Chapter 1

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Ich bin  nun seit 43 200 Minuten in Irland, das heißt seit ziemlich genau einem Monat. Jeder behauptet immer, dass man sich bei einem Austauschjahr total schnell einlebt. Falsch! Ich habe bis jetzt weder Freunde noch habe ich mich bei meiner Gastfamilie eingelebt. Klar, man kann wenn es überhaupt nicht geht zu einer anderen Familie wechseln, aber ganz ehrlich will ich das nicht. Ich hasse es Aufmerksamkeit zu erregen. Schon bei mir zu Hause in Österreich bin ich nie aufgefallen. Nicht einmal meine Familie hat es interessiert wie es mir geht, denn es gab ja noch meine supertolle große Schwester die perfekt war. Wunderschön, Modelmaße, schlau, beliebt, wie gesagt einfach perfekt. Und dann gab es noch mich: Hanna. Klein, normale Maße (was an sich ja nicht schlimm ist aber trotzdem), unbeliebt, keine Freunde. Tja das bin ich das kleine graue Mäuschen mit dem niemand etwas zu tun haben will. Ich dachte in dem ich für ein Jahr nach Irland gehe könnte ich meinen Problemen von zu Hause aus dem Weg gehen, aber sie scheinen mich zu verfolgen. Auch hier will sich niemand mit mir abgeben. Nach einem ganzen Monat bin ich immer noch als „die Neue" bekannt.

„ Eh Hallo?! Jemand anwesend?"  „Oh ja tut mir leid", stottere ich. „ Also was wollen sie bestellen?", fragt mich die Kassiererin verständnisvoll. Wie immer bestelle ich mir einen Chai Latte mit extra viel Schaum. Ich nehme meine Bestellung entgegen und will auch schon wieder aus dem kleinen Café verschwinden als ich gegen eine harte Brust laufe. Ich entschuldige mich leise ohne auch nur die Person anzusehen in die ich gerade gelaufen bin. War ja klar, dass mir so etwas passiert. Wenigstens hab ich mein Getränk nicht über den Unbekannten übergossen. Das wäre mal wieder typisch ich. Sowas passiert mir andauernd.

Als ich bei meiner Gastfamilie ankomme, sind diese gerade beim Essen und da keiner auch nur auf die Idee gekommen wäre auf mich zu warten, bis ich von der Schule nach Hause komme, gehe ich geradewegs in „mein Zimmer". Glücklicherweise hat meine Gastfamilie ein großes Haus, sodass ich mir das Zimmer nicht mit meiner unausstehlichen Gastschwester Kimberly teilen muss. Sie ist genauso wie eine von den Plastics aus Mean Girls. Jeder glaubt, dass solche Mädchen nicht existieren.  Aber ich muss euch enttäuschen. Es gibt sie wirklich! Und für solchen Mädchen bin ich ein gefundenes Fressen.

Ich hole meine Schulsachen zu mir ins Bett, aber... Halt! Wo ist mein Planer hin?! Ich durchsuche meine ganze Schultasche, und obwohl ich weiß, dass ich ihn vorhin in der Schule noch hatte stelle ich mein ganzes Zimmer auf den Kopf. Ohne meinen Planer bin ich aufgeschmissen. Also gehe ich zu meiner Gastfamilie und frage ob jemand von ihnen meine Planer gesehen hätte, aber wie zu erwarten, hat keiner eine Ahnung. Aber der kann sich doch nicht in Luft auflösen, oder? Und da fällt es mir wieder ein. Ich muss ihn bei dem Zusammenstoß mit dem unbekannten im Café verloren haben. Jetzt muss ich nochmal dorthin zurück um zu fragen ob er dort liegengeblieben ist. Ich muss mich beeilen denn in einer halben Stunde schließt das Café. Aber auch dort hat niemand meinen Planer gefunden. OK der ein oder andere von euch wird sich denken warum ich wegen einem Planer so ausraste, aber für mich ist das Ding wirklich wichtig, denn dort sammle ich auch hin und wieder meine tiefgründigen Gedanken. Ich weiß, dass es nicht die schlauste Idee ist es in einen Kalender zu schreiben aber so bin ich nun mal. Niemand hat mich bis jetzt wirklich durchschaut, nicht mal ich selbst.

