Der erste Schritt

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Meine Familie war nun fast komplett. Stundenlang hatte ich nun schon überlegt, wie ich Miniel aus der Hölle holen könnte ohne selbst dort hin zu müssen. Als mein Vater den Raum betrat schob ich meine Pläne für einen Moment zur Seite. Wir waren nun untergetaucht, da mein Vater befürchtete das wir jetzt nirgendwo mehr sicher waren. Ich war wütend gewesen das Luzifer uns nicht einmal die Chance gab ein wenig Ruhe zu finden. Mein Vater strich mir sanft über mein Haar und setzte sich neben mich auf das unbequeme Motelbett. "Alles in Ordnung mein Schatz?", fragte er mit einem liebevollen Lächeln auf den Lippen. "Ich vermisse Miniel...", antwortete ich seufzend und lehnte mich an seine Schulter. Er seufzte leise und nickte "Ich kann nur erahnen wie du dich fühlst. Deine Mutter und ich sind auch tief miteinander verbunden, doch Miniel und du, ihr seid füreinander geschaffen worden Eloa und deshalb wirst du auch einen Weg finden, das weiß ich.", sprach er mir Mut zu und küsste mich auf die Stirn. "Kannst du nicht einfach rein stürmen und ihn holen? Du bist doch ein richtiger Engel...", jammerte ich leise. Mein Vater lachte leise "Das bin ich ja, aber als Engel habe ich in der Hölle keinen Zutritt, sonst würde ich mich selbst wieder zum Gefallenen machen.", erklärte er geduldig. Leider musste ich einsehen das er Recht hatte und das machte mich nur noch wütender.

"Eloa...", unterbrach er meine Gedanken und ich sah zu ihm auf "Hm?", murmelte ich. "Wir sollten noch mal über deinen Traum reden...", offenbarte mein Vater und ich seufzte wieder. Genau darüber wollte ich nicht reden. Alle bereitete es furchtbar Sorgen, das ich durch einen Traum mein Zimmer in Brand gesetzt hatte und stand seit zwei Tagen Nacht für Nacht unter Beobachtung, was mir sichtlich auf die Nerven ging. Andererseits konnte ich es ihnen nicht verübeln. Sie wollten schließlich nicht das sie noch einmal im Schlaf von Flammen überrascht werden. Aber seit dem Flammentraum, war mein alter Traum mit Luzifer in dem weißen Haus vor dem Spiegel und meinen weißen Flügeln zurück gekehrt. "Was wen du Visionen hast Eloa? Visionen die dich schützen sollen? Wäre es möglich das Miniel die Seiten wechseln könnte?", fragte er und ich blickte ihn wie erstarrt an. "Das meinst du doch nicht im Ernst oder?", hakte ich nach und kniff die Augen zusammen. "Eloa sein Vater ist Luzifer die bösen Neigungen stecken in ihm und sein Vater wird versuchen sie aus ihm raus zu holen.", versuchte er seine Worte zu verteidigen, doch ich schüttelte den Kopf.

Tief in mir hatte ich genau diese Situation bereits geahnt, doch wollte, nein ich konnte sie mir nicht einigestehen. "Fakt ist das du die gute Seite den Engel und er die schlechte Seite den Gefallenen verkörpert. Zusammen seit ihr eins. Nur zusammen könnt ihr wirken und ein perfektes Wesen sein. Einzeln seid ihr verhältnismäßig schwach.", bohrte er weiter. "Nur mit dir zusammen kann er derjenige sein, der die Bestimmung aus ihm macht und umgekehrt.", fügte er noch hinzu und ich wusste nicht was ich darauf noch antworten sollte. Mein Vater seufzte und sah mich lange an ohne etwas zu sagen, dann stand er auf und ließ mich wieder allein zurück. Nachdenklich blickte ich auf meine Hände und zog einen Block und Stift heraus. Blind malte ich darauf los und zog eine Linie nach der anderen. Als ich fertig war, blickte mich eine Bleistiftzeichnung von Miniel an und ich konnte deutlich seine blauen Augen vor mir sehen. Nein ich würde ihn nicht seinem Schicksal überlassen. Gekonnt malte ich an den Rand einige Runen, ohne zu wissen was sie bedeuteten. Erstaunt blickte ich auf das Blatt als die Zeichnung erst farbig und dann lebendig wurde. Miniel lächelte mich an und die ersten Tränen liefen über mein Gesicht. "Miniel...", wisperte ich und sein Lächeln wurde breiter "Eloa ich wusste du würdest einen Weg finden um mit mir zu sprechen.", antwortete die Zeichnung und ich sah ihn überrascht an. "Das ist echt? Ich mein du bist noch da?", fragte ich mit zitternder Stimme und er nickte. "Wie kann ich dich retten?", löcherte ich weiter und Miniel verzog das Gesicht. "Ich habe noch keinen Weg gefunden, aber ich werde einen finden.", versprach er und wieder kamen mir die Tränen. "Ich vermisse dich Miniel.", schniefte ich und eine Träne tropfte auf das Papier und das Bild von Miniel begann zu verschwimmen. "Ich liebe dich...", hörte ich ihn noch sagen und dann war alles lebendige aus dem Bild gehaucht. Weinend legte ich mich hin.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg in die nächste Großstadt in der wir einen alten Club aufsuchten. Meine Laune nach dem Wiedersehen mit Miniel war sehr sprunghaft und so schwebte ich immer zwischen glücklich, kämpferisch und tief traurig. Barachiel führte uns die Treppen hinunter in der einige Menschen versammelt waren. Mein Vater bestand darauf, das ich ein schulterfreies Top anziehen sollte und ich sollte schon bald erfahren warum. Als ich durch die Menge ging gemeinsam mit Barachiel und meinem Vater begann großes Gemurmel. immer wieder hörte ich "Sieh nur das Tattoo.", oder "Sie ist es! Sie ist die Eine." Dabei bekam ich eine richtige Gänsehaut. Wir stellten uns auf eine kleine Bühne als mein Vater zu sprechen begann. "Gefallene wir haben uns hier versammelt um den Notstand auszurufen um endlich etwas gegen Luzifer und seine Schergen zu unternehmen.", er kam nicht weiter den die Menge protestierte lauthals.

EloaWhere stories live. Discover now