Schatz? Ist irgendetwas passiert? Oder willst du doch nicht kommen? Ich stehe hier schon seit einigen Minuten und mache mir langsam Sorgen. -Me
Drei Minuten, die mir aufgrund der Langeweile die mich umhüllte viel länger vorkamen, vergingen, bis mein Handy sich wieder mit einer Nachricht meldete.
Hm? Oh, Sorry. Ich vergaß dir zu sagen, dass ich schon hinein gegangen bin, da ich keine Lust hatte zu warten. Komm einfach nach, ich warte drinnen auf dich. -Nico
Meine Stirn legte sich in Falten. Einerseits wollte ich nicht einfach so in ein altes, verlassenes Gebäude rein spazieren. Andererseits wartete Nick bestimmt schon auf mich. Nach kurzem Überlegen entschied ich mich doch hinein zu gehen. Was sollte denn schon passieren? Gemächlich schritt ich auf die Eisentüre zu, welche die Graslandschaften von den inneren Räumen abtrennte. Langsam drückte ich die verstaubte Türklinke hinunter. Allerdings kam mir das merkwürdig vor. Wieso war die Türklinke verstaubt? Nick musste sie ja betätigt haben, wenn er schon Einlass gesucht hatte. Mit einem lauten Knarren öffnete sich die Tür einen Spalt. Ein leicht modriger Geruch stieg mir in die Nase, während ich durch den Spalt in das Gebäude spähte. Doch das einzige, was ich ausmachen konnte, war Dunkelheit. Zögerlich öffnete ich die Tür noch ein Stück und setzte meinen Fuß auf den dreckigen Boden. Sogleich ich das Gebäude betrat, kam ein mulmiges Gefühl bei dieser Sache auf.
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Little Fantasy Story
FantasíaDies ist eine kurze, frei erfundene Geschichte, die ich in der Volksschule verfasst und nun umgebessert habe.