Als ich frustriert zu Hause ankomme schnappe ich mir zuerst meinen Laptop um zu gucken ob sich meine echte Familie bei mir gemeldet hat. Fehlanzeige! Seit einem Monat hat sich nicht einer von ihnen bei mir gemeldet. Ich weiß, dass es ihnen gut geht, das sehe ich auf den verschiedensten social Media Seiten. Ich kann sehen WIE gut es ihnen ohne mich geht, es sieht so aus als ob sie es richtig Genießen würden, dass ich nicht bei ihnen bin. Das schwarze Schaf in meiner Familie zu sein ist echt hart. In meiner Familie muss immer alles perfekt sein und das bin ich nun mal nicht und werde es auch nie sein.
Ich lege mich schon um halb 10 ins Bett, was für mich echt extrem früh ist. Relativ schnell schlafe ich ein und falle in eine tiefen, traumlosen Schlaf.

Ich werde um 6:30 Uhr aus dem Schlaf gerissen. Total müde und verwirrt schleppe ich mich ins Badezimmer, das am Ende des Flurs liegt. Als ich in den Spiegel sehe, merke ich, dass ich mich gestern nicht abgeschminkt habe und jetzt aussehe als ob ich gerade von den Toten auferstanden wäre. Jedoch nichts, dass ich nicht mit Concealer abdecken könnte. Ich putze mir die Zähne, schminke mich dezent, ziehe mich an und mache mich auf den Weg zum Bus. Ich frühstücke nicht. Habe ich nie, werde ich nie.

Der Unterricht zieht an mir vorbei, ohne dass ich wirklich etwas mitbekomme. Noch vier Stunden dann ist endlich Wochenende! Eine weitere Stunde vergeht ohne dass ich wirklich registriere was rund um mich geschieht.

Ich sitze gerade im Geschichtsunterricht als es an der Tür klopft und eine Person den Kopf durch den Türspalt steckt, von der niemand gerechnet hat. Vielleicht sollte ich noch kurz erwähnen, dass ich in Mullingar auf Austausch bin. Jaguut jetzt könnt ihr euch sicher schon denken wer in der Tür stand. Richtig! Niall fucking Horan. Alle aus der Klasse sind plötzlich total still und starren nur den One Direction Blondie an. Jeder ist aufgeregt. Jeder abgesehen von mir. Niall geht zum Lehrerpult und flüstert unserer Geschichtelehrerin was zu. Diese nickt nur. Niall sieht mir direkt in die Augen und sagt: „Hanna? Kommst du mal bitte kurz mit mir nach draußen?". Ich bin verwirrt. Was will er von mir?! Jedoch stehe ich auf und gehe auf die Tür zu, als ich mich noch mal zur Klasse umdrehe sehen mich alle mit einem Blick an der alles aussagt.  Und zwar was Niall Horan von einem unbeliebten hässlichen Mädchen wie mir will.

Ehrlich gesagt hab ich keinen Bock darauf mit ihm zu reden. Meiner Meinung nach bekommen die Boys zu viel Aufmerksamkeit von der ganzen Welt. „Also?", frage ich um dem Ganzen ein schnelles Ende zu bereiten. Verwirrt von meiner Reaktion auf ihn antwortet er: „ Ja eh also du ehm bist mir gestern in dem kleinen Café reingerannt und eh dabei hast du deinen Planer verloren. Ich wollte ihn dir persönlich geben um sicher zu gehen, dass er auch ankommt.". „Oh danke echt lieb von dir. Ich muss aber jetzt wieder in den Unterricht zurück.", sage ich schnell und lasse ihn stehen ohne mich auch nur einmal nach ihm umzudrehen.


Jaaaa das war der erste Teil meiner allerersten FF! Ich hoffe euch gefällt die Story, im Moment kommt zwar Niall noch nicht so oft vor, weil wegen Vorgeschichte undsoo aber das wird sich in den nächsten Kapiteln ändern ;)

fightin' for || N.HStories to obsess over. Discover now