Kapitel 30

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*Ende des Schuljahres*

Isabellas Sicht

Ich lese mir das Stück Pergament immer wieder durch. Doch selbst nach 3 Wochen ergibt das alles immer noch keinen Sinn. Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern, als Harry und ich in der verbotenen Abteilung waren. Jeder hat sich wichtige Dinge auf Pergament übertragen und wir konnten nur knapp Snape entwischen, der plötzlich in der Bibliothek aufgetaucht war. Am Tag darauf haben wir alles, was wir herausgefunden haben, auf ein Pergament gebracht und uns den Kopf darüber zerbrochen. Stundenlang saßen Harry und ich vor dem Pergament und haben versucht irgendeine Verbindung zu finden, aber ohne Erfolg. 

Das Schuljahr verging wie im Flug. Fred und George machen den Lehrern viel Ärger, da sie ihre ZAGs (Prüfungen der 5. Klasse) nicht schreiben wollten, was sie letztendlich doch mussten. Hermine hat wie immer fleißig auf alle Prüfungen gelernt und fast jede mit Erwartungen übertroffen oder Ohnegleichen bestanden. Ich habe auch alle Prüfungen bestanden und auch Harry hat sich durch jede Prüfung gequält. Ron ist in zwei Prüfungen durchgefallen, aber das war nicht weiter schlimm. Gryffindor gewinnt das erste Mal seit 8 Jahren den Quidditchpokal und auch der Hauspokal ging dieses Jahr an Gryffindor. 


In Zaubertränke war ich Jahrgangsbeste, knapp vor Hermine, aber das hat sie nicht allzu sehr gestört, da sie in jedem anderen Fach Jahrgangsbeste wurde. Morgen fährt der Zug uns nach London und dann beginnen schon die Sommerferien. Ich starre immer noch auf das Pergament und lese es wieder und wieder durch. In fein säuberlicher Handschrift steht da: 


-Familienchronik der Potters:
Prophezeiung(?!) über Harry (eventuell in der Mysteriumsabteilung);
James und Lily Potter wurden von Lord Voldemort ermordet, von ihm hat Harry die Narbe
-Familienchronik der Malfoys:
Es wird von einer Nachfahrin geschrieben (wahrscheinlich Bella), aber im Gegensatz zu Draco nicht namentlich erwähnt; Angriff der Familie vor 13 Jahren von Voldemort (ein Mitglied wurde am selben Tag, wie Harrys Eltern angegriffen, jedoch nicht ermordet (eventuell Bella von ihrer Tante))
-Gemeinsamkeiten: reinblütige Familien; Voldemort ist Feind; Harry und Bella sind beide für Voldemort gefährlich
-Sonstiges: Bella hat besondere/einzigartige Gabe (kann sich unsichtbar machen/ Gestalt verändern und erkennt immer die Wahrheit); Harry sieht immer Bella, egal ob diese unsichtbar ist oder eine andere Person


Die Worte gehen mir immer wieder durch den Kopf, und ich wusste von Anfang an, dass ich irgendetwas übersehe.
"Bel, kommst du?" Verwundert sehe ich auf. Entsetzt stelle ich fest, dass sich der Himmel schon grau gefärbt hat und nur am Horizont noch ein schmaler roter Streifen zu sehen ist. "Ich habe gar nicht gemerkt, dass es schon so spät ist." Lachend lasse ich mir von Hermine aufhelfen. Wir haben uns nach dem Unterricht gemeinsam an den See gesetzt zum Lesen. Hausaufgaben geben die Lehrer in den letzten zwei Tagen ja zum Glück nicht mehr, höchstens langfristig, also bis nach den Ferien. Wir schlendern den Weg zum Schloss entlang, jeder in seinen Gedanken versunken. Hermine träumt sich wahrscheinlich in ihre Bücher hinein und ich, naja, was soll ich schon anderes tun, als über die Worte auf dem Pergament nachzudenken. Es muss eine Verbindung zwischen mir und Harry geben. Es kann nicht nur die Tatsache sein, dass Voldemort unser Feind ist und dass wir Voldemorts Feinde sind. 

