Für das wohl beliebteste Mädchen in Distrikt 2 steht eines fest: Sie wird die 40. Hungerspiele gewinnen. Victoria Masterson ist die Tochter des Bürgermeisters, wunderschön, mutig, intelliegent und siegessicher.
Vics Leben ist, seit sie sich erinner...
Eine Viertelstunde nachdem das Blutbad geendet hatte, hatten Lia und ich die beiden Jungs dazu verdonnert die Leichen der gefallenen Tribute über den Rand des Turmes zu werfen, damit sie abgeholt werden konnten. Wir beide hingegen sammelten alles brauchbare auf und warfen es auf einen Stapel, damit wir später genügend Proviant und Waffen hatten. Eine halbe Stunde später kamen die beiden zurück. "So, das wäre auch erledigt. Wie geht's jetzt weiter Leute?", Triton blickte in die Runde und da ich wusste, dass Telum sowieso nichts sagen würde, antwortete ich. "Wir sollten erst einmal sehen was alles in den Rucksäcken ist, sie gerecht aufteilen und unsere Lieblingswaffen hinzufügen. Alles was übrig ist können wir sonst auch noch verteilen, je nach dem was wir wirklich gebrauchen können oder was uns im Weg rum geht." Lia gab einen seltsamen Knurr-Laut von sich, weshalb ich mir ein Lachen verkneifen musste. Wollte sie etwa bedrohlich wirken? "Dann lasst uns nicht so doof rumstehen und anfangen.", reagierte sie auf meinen Vorschlag. Während Telum beinahe gleichzeitig ebenfalls zu sprechen begann. "Ich nehm das Schwert. Sagt mir Bescheid wenn ihr fertig seid.", er ging davon und setzte sich an den Rand des Turmes. Das war mal wieder typisch mein Distriktpartner. Er konnte sich keine Sekunde lang in einer größeren Gruppe aufhalten. Wieso um alles in der Welt war er überhaupt ein Bündnis eingegangen, wenn es ihm sogar schon schwer fiel mit mir zu sprechen? Wütend starrte ich seinen Rücken an, während Lia ungeduldig "Kommt ihr nun?", rief. Sie ging mir unglaublich auf die Nerven und ich hatte keine Ahnung wie ich das nur aushalten sollte. Ich hätte es wie Telum machen sollen, doch ich wollte keinesfalls, dass die beiden aus 4 alleine waren. Sie sollten nie die Chance bekommen irgendwelche Planungen ohne uns abzuschließen. Wieso ließ Telum mich nur mit all dem allein? Wir sollten ein Team sein, auch wenn wir am Ende nur Einzelkämpfer waren. "Ich reserviere mir natürlich die Dolche. Das sind meine Waffen. Ich nehme auch gerne Messer, außer jemand von euch zählt das zu seinen Spezialfähigkeiten.", ich sah die beiden fragend an, während ich bereits sämtliche Dolche die ich in die Finger bekam vor meine Füße warf. "Ich werde die Speere nehmen.", sagte Lia und griff nach einem. Irritiert sah ich sie an, verkniff mir jedoch den Kommentar darüber, dass ich eigentlich dachte, dass Tribute aus Distrikt 4 immer mit Dreizacken kämpften. Das würde nur einen Streit hervorrufen, der sich vermeiden ließ. Mein Image sollte makellos bleiben und durch Zickereien mit meiner Verbündeten machte ich mir dies eher schwerer. "Geht klar.", antwortete Triton und wandte sich dann an mich." Oder? Und wäre es in Ordnung wenn ich ein Set Messer für mich nehme? Genug Waffen sind ja da und ich will mich nicht nur auf meinen Dreizack verlassen. Sicher ist sicher." Wenigstens einer, der sich konstruktiv mit mir unterhalten wollte. "Natürlich. Greif zu.", ich lächelte ihn an und stellte dann doch meine Frage, die ich mir eigentlich verkneifen wollte. "Kämpft ihr nicht eigentlich beide mit dem Dreizack? Oder ist das nur so ein Vorurteil, weil ihr aus Distrikt 4 kommt?" Lia sah mich einen Moment wütend an, antwortete jedoch nicht, was ich mit einem genervten Augenaufschlag abtat. Ich wandte mich an Triton und hoffte darauf, dass er mir antwortete. Auch wenn ich den Sinn dieses Gesprächs längst nicht mehr sah. Die Spannungen zwischen uns waren ja kaum auszuhalten. Ich wünschte mir sehnlichst meine beste Freundin Souri her, sie hätte sicherlich einige gute Kommentare für Lia auf Lager. Triton lächelte mich an: "Ich glaub das kann man als Vorurteil abstempeln. Ich weiß ja nicht wie das Training bei euch läuft aber bei uns trainiert jeder mit der oder den Waffen, die ihm am besten liegen. Egal ob Messer, Dolch, Speer oder eben Dreizack." "Dann läuft das so wie bei uns.", nickte ich und sah mich dann, ebenso wie Lia, nach einem Rucksack um. "Hast du dir bereits überlegt, wie wir weitermachen?", versuchte ich das Gespräch mit Triton in Gang zu bringen. Ich grenzte Lia bewusst aus, um ihr deutlich zu machen, dass sie wohl die erste in unserem Bündnis werden würde, die starb. Er schien einen Moment darüber nachzudenken, während er weiterhin Sachen in seinen Rucksack packte. "Ich würde sagen, wir packen jetzt noch alles, gehen dann Schlafen und machen uns morgen ausgeruht auf die Jagd? Was denkst du?" "Das ist eine gute Idee. Solange wir irgendwo dort unten Wasser finden.", meine trockene Kehle zeigte mir nämlich bereits an, dass ich etwas zu trinken brauchen würde. Und zwar spätestens Morgen. Einen Blick über den Bereich des Turmes auf dem wir standen reichte um zu sehen, dass hier kein Wasser zu finden war. Seufzend begann ich einen zweiten Rucksack zu packen, damit Telum auch etwas zu schleppen hatte. Nach einigen Stunden hatten wir alles zusammen, was wir für die Jagd am morgigen Tag benötigen würden. Wir waren bereit. Ich setzte mich widerwillig zu Telum und zeigte ihm, dass ich noch immer wütend auf ihn war damit, dass ich den Rucksack geräuschvoll neben ihm auf den Boden warf. "Nächstes Mal packe ich dir deine Sachen nicht mehr zusammen. Ich bin nicht deine Avox! Sei froh, dass ich dir überhaupt helfe, denn sonst hast du als erstes ein Messer im Rücken. Die anderen trauen dir bestimmt nicht, weil du nicht einmal versuchst mit ihnen klar zu kommen!", ich sprach gedämpft, auch wenn meine Worte mehr als nur sauer klangen. Telum musste endlich klar werden, wie wichtig die anderen für uns sein konnten. "Du magst Lia doch auch nicht. Und mit Triton komme ich gut aus. Danke übrigens", antwortete er mir und klopfte auf den prall gefüllten Rucksack. "Du bist einfach unmöglich!", rief ich und schüttelte den Kopf. Im selben Moment begann die Hymne Panems und die Gesichter der 11 toten Tribute wurden nacheinander eingeblendet. Mit Genugtuung sah ich viele Gesichter, die ich selbst getötet hatte und hoffte, dass die Menschen da draußen bereits auf mich setzten. Langsam verklang die Hymne und der Himmel wurde immer dunkler. Bald würden wir uns schlafen legen und morgen endlich auf die Jagd gehen. Nicht mehr lange und ich konnte wieder nach Hause.
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