Es war das erste mal, dass sie von zu Hause weg lief. Ihre Eltern hatten ihr verboten sich mit einer Freundin zu treffen. Aus einem so lächerlich kleinen Grund lief sie einfach raus, die Einfahrt hoch, auf den Weg der eigentlich nur aus Schotter bestand und von da aus lief Sie auf den Feldweg. Es hatte vor einigen Minuten angefangen zu regen und alle Felder waren von Nebel eingehüllt. Man konnte kaum fünf Meter weit sehen. Sie wusste nicht warum sie so heftig reagiert hatte und bekam eine riesige Panik als sie nicht mehr wusste wo sie war.Sie versuchte wieder zurück zu gehen, doch war es als würde sie nur auf einer Stelle laufen. Nun begann sie zu weinen. Sie war verzweifelt, ängstlich und verwirrt. Erschöpft ließ sie sich auf den Boden sinken und schrie ein paar mal nach ihren Eltern, doch sogar der Klang ihrer Stimme schien nicht durch den Nebel hindurch zu dringen. Nach einigen weiteren Schreien wurde sie von einem leisen Flüstern unterbrochen. Es war direkt hinter ihr und obwohl sich wohl jeder erschrocken hätte, blieb sie ruhig. Dann legte sich eine kühle Hand auf ihre Schulter und ein großes tief schwarzes Wesen trat neben sie. Es sah aus wie ein Schatten, es hatte eine Menschliche Form, aber kein Gesicht oder ähnliches. Und trotzdem wusste sie irgendwie das es sie anlächelte. "Bist du Holly?" ,fragte es und schien ihr in die Augen zu blicken. Die Stimme war nichts weiter als ein unheimlich hallendes flüstern. Es klang fast zu schwach um zu sprechen. Doch woher wusste es das? "Ja..." ,antwortete sie und langsam bekam Holly ein mulmiges Gefühl. "Du bist zu früh. Deine Kraft reicht noch nicht aus. Aber wie konntest du -" das Wesen brach ab und blickte in den Nebel als konnte es dort etwas erkennen. Holly spürte wie das Wesen unruhig wurde. Dann blickte es sie wieder an. "Na los Holly du musst jetzt wieder gehen." sagte es und half ihr hoch. "Aber wo -" das Wesen deutete in eine Richtung und ging voraus. Holly ging ihm zögerlich hinterher. Schon nach wenigen Schritten war es als würde der Nebel einfach aufhören. Holly konnte schon das Tor ihres Grundstücks sehen und wollte grade aus dem Nebel treten als das Wesen sie zurück hielt. "Wir werden uns wieder sehen Holly." mit diesen Worten war es verschwunden. Holly sah sich noch einmal suchend um doch war das wesen nirgends zu sehen. Der Nebel hinter ihr sah auf einmal aus wie eine Mauer die niemand jemals durchdringen würde. Plötzlich ertönten die besorgten Stimmen ihrer Eltern und als Holly sie erblickte lief sie ihnen erleichtert entgegen.
