Prolog

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Ich strich mir eine lose Haarsträhne hinter mein Ohr, atmte noch einmal tief durch und drängte mich an einem Anzugträger vorbei, damit ich vor ihm auf die Treppe kam. Ich stürmte also die Stufen hinunter, schnappte mir meine Koffer vom Fließband und rannte fast eine Horde Zwerge über den Haufen, als ich an ihnen vorbei in den Empfangsbereich stürmte. Dort blieb ich wie angewurzelt stehen und sog die Berliener Flughafenluft ein. Wie ich das vermisst hatte. Wenige Meter von mir entfernt sah ich meine Mum, die konzentriert die Halle mit den Augen absuchte. Ich rückte nochmal den Riemen meines Rucksacks zurecht und ging dann mit langen Schritten auf sie zu. Als sie mich entdeckte, ließ sie vor Schreck ihre Handtasche fallen und schlosst mich mit einem Qutietschen in die Arme. Ich lachte und wir umarmetn uns lange und innig. Dann küsste sie mich auf die Stirn und ich meinte lachend: "Mum, du kannst mich wieder loslassen." Sie erwiederte: "Entschuldige bitte. Wie war der Flug? Hast du wenigstens ein bisschen schlafen können? Du siehst schrecklich aus." Darauf habe ich genau vier Wörter geantwortet: "Gut, nein und danke" Dann schleppten wir meine beiden Koffer zum Auto, das sie in einem Parkhaus abgestellt hatte, und fuhren nach Hause, damit ich dort mein Zeug abgstellen und mich kurz frisch machen konnte. Danach holten wir meinen Dad ab und gingen zur Feier des Tages noch was Essen.

Wieder Daheim schmiss ich mich erst Mal auf mein Bett - mein eigenes, heiliges Bett! Erst Mal teilte ich meiner ganzen Kontakliste mit, dass ich wieder im Lande war. In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken in einem wilden Mix aus Englisch und Deutsch.  Australien ist ein unglaubliches Land (in jeder Hinsicht), aber es ist nicht wie Deutschland. Vieles - alles ist anders. Es fängt beim Essen an und hört beim Reden auf. Und aus irgendeinem Grund war ich schon wieder in Aufbruchstimmung, obwohl ich total fertig, hundemüde und gerade erst angekommen war. Ein oder zwei Stunden später klingelte das Telefon, aber ich war einfach zu faul, aufzustehen, weshalb Mum es mir kurzerhand hoch brachte. Normalerweise intressierte es mich herzlich wenig, wenn jemand auf dem Festnetzt anruft (wenn, dann erreicht man mich entweder über Skype oder auf meinem Handy).  "Ich dachte du kommts erst nächste Woche wieder!" schrie mir jemand entgegen. Ich hielt den Hörer ein bisschen von meinem Ohr weg, da ich etwas Angst um mein Trommelfell hatte. "Ich freu mich auch, von dir zu hören." meinte ich sarkastisch, als sich meine Tante Liz wieder beruhigt hat. "Herzlich willkommen zurück." meint sie dann etwas leiser. "Danke." gab ich zurück. Dann quatschten wir über Dies und Das, den Flug und ihre neue Wohnung. "Ich würde gerne noch was Ernsters mit dir reden..." bevor ich den Satz zu Ende sprechen konnte, rief sie mir dazwischen. "Du bist schwanger!? Oh Gott, ich bin noch nicht so weit, Großtante zu werden. Dafür bist du doch noch viel zu jung!" - "Was??? Das hab ich doch gar nicht gesagt! Ich bin vieles, aber nicht schwanger!" stellte ich klar. Ich hörte ein erleichtertes Seufzen am anderen Ende der Leitung. "Zum Glück. Sonst würde ich mich schon so alt fühlen." sagt sie. Ich musste lachen. "Also, du willst über deinen Umzug reden. Wann soll's denn losgehen?" fragt sie. Ich musste schlucken. "W - woher weißt du das?" frage ich und meine Kehle schnürrte sich unangenehm zu. Bis jetzt hatte ich noch mit niemanden darüber geredet. Hat sie einfach nur geraten? Oder war es doch so offensichtlich? Oh Gott, wissen meine Eltern denn auch schon darüber Bescheid?! Ich bin sowas von tot! "Kleines, das war ein eindeutiger Fall, spätestens als du mir zum zehnten Mal 'ne SMS geschrieben hast, wie cool du das mit der eigenen Wohnung doch findest." Und bevor ich fragen konnte, antwortete sie auch schon. "Nein, ich hab meiner Schwester noch nichts davon gesagt, hab ich auch nicht vor." Mir wurde wieder Einmal bewusst, wie verdammt gut sie mich doch kannte, ob ich wollte oder nicht. Ich erzählte ihr also genau, wann ich beschlossen hatte Auszuziehen und dass ich unbedingt nach Berlin will.