Leise murmle ich die Wörter vor mich hin: "Prophezeiung... ermordet...Narbe...Nachfahrin..." Moment Mal, Narbe? Irgendwo in meinem Kopf beginnt es zu rattern. Narbe, Angriff, Überlebender, Todesfluch. Verdammt, wie hängt das alles zusammen?! Schlecht gelaunt betrete ich die große Halle und quetsche mich zwischen die Zwillinge. Missmutig verschränke ich die Arme vor meiner Brust und erdolche meinen Teller gerade mit meinen Blicken. Wieso komme ich nicht auf diese verfluchte Antwort?! Ich bin mir sicher, dass ich sie eigentlich schon weiß, aber einfach nicht draufkomme. Plötzlich wurde ich mehrmals von der Seite angestupst, wobei es am Ende eher boxen ähnelt, als George versucht mich aus meiner Starre zu holen. Böse sehe ich ihn an, doch sein lautes Lachen holt mich wieder aus meinen Gedanken und als ich mir vorstelle, wie ich gerade ausgesehen haben muss, stimme ich in sein Lachen ein.


***

"Ich werde dich vermissen." "Ich dich auch, du schreibst mir doch, oder?" "Natürlich. Mindestens zweimal die Woche." Lachend löse ich mich von Hermine. "Man kann es auch übertreiben!" "Und du bist sicher, dass du die ganzen Ferien bei deiner Familie bleiben willst?" "Bist du wahnsinnig?! Das würde ich doch nicht überleben! Ich bleibe, solange wie ich es aushalte und dann gehe ich Jo besuchen und die ganzen anderen in Deutschland. Und ja, mal sehen, was ich noch so mache. Ich schreibe dir alles!" Winkend drehe ich mich um und gehe zu meiner Familie, die mir schon argwöhnisch entgegensieht.

***

Vier Wochen der Ferien sind schon um und ich bin von meinem zweiwöchigen Aufenthalt in Deutschland wiedergekommen. Es war schön meine alten Freunde wieder zu sehen. In Deutschland konnte ich meine Probleme vergessen, doch seit dem ich wieder im Malfoy Manor bin, habe ich kaum ein Auge zu bekommen und den ganzen Tag in unserer Bibliothek verbracht. Die Bibliothek ist im Übrigen einer der wenigen Räume im Malfoy Manor, in denen ich wirklich gerne bin.


***


Ich stehe schon seit einer halben Stunde vor dem Spiegel und sehe in ein paar glanzlose blaue Augen. Augenringe umrahmen die rotgeriebenen Augen. Die Haare sind verfitzt und liegen in einem matten braun auf den Schultern. Ich fuhr mir durch die Haare, um mich zu versichern, dass sie nicht allzu kurz geraten sind. Meine Finger fuhren durch meine Haare, um sie von den Fitzen zu befreien, dabei fuhr meine Hand über eine kleine Unebenheit. Meine Hand verharrt an der Stelle auf meiner Kopfhaut und mit großen Augen sieht mir mein Spiegelbild entgegen. Natürlich! Wie konnte ich das nur vergessen? Das ist es, das ist die Lösung auf das Rätsel! Ich muss sofort zu Harry! 

Eilig packe ich meine Sachen zusammen, den Koffer für Hogwarts habe ich schon Anfang der Ferien gepackt und so hieve ich ihn zehn Minuten später die Treppe hinunter. Unten rufe ich nach meiner Mutter, welche auch sofort angeeilt kommt. "Was ist denn mein Schatz?... Oh, machst du schon wieder weg?" Ihr Lächeln verschwindet. "Es tut mir leid Mum. Es hat wirklich nichts mit euch zu tun, aber ich habe etwas Wichtiges herausgefunden und deshalb muss ich schon los. Wir sehen uns am Bahnhof, wenn ihr Draco bringt, okay?" Die einzige Antwort meiner Mutter ist ein Nicken, was ich lächelnd bemerke. Schnell ziehe ich meinen Koffer zum Kamin und hieve ihn hinein. Dann nehme ich mir eine Handvoll Flohpulver und steige selbst in den Kamin. Laut und deutlich sage ich: Fuchsbau!

Isabella Malfoy - Jahrelanges Geheimnis (Harry Potter ff)Where stories live. Discover now