Teil 1

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Mary Pov:

Keuchend lehnte ich mich gegen die verdreckte Hauswand hinter mir und schaute mich in der engen Gasse um.
Ein Platschen riss mich aus meinen Gedankengängen, etwas Feuchtes tropfte mir auf die Schulter.

Es roch nach... Fisch.
Alter vergammelter Fisch.
Ich fasste auf meinen Hut und zog einen abgetrennten Fischkopf herunter.
Angewidert schmiss ich ihn auf den Boden. Also Port Royal war ja noch nie wirklich sauber, aber das war wirklich außergewöhnlich.

Ein Mauzen erklang und etwas strich um meine Beine. Mein Blick fiel auf den Boden, wo ich eine zerzauste, schwarze Katze erblickte.
Na das hatte mir jetzt noch gefehlt.
Noch mehr Pech hatte ich doch heute nicht mehr verdient.

"Kusch", ich versuchte die Katze mit wildem Herumgefuchtel von meinen Beinen zu verscheuchen,
doch das schien sie noch mehr anzuziehen, woraufhin sie sich mit einem herzhaften "MIAU" auf meine Stiefel schmiss und ihre Krallen in mein Bein versenkte.

Ich gab einen Schmerzenslaut von mir und bückte mich, um die Katze von meinen Beinen zu ziehen.
Von links hörte ich ein erbostes Fauchen.

Ich drehte meinen Kopf und schaute direkt in das Gesicht eines wahrhaft grässlichen Geschöpfes.
Ein ursprünglich wahrscheinlich senfgelber Kater, auch wenn man die Farbe durch den ganzen Dreck nicht mehr wirklich erkennen konnte, dem eines seiner bernstenfarbenen Augen und ein großes Stück Ohr fehlte.

"Hallo Mieze. Alles gut, ich stehe hier ganz unbeteiligt rum und will gar nichts machen."
Der riesige Kater machte einen Buckel und fauchte noch lauter. "Nicht?"
Er fletschte die Zähne und setzte zum Sprung an.

"Oke ich bin ja schon weg."
Mit einem Tritt beförderte ich die Katze von meinen Füßen und stürmte mit wallendem Mantel aus der Gasse.

Kommandant Frain Pov:

"Männer ausschwärmen!", brüllte der Kommandant.
Er war der festen Überzeugung das die berüchtigte Piratin "Black Mary" sich in Port Royal aufhalten müsse.

Er blieb stehen. Wo würde sie sich verstecken?
Auf dem Marktplatz zwischen den Menschen oder in einer der vielen Gassen. Doch wo sollten sie zuerst suchen?

Die Entscheidung wurde ihm abgenommen, als zwei Meter vor ihm eine Gestalt mit einem langen Mantel und einem Hut, auf dem allerlei Fischreste thronten, stand.

Die Gestalt drehte sich in seine Richtung, sodass er ein verdrecktes,
weibliches Gesicht, das von schmuddeligen Zöpfen umrandet war, sah.

"DA IST SIE! IHR NACH!", brüllte ich und rannte ihr hinterher. Sie würde mir nicht entkommen.

Mary Pov:

Schlitternd kam ich zu stehen. Ich schaute nach rechts und links
und erblickte eine klare saubere Uniform, in der ein Kerl mit einer edlen Perücke steckte.

Mir schwante böses.

"DA IST SIE! IHR NACH!", schrie er und rannte in meine Richtung.
"Och nö", murmelte ich und drängte mich durch die Menschen auf dem Marktplatz.

Ich rannte so schnell wie ich konnte und gelangte an den Hafen. Kurz vor der Mauer blieb ich so abrupt stehen, dass mir mein geliebter Hut vom Kopf segelte.

"Mein Hut", kreischte ich und sah zu wie er in Richtung Wasser segelte.

"Im Namen des Königs, bleiben sie stehen!", hörte ich den Schnösel hinter mir sagen.
"Von mir aus auch im Namen deiner Mutter, aber da unten is mein Hut.", antwortete ich über die Mauer gebückt.

"Drehen sie sich langsam um!", befahl er.
"War schön sie kennen gelernt zu haben, aber für mich ist das Gespräch hiermit beendet.", sprach ich, kletterte auf die Mauer und sprang in die Tiefe.

Kommandant Frain Pov:

Geschockt lehnte er über die Mauer, von der gerade seine Zielperson gesprungen war.

Wollte sie sich umbringen um so dem Galgen zu entrinnen? Aber das machte keinen Sinn.

Da entdeckte er das königliche Schiff, das gerade mit hochgezogenen Segeln in den Hafen fuhr.

"Tja das war das falsche Schiff auf das du da gesprungen bist, meine Liebe.", flüsterte er und rannte grinsend zum Kai, an dem das Schiff anlegte.

Mary Pov:

Das Schiff, auf das ich mit meinem Sprung wollte, kam rasend schnell auf mich zu, während der Wind durch meine Haare wehte.

Wie geplant landete ich in dem hochgezogenen Segel des Schiffes und somit einigermaßen weich.

Ich kroch zu einem Tau, an dem ich hinab rutschte. Ich verlor die Kontrolle und brüllte nur noch "ACHTUNG!", bevor ich auf das Deck des Schiffes knallte.

Benommen setzte ich mich auf.

Ich blickte direkt in den Lauf einer Pistole, die auf meinen Kopf gerichtet war. Ich drehte meinen Kopf nach links. Blank polierte Stiefel und auf mich gerichtete Degen erwarteten mich.
Nach rechts genau das selbe.

"Das ist jetzt nich' euer Ernst, oder?", fragte ich, während ich mich wieder auf die Planken fallen ließ.
"Im Namen des Königs, sie sind verhaftet!"

"Verdammt nochmal, da springt man heldenhaft von einer Klippe, um seinen Hut zu retten, und landet bei den größten Spießern der Republik.", fluchte ich,
während sie mich auf die Beine zogen, um mir Ketten anzulegen.

"Habt ihr wenigstens meinen Hut oder Rum da?", fragte ich leicht verzweifelt.

"Wir haben für einen Verbrecher wie dich allerhöchstens den Galgen!", schmetterte mir der Typ mit der Pistole entgegen.
"Verbrecherin, es heißt Verbrecherin! Warum rafft keiner, dass es davon auch eine weibliche Form gibt.", erwiderte ich während wir an Land gingen, an dem uns ein breit grinsender Kommandant entgegen kam.

"Oh Gott jetzt wird er sich nur noch aufspielen.", grummelte ich und winkte ihm mit einem übertriebem, falschem Grinsen zu.

"Tja das Recht ist wohl doch stärker als die Anarchie.", entgegnete er mir hämisch.

"Auch ein blindes Huhn erwischt mal einen Korn,auch wenn es so inkompetent ist wie sie.", zwinkerte ich ihm zu, woraufhin sein Grinsen erstarb.

Der Kelch der Macht (Fluch der Karibik FF)Cerita yang bikin terobses. Temukan sekarang