Für mich ist Berlin meine Heimat. Ich wurde dort geboren und dort fühle ich mich auch am Wohlsten. "Wird nur schwer, Mum und Dad das schonend beizubringen, ohne das sie komplett ausrasten. Ich meine, ich war jetzt ein Jahr weg, da kann ich es ihnen doch nicht antun sie gleich wieder zu verlassen - endgültig." Ich hörte Liz' empörtes Schnauben am anderen Ende der Leitung. "Die sollen sich Mal nicht so anstellen, du bist schließlich erwachsen und kannst auf dich selbst aufpassen. Außerdem bist du ganz und gar nicht der Mensch, der in einem kleinen Dorf versauern wird. Und wenn ich höchstpersönlich dafür sorgen muss." Ich muss ein bisschen grinsen, aber das brachte mich jetzt echt nicht weiter. Ich hab meine Eltern lieb - echt sie sind die Tollsten - aber schon als sie wegen meinem Auslandsstudium Alarm of Doom gemacht haben, hätte ich sie an die Wand klatschen können. "Danke, das ich echt lieb, aber das löst mein Problem nicht. Vielleicht fällt mir nachher ja noch was ein. Ich meld mich die Tage Mal wieder und..." doch bevor ich das Gespräch beenden konnte, schrie sie: "Ich habs!" ich ließ vor Schreck fast den Hörer fallen. "Was hast du?" fragte ich. "Na die Lösung!" entgegnet sie. "Was hälst du davon, zu mir zu ziehen." Für einen Moment herrscht Stille zwischen uns. Als ich nichts erwiederte, meinte sie vorsichtig: "Ich meine, ich hab genug Platz, auch wenn in der Wohnung noch ein bisschen was gemacht werden muss. Und du müsstes für das Studium nicht täglich pendeln. Und ich kann dir hier alles zeigen. Du könntest dir hier auch einen Nebenjob suchen und..." sie brauchte gar nicht versuchen mich zu überzeugen. "JA!" rief ich. Mein Herz flatterte und meine Hände wurden vor Aufregung ein bisschen feucht. "Echt jetzt?" fragte sie, selbst wohl überrascht, mir nicht noch eintausend Pro-Argumente auftischen zu müssen. Meine Gedanken kreisten in Lichtgeschwindigkeit und mir wurde ein bisschen schwindlig, als es mir im ganzen Ausmaß bewusst wurde. Ja, das war auf jeden Fall eine Lösung. Dann schoss mir ein einzelner, klarer Gedanke durch den Kopf: Ich ziehe nach Berlin!

Nachdem ich noch eine Weile mit meiner Tante telefoniert hatte, legte ich mir die richtigen Worte zurecht, mit dennen ich die Ansprache für meine Eltern halten wollte. Das war nicht so einfach, wie es sich anhörte. Meine Müdigkeit war wie weggeblasen, obwohl ich seid 26 Stunden wach war. Es war kurz vor elf, als ich das Schlafzimmer meiner Eltern stürmte und die Beiden regelrecht mit der Nachricht meines Umzugs überfiel. Glaubt mir, es wurde eine hitzige Disskussion, aber nachdem Mum mit Liz telefoniert hatte und Diese ein (okay, vielleicht war es auch mehr als nur eins) gutes Wort für mich einlegte, war die Sache so gut wie geritzt. Meine Tante organisierte irgendwie innerhalb von wenigen Stunden einen Transporter und ehe ich mich versah, saß ich in meinem Zimmer und musste mir überlegen, was ich eigentlich mit nehmen und was ich hier lassen wollte. Ich entschied mich dafür, alles außer mein Bett so zu lassen, wie es war. Nur meine Klamotten und so Zeugs wie Fotos, Deko und Souveniers würden sonst noch mitkommen. Von meinen Anziehsachen würde ich trotzdem nicht allzu viel mitnehmen, weil ich 

1. nur begrenzt Platz hatte und

2. ich aus einem absolut beschissenen Grund vor vier Monaten nochmal einen Wachstumsschub mit 22 (!) bekommen habe (fragt mich nicht warum).

Eigentlich dürfte ich mich deswegen nicht beschweren, weil ich zuvor gerade mal 1,63 groß war und ich mich darüber immer aufgeregt hatte. Jetzt bin sieben fabulöse Zentimeter länger geworden und irgendwie verdammt stolz darauf. Das mir deswegen seit etwa vier Monaten über die Hälfte meiner Sachen nicht mehr passte, war dabei nur ein unangenehmer Nebeneffekt, der sich mit ein, zwei Shoppingtouren wieder regeln lassen würde. Liz tauchte mitsamt des weißen Vans und einem Haufen Umzugskartons am darauffolgenden Tag auf und wir begannen, mein Zimmer auszuräumen. Zusammen dauerte es nur weitere 24 Stunden um mein Zeug in die Kisten zu packen und in den Transporter zu schleppen. Es war schon seltsam, in einem fast leeren Zimmer zu schlafen und das auch noch nur auf der Matratze, weil mein Bettgestell samt Lattenrost schon im Kofferraum des Vans standen. Liz pennte in meinem Zimmer auf der Luftmatratze, damit wir am nächsten Morgen so früh wie möglich aus dem Haus kamen. Es fühlte sich geil und beschissen zugleich an, so spontan und ein bisschen überstürzt umzuziehen. Ich meine, ich hatte das schon länger in Planung, aber das es dann doch so schnell ging, bereitete mir Bauchschmerzen.

Aber, nun ja, jetzt lehne ich am Transporter, der vor einem relativ neuen Haus in Berlin Friedrichshain nahe der Grenze Mitte geparkt hat. Ich stehe vor meinem neuen Zuhause.


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Hi (^.^)/

Das hier ist meine erste FF - also meine erste Geschichte überhaupt auf Wattpad. Ich hoffe, sie gefällt euch bis jetzt, auch wenn nicht so sonderlich viel passiert ist.

Ich freue mich immer über Kommentare und Likes und vor allem (konstruktive!) Kritik. Und wenn euch irgendein Fehler (bei meiner grandiosen Rechtschreibung -.-') auffällt, einfach schreien und in die Kommens schreiben.

Danke schonmal im vorraus.

LG Muffin

BERLIN - fucking awesome (LeFloid FF)Where stories live. Discover now