Teil 1

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„kommt jetzt!" Josys feuchtes Gesicht war schreckerfüllt. Sie wischte über ihre Augen und vermischte Tränen und Regen. „bitte!" bat sie uns fast flehend und ihre Finger verkrampften sich in einander. „na los!" ihre Stimme klang zittrig, brach und war kaum mehr als ein flüstern über dem prasselnden Regen. Das grelle Laternenlicht wurde von dem nassen Parkplatz und ihrem dunklen Cape reflektiert. Sie zog sich die Kapuze wieder tief ins Gesicht, konnte aber die Schwäche die sie gezeigt hatte, die in ihrer Stimme lag, damit nicht zurücknehmen. Eine Sirene ertönte. Sie öffnete den Mund um etwas zu sagen, um uns zu überreden mitzukommen. Ihre Augen waren von dem Schatten der Kapuze verborgen. Sie hatte es sich anders überlegt. Auch blaues Licht wurde von den Pfützen und ihrem nass-glänzenden Cape reflektiert als sie davon lief und die Sirenen in unseren Ohren dröhnten. Ich war wie erstarrt. Würden wir es schaffen? Zu flüchten ohne Verfolger? Noch waren wir frei. Frei! Ich wandte den Kopf zu meiner rechten. Keiner von uns wagte sich umzudrehen aber ich konnte sehen wie Miros Körper vor Zorn bebte. Neo hatte die Fäuste geballt, Regen tropfte ihm aus den Haaren auf die schwarze Lederjacke. Ich spürte wie sich ihre Wut auch auf mich übertrug. Sie hatten uns alles genommen. Die Freiheit geraubt. Meine Kiefer Muskeln zuckten. Zu meiner linken sah ich Beat mit einem fast bösartigen Grinsen im Gesicht. Er senkte den Kopf und sah über seine Schulter zurück zu einem unserer Verfloger der mit einem Schlag erblasste. Ich musste grinsen. Das Leben als Gefangener hatte jetzt ein Ende. Endlich. Ich blinzelte in den Regen und konnte Beth erkennen. Tränen der Wut rannen über ihr verzerrtes Gesicht. Aus ihren dunklen, glatten Haaren floss der Regen über ihre Schultern. Josy hätte jetzt neben ihr stehen sollen, doch eine Seite von mir verstand sie. Sie wollte nicht wieder zurück, unter keinen Umständen. Doch mir graute es mein Leben lang damit zu verbringen vor ihnen zu flüchten. Ich hörte ein Keuchen. Mein Kopf schnellte zurück zu Beth. Der Lauf eines Gewehres wurde ihr an die Schläfe gepresst. Sie wandte sich wie ein Schlange in seinem Griff. „lasst uns einfach gehen!" zischte Miro mit zusammengebissenen Zähnen zu meiner rechten in Richtung der Uniformierten. „wir werden verschwinden!" sagte ich. „und nie wieder zurückkommen!" schrie Beat verächtlich. Ich bewegte meinen Kopf leicht und musste ihnen eins lassen. Sie alle einschließlich mir hatten die Finger der linken Hand gekreuzt. Der Uniformierte der Beth im Schwitzkasten hielt sah fragend zu Matthew der hier offensichtlich das sagen hatte und lockerte seine Griff ein wenig. Matthews glattrasierter Schädel glänzte im Regen. Er wiegte den Kopf. Siegessicher grinste ich. Jedoch konnte keiner der uniformierten es sehen, denn wir drehten uns nicht zu ihnen um. Nie wieder. „nein!" erklang Mathews Stimme laut und deutlich über den Regen. Mein Grinsen entglitt mir. Dann ging alles ganz schnell. Beth biss ihrem Bewacher in den Arm und verpasste ihm ein Schlag mit ihrem Ellenbogen ins Gesicht. Er schrie auf, taumelte zurück und lies dabei die Waffe fallen. Mehrere uniformierte kamen auf uns zu gestürmt Beth warf Beat die Waffe zu. Beat schnellte zu den Bewachern herum und feuerte Schüsse in die Luft. Ein Funkeln trat in seine Augen. Ich wusste nichts konnte ihn jetzt noch aufhalten. Wir wollten frei sein. Rückwärts bewegten wir uns die Richtung in der auch Josy verschwunden war. Unsere Waffe auf die Uniformierten gerichtet. „ihr könnt uns mal!" reif Neo als wir am Waldrand angekommen waren „unser Versprechen ist damit aufgehoben!" kreischte Beth mit heiserer Stimme und lachte schallend. „hätten wir eh nicht eingehalten!" mit diesen Worten drehte sie sich um und rannte in den Wald. Dampf stieg von dem Revolver auf, den Beat fest in der Hand hielt. Langsam schmolz der Griff, der Regen verdampfte der Lauf verbog sich. Beat ließ sie selbstgefällig fallen. Die Waffe zischte als sie auf den nassen Asphalt aufkam. „wir haben es mit Frieden versucht!" Beat zuckte mit den Schultern und lächelte unschuldig dann jagte er Beth durch den Wald hinterher. Ich und Neo wandten uns ebenfalls ab und verschwendeten keinen weiteren Blick über unsere Schulter denn, wir waren FREI.

6 LASTWhere stories live. Discover now