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Einsam saß eine Gestalt in der Dunkelheit der Nacht auf einer Parkbank. Der Spielplatz gegenüber, der sonst vor Leben nur so strotzte, war einsam und verlassen. Genau so einsam und verlassen wie die Gestalt selbst. Leise Tränen schlichen über die Wangen des Mannes in der Lederjacke und tropften auf den kalten Steinboden. Das letzte Mal, als er an solch einem Platz gesessen hatte war er bei ihm gewesen. Er, der ihn aus der Hölle befreit und gebranntmarkt hatte. Er, dessen Anblick ihm immer fast den Atem raubte, wenn seine Augen ihm tief in die Seele blickten. Er, der sein Herz gefangen hatte. Er, den er enttäuscht und verletzt hatte. Gott, wieso hatte er es nur getan? Wie konnte er nur so dumm sein und das Wesen, das er liebte wie kein Anderes, brauchte wie die Luft zum Atmen und begehrte wie ein Verdurstender das Wasser, nur so dermaßen verletzen? Wieso nur ? Alles hätte doch so wundervoll sein können, friedlich und voller Liebe. Doch er hatte mal wieder alles zerstört. Und nun wollten die Tränen nicht aufhören zu versiegen...

*Flashback*

Als Dean das Rascheln eines Trenchcoats vernahm, legte er seinen heiß geliebten Hamburger zur Seite und wandte sich um. Cas war hier. Sein geliebter Engel war hier.
Jedes Mal machte sein Herz einen Sprung, wenn er den Diener Gottes mit den blauen Augen, die funkelten wie Diamanten und den Weiten des Himmels Konkurrenz machten, vor ihm stand. Für ihn war er das wundervollste existierende Geschöpf aller Zeiten, doch er wusste, dass er unter keinen Umständen seine Gefühle preisgeben durfte.
Denn selbst wenn der Engel ihm dieselbe Zuneigung entgegenbrachte, er würde um jeden Preis dafür bestraft werden. Engeln war es nicht erlaubt zu fühlen, parteiisch zu werden, zu lieben.
Unter keinen Umständen wollte er, dass Cas wegen ihm leiden musste. Lieber lebte er mit dem Schmerz der unerfüllten Liebe, auch wenn er wusste, dass es ihn eines Tages brechen würde. Diese Bürde nahm er gerne auf sich um seinen Geliebten zu schützen.
„Hallo Dean" begrüßte der Engel ihn freundlich und setzte ein unwiderstehliches Lächeln auf. „Tagchen Cas... Was gibt's?" fragte Dean ihn mit einem Kloß im Hals, den das Lächeln des Himmlischen verursacht hatte und größer werden ließ. Gleichzeitig hämmerte sein Herz gegen seine Rippen und sprengte schon fast den Brustkorb. Was machte Cas da nur mit ihm?
„Ich muss mit dir reden..." murmelte der Schwarzhaarige zögerlich und fuhr sich mit der Hand durch eben jene schwarzen Haare.
„Wow, mal was ganz neues!" scherzte Dean und lächelte nervös.
„Du verstehst nicht..." erwiderte der Engel „ Es geht dieses Mal nicht um einen Auftrag... Niemand hat mich geschickt... Ich...Ich bin aus persönlichen Gründen hier... Aus sehr persönlichen Gründen..."
Nun schaute er zu Boden und vergrub seine Hände in den Taschen seines beigen Trenchcoats. Sie zitterten, doch das wollte er Dean nicht sehen lassen.
Deans Blick wurde grüblerisch. Welche persönlichen Gründe konnte sein Geliebter haben, um ausgerechnet ihn aufzusuchen? Sein Puls beschleunigte sich und Aufregung machte sich breit. Er wartete darauf, dass Castiel weitersprach.
„Dean... Es gibt das etwas... das ich dir sagen muss...Es ist sehr neu für mich und ... ich weiß nicht genau, wie ich das Beschreiben soll."
Deans Herzschlag wurde rasend. Wovon zur Hölle sprach der Engel da nur? Konnte es möglich sein, dass... 'Nein, unmöglich...'unterbrach Dean seine eigenen Gedanken, und der Schwarzhaarige fuhr fort.
„Jedes Mal wenn ich... mit dir rede... oder dich nur sehe..., dann keimt etwas in mir auf... Ein Gefühl... Das Gefühl dich... dich berühren zu wollen... deinen Atem zu spüren... dich fest an mich zu drücken und... nie wieder loszulassen... Es... es macht mich verrückt... Ich... ich spiele total verrückt... Es lässt meinen Verstand einfach... einfach aussetzten und mich alle Regeln gegen die ich dann zu gern verstoßen würde... einfach nur vergessen... Anna meinte, man nennt das Liebe..." Er blickte auf und ließ seinen Blick zu Dean schweifen.
„Dean, ich... ich glaube, ich liebe dich..."
Schwer hingen die Worte aus Castiels Mund in der Luft. Dean war wie erstarrt. Fassungslos starrte er den Engel an. Er konnte nicht fassen, dass dieser ebenso sein Herz verloren hatte. An ihn. Glücksgefühlte breiteten sich in seinem ganzen Körper aus und seine Haut kribbelte. Ein Lächeln legte sich auf seine Lippen und er konnte nicht anders als Cas in die Augen sehen und den Moment genießen. Den Moment, den er wieder zerstören musste.
Auch wenn es für ihn das größte Glück wäre, das himmlische Geschöpf sein Eigen nennen zu können, so war ihm doch klar, dass er niemals sein Glück über das Wohlbefinden Castiels stellen durfte. Und dem Engel würde es definitiv schlecht ergehen, wenn jemand von ihrer Liebe Wind bekäme. So fällte er die Entscheidung, die nicht nur sein, sondern auch das Engelsherz entzwei reißen und die Seele bluten lassen würde.
Sein Lächeln verging und sein Blick versteinerte. Sein Gesicht wandte er von Cas ab.
„Das... das geht nicht Castiel... Du kannst mich nicht lieben... Du darfst nicht fühlen... Das ist falsch..." versuchte er es zunächst.
„Es ist mir egal Dean... Total egal... Ich... ich will nur noch dich..."
Es schmerzte Dean schon fast, das zu hören und dennoch liebte er die zarten Worte aus des Engels Mund.
„Aber Cas... Ich... Ich will dich nicht..." Tränen stiegen in Deans Augen auf, doch er drängte sie zurück. Nein, er durfte nicht weinen. Er musste standhaft und glaubwürdig bleiben.
„Ich... ich... liebe... dich nicht, Castiel... Du bist ein Engel... und nicht mehr... nicht mehr als ein... Freund und Helfer für mich..."
Ängstlich schaute er wieder auf. Alles was er sehen konnte, war der zutiefst verletzte Blick des Schwarzhaarigen vor ihm. Nie würde er ihn vergessen können. So viel Schmerz und Trauer lag darin, dass er seinen Blick wieder abwenden musste, um nicht sofort die Tränen frei zu lassen.
„Es tut mir Leid..." flüsterte er in die schmerzverhangene Luft, die den Raum nun erfüllte.
Als er dann das Rauschen von Flügeln warnahm, ließ er den Sturzbächen seines blutenden Herzens freien Lauf.
Er wusste, dass der Engel nicht wiederkommen würde. Zu tief hatte er ihn verletzt.
Er brauchte Luft. Musste dem Raum entfliehen, in dem noch immer der Schmerz des Engels hing. Und so ging er. Rannte hinaus in die Nacht.

*Flashback Ende*

Happy End ?Stories to obsess over. Discover now