Stille. Kein Gelache und kein Gerede schwellt durch den Raum. Man hört nichts außer das Geräusch, wenn der Pinsel mit Farbe auf die Leinwand aufkommt. Es sind 14 Maler. Jeder Maler trägt einen weißen Kittel und verwirrende Verschnörkelungen quer über dem Auge, die wie Tätowierungen aussehen. Der Kittel ist mit bunter Farbe bekleckst. Der ganze Raum riecht trotz der Farbe nach blühenden Blumen. Jeder ist vom anderen abgetrennt in Form einer Glasscheibe, um nicht allzu gestört zu werden. Ein Maler legt gerade seinen Pinsel weg, schaut sich verstohlen nach beiden Seiten um und betrachtet sein Bild. Es ist ein Mädchen abgebildet mit einem zerrissenen Seidenkleid und einer Kurzhaarfrisur, die aussieht als hätte sie längere Zeit in der Wildnis gelebt. Ihre Gesichtskonturen hingegen sind scharf, ihr Kinn spitz. Die Augen sind Mandelförmig. Sie hat den Mund zu einer Linie gemalt bekommen. Ihr gesamtes Erscheinungsbild wirkt Entschlossen. Durch die Ölfarben kann man im Hintergrund einen Baum ausmachen, der geknickt und tot herunter hängt. Gerade holt der Maler ein Messer heraus, atmet einmal tief ein und aus und zieht es sich über den Daumen. Danach drückt er das Blut auf das Herz des Mädchens, sowie auf den Mund und die Augen. In dem Moment scheint es so, als wenn das Mädchen lebendig werden würde. Sie öffnet ihren Mund zu einem stummen Schrei und verblasst nach und nach. Das Blut versickert im Bild und verschwindet schließlich. Nach kurzer Zeit sieht man keine Spuren mehr vom Blut und das Bild des Mädchens. Sein Gesicht ist eine Maske der Emotionslosigkeit, dennoch blitzt ganz kurz in seinen Augen Schuldbewusstsein auf.
Der Maler seufzt und dreht seiner Staffelei den Rücken zu. Er setzt sich in Bewegung und geht zu einem Maler, der in der anderen Ecke malt. Ohne sich um zu drehen, neigt er seinen Kopf und frag mit ruhiger, sanfter Stimme: "Hast du es vollbracht? Du weißt was auf dem Spiel steht".
"Ja Maestro"
Zufrieden geht der andere Maler an der Staffelei einen Schritt zurück, sodass man einen Blick auf sein Kunstwerk erhaschen kann. Ein Junge ziert das Bild. Genau wie das Mädchen ist er nicht in der besten Verfassung, jedoch sagt sein Blick vollkommene Entschlossenheit und Arroganz aus. Sowie Intelligenz und etwas dunkles. Seine Augen leuchten und haben einen verräterischen Glanz.
Der Maler vollzieht das gleiche mit dem Blut an dem Jungen und das Bild verschwindet danach genauso. Jedoch wirkt der Maler nicht schuldbewusst, sondern lächelt nur stumm.
Zusammen verlassen die beiden den Raum voll mit Kunst und Gesichtern. Allerdings nicht ohne vorher auf die anderen Bilder zu gucken, auf denen Gesichter gemalt sind, die weitaus normaler wirken. Zwar mit einem eleganten Kleid und Haare aufgetürmt zu wunderschönen Frisuren, jedoch wirken die Mädchen und Jungen nicht so verwahrlost und rebellisch. Ihre Gesichter sind makellos und wirken durch ihre Schönheit arrogant.
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Before sundown
Fantasy"Lass mich in Ruhe" "Rachel, verstehst du denn nicht. Wir gehören zusammen. DU hast mich gerufen" "Ich habe dich nicht gerufen" Was will dieser verwirrte Junge von mir?! "Doch, verdammt. Du hast mich gemalt. Wir müssen ihn zusammen aufhalten" "Wen" ...
