Die kalte Luft der Nacht peitschte mir ins Gesicht. Mein Blick war nach vorne gerichtet und hier war ich nun. Ich wagte einen Blick nach unten und musste schlucken. Das war eine unglaubliche Tiefe, in die ich hinab sah. Mein Körper hielt sich noch stärker am Geländer fest. Doch ich musste es tun. Ich hatte nichts mehr wofür es sich zu leben lohnt. Meine Mum war tot, meine beste Freundin weg und mein Vater hasste mich.
Wen würde es also schon stören, wenn ich nicht mehr da wäre? Oder sollte ich doch nochmal die Entscheidung überdenken?
Ich schüttelte diesen Gedanken weg. Ich ging einen winzigen Schritt nach vorne und stand nun ganz nah an der Kante. Meine Fußspitzen ragten schon über die Kante. In meinem Bauch hatte ich noch dieses Gefühl. Es war eine Mischung aus Reue, Angst und Nachdenklichkeit. Am Ende überwiegte allerdings meine Überzeugung. Ich atmete nochmal tief durch, schloss meine Augen und ließ das Geländer los.
Doch ich spürte nicht das was ich dachte. Keine eisige Nachtluft, keinen stechenden Schmerz und kein kaltes Wasser. Da öffnete ich wieder meine Augenlider. Ich hielt mich nicht fest, warum fiel ich dann nicht runter? Ich schaute mich fragend um. Als ich meinen Kopf etwas zur Seite drehte, bemerkte ich erst, dass mich jemand um die Hüfte festhielt. Es waren große, starke Hände die mich gefühlvoll festhielten. Auf einmal hebten sie mich hoch und ich war auf der anderen Seite des Geländers.
Warum? Warum durfte ich nicht gehen? Ich wollte nicht mehr leben, ständig Angst haben, verprügelt zu werden oder verletzt werden. Das hielt ich nicht mehr aus. Ich fing an zu weinen. Mein Geschluchzte wurde immer lauter. Ich konnte meine Gefühle nicht mehr unter Kontrolle halten.
Die kräftigen Arme, die mich gerade eben noch gerettet hatten, legten sich auf einmal um mich. Ich sackte vor geistiger Erschöpfung zusammen und setzte mich auf den blanken Boden. Er setzte sich neben mich, wobei er aber den Griff um mich nicht löste. Automatisch kuschelte ich mich an ihn. Dieses Gefühl der Geborgenheit und der menschlichen Nähe habe ich lange nicht mehr gefühlt. Wie ich das vermisst habe. Diese Sicherheit, die ich zuvor nie spüren durfte.
"Alles wird gut, Süße." flüsterte mir die Person ins Ohr. "Alles wird gut.."
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Stitched Heart
RomantikEine Geschichte von einem gebrochenen Mädchen, dass sich verliebt und versucht daraus neue Kraft zu schöpfen um weiterzuleben
