Jedes Mal wenn ich an diese Geschichte denke könnte ich mich wieder zu Nielson auf's Kissen schmeißen und ihm heulend erzählen, was in mir vorgeht.
Zwei Tage nachdem ich alles herausfand saß ich auch bei ihm , bei meinem Schmuseköter Nielson. Mein bester Freund und Begleiter.Verheult suchte ich bei ihm eine Erklärung dafür ,dass meine Eltern mir nie gesagt hatten ,dass ich eine Schwester habe, sagen wir mal hatte,denn sie ist tot.
Am 23.03.2015 kam unser Postbote und übergab mir einen Brief.man muss dazu sagen, ich kriege nie, wirklich nie einen Brief. Ziemlich verwundert sage ich Danke und öffne den Brief der aus New York kommen soll. Eine Einladung zu einer ... Beerdigung einer Frau die mir unbekannt war. Mir wurde mulmig und ich sprach meine Eltern auf die Einladung an. Mein Vater reagierte vollkommen stumpf aber zögerte etwas: ,,Kenn ich nich."Doch meine Mutter verschwand nichts sagend und erschüttert, nach kurzer Zeit in ihrem Zimmer. Das kam mir alles schon total komisch vor, aber ich versuchte es weiter. Ich ging in der Nachtbarschaft herum und fragte viele Leute, ob sie diese Person kannten. Doch alle Antworten schienen verwirrt. Manche sahen den Namen auf der Einladung und schlossen einfach die Tür, manche vollkommen verwirrt und bekamen kaum ein Wort heraus und manche reagierten einfach so stumpf wie mein Vater. Ich verstand das alles nicht, was war das für eine Person. Ich war so durcheinander und wollte schon nach Hause, bis mich ,mir unbekannte Nachtbarn herein baten. Ohne sie zu kennen ging ich hinein. Die Nachbarn hießen Mr. Und Mrs. Flinson und ihre Tochter hieß Annne.Sie baten mir zuerst Tee oder Kaffee an, vielleicht um mich zu beruhigen. Sie setzen sich mit mir an den Tisch und Mr. Flinson sagte zu mir:
,, Wir dürfen das eigentlich nicht aber irgendwann muss auch diese Geschichte ans Licht geführt werden. Edda, hast du vielleicht mal auf den Nachnamen dieser Frau geachtet? Sie hat den gleichen, diese Frau heißt Allyce Stin. Edda, das ist deine Schwester."
In diesem Moment gingen mir die verrücktesten Gedanken in meinem Kopf herum. Meine Schwester ? Ist das ein blöder Scherz? Was wenn das Ihr Ernst ist? Was war der Grund ,dass ich meine Schwester nie kennengelernt hatte, was war zwischen ihr und meinen Eltern passiert? Mir wurde klar warum alle so überrascht und durcheinander wirkten. Die ganze Nachtbarschaft wusste Bescheid, nur ich nicht. Doch warum haben meine Eltern so unterschiedlich reagiert?
,, Alle wissen es, doch dein Vater drohte allen das es uns leid tun wird wenn du das erfährst.
Dann stieß Mrs Flinson dazu und brachte den Kaffee. ,, Ich hoffe nur das es richtig war dir davon zu erzählen. Du musst einfach wissen, dass dein Vater nicht der Mann ist, für den du ihn hältst!"
,, Was ist passiert? Warum war meine Schwester in New York? Warum wusste ich nichts von ihr ? Warum wurde etwas vor mir geheim gehalten?"
,,Das ist eine längere Geschichte Edda... Als deine Familie hier eingezogen ist waren wir alle glücklich endlich neue Nachbarn zu bekommen. Deine Schwester war damals schon 8 Jahre alt. Sie ging dann mit unserer Tochter in eine Klasse. Sie verstanden sich großartig. Sie trafen sich fast jeden Tag und ihre Freundschaft wurde immer größer und stärker. Natürlich erzählten sie sich auch Geheimnisse, doch die waren in den jungen Jahren noch ziemlich unbedeutend. 4 Jahre vergingen wie im Flug, doch an einem Wochenende hatten sich die beiden verabredet um zu übernachten. Da kommst du ins Spiel Edda. Allyce erzählte uns allen,dass sie eine Geschwisterchen bekommen wird. Sie war so überglücklich! Doch noch bevor als du zur Welt kommen solltest hatten deine Eltern einen großen Streit. Keiner uns weiß was dein Vater gemacht hat aber es kann nichts sonderlich Gutes für deine Mutter gewesen sein. Deine Mutter wollte sich von deinem Vater trennen, doch sie hatten dich. Sie wollten wie es aussieht nicht, dass du mit geschiedenen Eltern aufwächst. Deine Väter muss ihr gedroht haben, wahrscheinlich hat er deine Mutter auch geschlagen und vielleicht sogar schlimmeres. Deine Mutter war auf jeden Fall noch vor deiner Geburt mehrmals im Krankenhaus. Sie meinte immer,dass sie hingefallen sei oder, dass sie wegen zu wenig Vitaminen in Ohnmacht gefallen sei. Sie hatte andauernd blaue Flecke und einmal musste sie sogar im Gesicht genäht werden. Ich will nicht wissen was deine Mutter alles durchmachen musste. Zu der Scheidung ist es jedenfalls nie gekommen."
