Kapitel 23

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POV. Jane

Auf dem Brief steht kein Name. Überhaupt ist es das erste Mal, dass ich einen Brief bekomme. Aber wer kennt meine Adresse? Vorsichtig öffne ich den Brief. Kurz sehe ich zu Sofia. Neugierig steht sie gegenüber von mir. 

Liebe Jane Blue

Da Ihre Mutter gestorben ist und Sie deshalb alleine sind, muss sich ihr anderer Erziehungsberechtigter um Sie kümmern. Deshalb bitten wir sie, bei ihrem Vater einzuziehen, da er ihr anderer Erziehungsberechtigter ist. Falls das nicht der Fall sein sollte, werden wir das Gerichtlich vereinbaren. In ein paar Tagen werden wir jemanden vorbei schicken und es kontrollieren lassen.

Viele Grüße.

Mit weit geöffnetem Mund starre ich auf das weiße Papier. Mein Leben wird von Tag zu Tag besser und besser. "Von wem ist der Brief?" Ohne was zu sagen gebe ich ihn Sofia. "Willst du denn zu deinem Vater?" Ich schüttel den Kopf. Nie im Leben würde ich zu meinem Vater wollen. Wegen ihm habe ich mich so verändert. Ich wollte immer in einer glücklichen Familie Leben, doch er hat alles kaputt gemacht. "Gut, dann versuche ich mal herauszufinden was man bei einer solchen Situation machen kann" sagt Sofia. Im selben Moment kommt Niall die Treppe runter gerannt. Er hat heute verschlafen. Wir verabschieden uns von Sofia und gehen zum Bus. Warum haben meine Eltern sich eigentlich getrennt?  Ich kann mich fast an nichts aus meiner Kindheit erinnern. Ich kann mich an fast nichts erinnern, was ich mal mit meinem Vater unternommen habe. Er hat früher viel gearbeitet und hatte deswegen nie viel Zeit für mich gehabt. Als ich jeden Morgen in den Kindergarten kam, sah ich wie Väter ihre Kinder dort hin brachten und ich musste immer alleine gehen. Manchmal hat mich meine Mutter gebracht, doch Beide mussten viel arbeiten. Abends als sie von der Arbeit kamen, musste ich schon ins Bett und konnte nie viel mit ihnen Reden oder was unternehmen. An Wochenenden schickten sie mich zu meinen Großeltern. Dort musste ich Stricken und mit alten Leuten Samstag abends Bingo spielen gehen. 

*Flashback*

"Du bist schon wieder heute so spät von der Arbeit nach Hause gekommen" Von unten höre ich laute Stimmen. Schnell steige ich aus meinem Bett und stelle mich an die Treppe, um mehr hören zu können. Unten stehen meine Eltern und unterhalten sich. Meine Mutter hat die Arme vor der Brust verschränkt und mein Vater fährt sich durch die Haare. "Ich habe halt viel zu tun" Meine Mutter geht einen Schritt auf ihn zu. "Ist das da ein Knutschfleck?!" sie wird lauter. Was ist ein Knutschfleck? "Wo warst du wirklich?" Sie klingt wütend. "Schatz es ist nicht so wie es aussieht" Warum wird Mama sauer? Ich verstehe gar nichts. "Wer war es? und wie lange läuft das schon?" Nun klingt sie traurig. "Sag es doch!" Sie wischt sich eine Träne weg. Mein Vater kommt näher und will sie umarmen, doch sie schubst ihn weg. "Sag es mir doch endlich"  okay ich habe mich entschieden sie ist eine Mischung aus Traurig und Sauer. "Es ist meine Assistentin" "Wie lange läuft da schon was?" Mein Vater hielt sich kurz auf die Stirn. Er sieht nervös aus.  "Seit ein paar Wochen"  Nun weint Mama noch mehr. Hat Daddy eine neue Freundin? "Ist dir klar, das du da oben eine kleine Tochter liegen hast. Warum tust du uns so etwas an?" Meine Mutter wartete gar nicht auf die Antwort. Mit schnellen Schritten läuft sie die Treppe hoch. Mein Vater ihr hinterher. So schnell ich kann renne ich zurück in mein Zimmer. Die Tür lasse ich etwas auf. Damit ich gucken kann, was sie tun. Sie gehen ins Schlafzimmer rein. Ich höre wie meine Mutter eine Tasche raus holt und den Schrank öffnet. "Schatz was machst du da?" "Nenn mich nie wieder Schatz. Ich bin nicht mehr dein Schatz." Sie will schreien, aber versucht wegen mir nicht zu laut zu sein. Dann gehen sie wieder die Treppe runter. Als sie unten angekommen waren, stelle ich mich erneut an die Treppe. "Warte doch, was machst du da?" Meine Mutter sagt nichts, sondern öffnet die Tür. Sie schmeißt die Tasche raus. "Geh!" Mein Vater guckt sie verwirrt an. Er hätte diese Reaktion meiner Mutter bestimmt nicht erwartet. "Ich habe gesagt GEH! Ich will dich hier nicht mehr sehen" Mein Vater wollte gerade was sagen, als meine Mutter ihn raus schubst. "Bitte verzeih mir. Ich liebe dich doch" Meine Mutter schüttelt den Kopf. Als sie in endlich raus hatte, drückt sie die Tür zu und lehnt sich gegen die Tür. Sie guckt hoch zur Treppe und entdeckt mich. Ihre Augen weiten sich. Sie steht auf und kommt zu mir hoch. "Mom wo ist Papa hingegangen?" Hoffentlich kommt er wieder. Schließlich werde ich ihn sehr vermissen. "Schätzchen ich weiß nicht wie ich dir das sagen soll, aber dein Vater und ich wir werden uns trennen" Tränen rollen ihre Wange runter. "Es tut mir so Leid mein Liebes" Sie nimmt mich in den Arm und küsst mich auf den Kopf. 

Change your life 1,2,3Where stories live. Discover now