Ich sah meinen Vater in einem vollkommen anderen Licht. Ich könnte mir einfach nicht vorstellen, dass mein Vater ein solcher Mensch ist!
Deine Schwester wusste auch nichts davon was deiner Mutter wirklich angetan wurde. Das hat sie uns noch erzählt als sie sich mit Anne getroffen hat. Sie sagte, dass sie die beiden belauscht hat. Ich habe vergessen worum es genau ging, aber es war wohl ein heftiger Streit darum wie sie die Ehe weiterführen wollen wenn du auf die Welt kommst, es war schließlich nicht mehr lang hin. Allyce hörte nur einen heftigen Schlag und wusste genau was los war. Sie schlich sich aus eurem Haus zu uns und hat uns alles erzählt. Sie war so verwirrt, sie hat geweint und hat sich garnicht mehr beruhigt. Und dann warst du auch schon da. Natürlich waren deine Eltern überglücklich, obwohl sie so viel Ärger hatten. Natürlich kann ich dir nicht sagen was in der Zwischenzeit passiert ist. Du wurdest älter und deine Eltern taten immer noch einen auf ,, Happy Family " vor dir und deiner Schwester, doch sie wussten ja nicht, dass deine Schwester genau Bescheid wusste. Doch deiner Mutter ging es immer schlechter und das war offensichtlich. Deine Schwester nahm an, was dein Vater getan hatte und sprach ihn darauf an. Das forderte nicht nur Mut, denn dein Vater fand es unverschämt wie sie mit ihm geredet hat. Er konnte es noch nie ab wenn man ihm die eigene Meinung geigt. Sie bekam als Tochter jedoch nicht nur einen Schlag ab. Dein Vater war der Meinung, dass sie sich das bei ihm nicht erlauben darf. Ich weiß nicht wie aber sie ist irgendwie aus eurem Haus gekommen und zu uns gelaufen. Sie hat uns erzählt was dein Vater gemacht hatte. In der Zeit waren wir ihre einzigen Ansprechspartner. Entschuldige mich einmal kurz."
Sie verließ schluchzend den Raum. Ich denke es war einfach zu viel für sie in diesem Moment. Mr. Flinson sagte zu mir: ,, Edda, möchtest du vielleicht morgen wiederkommen? Es ist ja jetzt schon spät, wir reden morgen weiter ok ?
,, Ja kann ich machen ... ehmm... Danke für den Kaffee und die Kekse. ... Bis morgen."
Als ich aus der Tür war wusste ich garnicht mehr was ich machen sollte.Ich war vollkommen durcheinander. Ich wusste garnicht mehr was ich jetzt über meinen Vater denken sollte und ob ich ihm überhaupt noch in die Augen gucken kann. Meine Mutter, sie macht das schon so lange durch. Aber ich durfte mir doch nicht anmerken lassen, was hat mein Vater bloß unseren Nachbarn gedroht?
Es war nur ein kurzer Weg zu unserem Haus. Ich nahm den Schlüssel aus der Hosentasche, atmete tief ein und öffnete unsere Haustür
,, Hallo, bin wieder da! "
Meine Mutter war die erste die auf den Flur gelaufen kam und mich in den Arm nahm
,, Wo warst du mein Schatz ? Wir haben uns schon Sorgen gemacht !
Ich musste mir schnell etwas einfallen lassen ...
,, Ich bin nur kurzfristig zu Yasmina gegangen." ,das war eine Freundin von mir.
,, Na dann ist ja alles gut. Hast du schon gegessen ? Warte ich mach dir schnell was."
,, Nein danke Mama, ich hab kein Hunger. Kann ich nach oben gehen, ich bin echt müde."
,,Natürlich mein Schatz. Gute Nacht " und drückte mir ein Küsschen auf die Stirn. Sie hatte immernoch den Wunsch das ich noch eine Grundschülerin war, doch sie wusste genau, dass ich schon 21 war. Ich ging nach oben, schmiss meine Tasch wund meinen Schlüssen neben die Tür und schmiss mich in mein 2 Meter mal 2 Meter Bett auf das ich wirklich stolz war. Ich dachte den ganzen Abend nur über eins nach, was sollte ich auf die Beerdigung antworten und was war das Entscheidende, dass meine Schwester abgehauen ist?
Am nächsten Morgen, stand ich schon um 8 Uhr auf und frühstückte, damit ich aus dem Haus war bevor meine Eltern wach waren. Ich ging sofort zu den Flimsons um den Rest der Geschichte meiner Schwester zu erfahren. Zum Glück war die Familie schon wach und ich frühstückte nochmal mit ihnen.
,, Wo waren wir gestern stehen geblieben?" fragte Mrs. Flinson und schaute dabei ziemlich müde ihren Mann an.
,, Das sie zu uns gekommen ist und uns..."
,, Ach ja, ich weiß. Sie kam und erzählte uns was passiert war und was dein Vater gesagt und gemacht hatte. Sie hatte ihrem Vater gesagt, dass sie Bescheid wusste was er deine Mutter angetan hatte und, dass er deine Mutter betrogen hatte. Ab dem Tag kam deine Schwester nicht mehr zu uns. Ich denke, dass er sie eingeschlossen hat. Sie war 2 Wochen lang nicht zur Schule gegangen, doch dein Vater schrieb in eine Entschuldigung, dass sie sehr schwer krank war, doch das kann nicht gestimmt haben. Ich denke er hat sie einfach eingesperrt aber was anderes weiß ich nicht."
,, Aber warum ist Allyce denn in New York gewesen? " fragte ich.
,, Sie konnte nicht mehr. Es ist unfassbar wie lange sie durchgehalten hat. Sie hat bis sie 18 Jahre alt wurde sparte sie ihr Taschengeld, das Geld von ihrem Job als Kellnerin und das was sie noch auf ihrem Konto hatte um ein Ticket nach New York zu bekommen und um dort ein neues Leben anzufangen. Hatte schon lange den Traum nach New York zu ziehen. Sie wusste genau, dass du dich nicht an sie erinnern würdest. Sie ging zu deiner Mutter um ihr davon zu erzählen, was sie vor hatte. Deine Mutter ging es schlecht und sie wusste genau wie es deiner Schwester ging. Mit schweren Herzens gab sie deiner Schwester ihr Einverständnis, obwohl sie ja noch nicht mal eins gebraucht hätte. Ich denke sie wollte einfach wissen, dass das für deine Mutter in Ordnung ist.
Allyce verabschiedete sich von ihren Arbeitskollegen, den Nachbarn, der Verwandschaft, Freunden, von uns und zuletzt zu dir und deiner Mutter.
Edda, schau mal dein Armband an das du so schön findest, das kleine rosane,das hat dir deine Schwester geschenkt als sie gefahren ist. Sie wollte, dass du etwas von ihr hast. Deinem Vater hinterließ sie einen Brief, den jedoch niemand kennt. Was in ihm steht kann ich dir nicht sagen. Sie hat sich leider nach dem 1. Jahr in New York nie wieder gemeldet."
,, Edda,..." sagte Mr. Flinson ,, Du musst etwas ändern. Du bist schon 21, du bist noch nicht rumgereist. Mach was sinnvolles und fahr nach New York, irgendwer muss doch wissen was Ally in New York gemacht hat was ihr Ziel war, was ihr passiert ist, dass es zu sowas gekommen ist. Besorg dir ein Ticket und geh zu dieser Beerdigung. Das ist der einzige Rat den ich dir geben kann. Mach was aus dieser ganzen Geschichte! "
Ich ging nach Hause. Was Mr. Flinson gesagt hatte bereitete mir Bauchschmerzen. Ich hätte nichts zu verlieren. Doch wie sollte ich das meinen Eltern erklären, vorallem meinem Vater, sie wussten ja noch garnicht was ich in den letzten Tagen erfahren hatte. An diesem Tag lag ich die ganze Zeit in meinem Bett und überlegte, doch ich hatte mir selbst nicht angemerkt, dass mein Beschluss schon lange fest stand.
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Wie ein Traumschloss ohne Schlüssel
RandomEdda Stin, ein vollkommen anderes Mädchen, ein brauner Lockenkopf mit einer Persönlichkeit die man so noch nicht kennt, anderer Style, andere Interessen und eine außergewöhnliche Lebensgeschichte. Edda lebt in ihrer eigenen Welt bis sie eines Tages...
