Broken Heart

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Thranduil's Blick streifte die Baumkronen des Düsterwalds. Sie waren dunkel wie eh und je. So dunkel, wie sie all die Jahre gewesen waren, nachdem Sauron seine gierigen Finger über Mittelerde erstreckt hatte. So dunkel, wie sie gewesen waren, als Isildur den Ring an sich nahm, als Drache Smaug fiel, die Schlacht der Fünf Heere und die Reise der Gefährten. Sauron's Tod, die Vernichtungdes Rings. Das alle lag nun hinter ihm. Aber die Blätter im Waldlandreich wurden auch jetzt nicht von ihrer tiefgründigen Finsternis erlöst.
Seine Aufmerksamkeit wandte sich dem Süd-Osten zu. Er konnte es nicht sehen, aber dort, im Lande Mordor, lag die zerklüfftete Ruine des Schicksalbergs auf der Ebene von Gorgoroth, in der Nähe des Nurnenmeers.
Ganz Mittelerde lag in dem Glauben, das Böse sei für immer zerstört, die Dunkelheit vertrieben und Sauron's Streitmacht besiegt.
Die Menschen feierten wieder, sie sangen und tanzten und es waren fröhliche Lieder. Keine von Tod, Verderben und Graumsamkeit. Den diese Lieder lauerten noch immer im Ungewissen.
Der Elbenkönig sah es nicht, aber er konnte es flüstern hören. Im Herbststurm, der die Blätter über den trockenen Boden trieb, im Zwitschern der Vögel und im leisen Säuseln des Windes.
Ein Gefühl von Unbehagen breitete sich in ihm aus. Seine Finger krallten sich in das silberne Geländer der Terrasse und seine Gesichtszüge spannten sich an, sodass sich seine hohen Wangenknochen deutlich unter der ebenen Haut abzeichneten.
Thranduil wandte sich um, als ed sich nähernde Schritte hörte. Tauriel erschiehn im Rahmen der verzierten Holztür. Ihre Trauer und Verzweiflung knisterte um sie herum, wie sie es immer schon getan hatte, nachdem die Schlacht der Fünf Heere ein fatales Ende gefunden hatte. Die Augen der Wladelbin waren leer, emotionslos und versanken geradezu in ihrem wunderschönen Gesicht. Sie glänzten nicht mehr so grün, wie sie es einst getan hatten, ihre Schritte waren nicht mehr so entschlossen und zielstrebig, wie sie es einst gewesen waren, sondern so, als müsste sie um jeden Zentimeter kämpfen.
Thranduil wusste genau, wie sie sich fühlte und er wünschte sich, er könnte ihr die gesamte Last von den zerbrechlichen Schultern nehmen, die immer noch von Tauriel's feuerrotem Haar umflossen wurden.
Vielleicht war ee stark genug, den Schmerz für sie beide zu tragen.
„Mae govannen, Tauriel", sagte er in die Stille. „Alae, ara nin."
Beim Klang ihree Stimme zuckte er leicht zusammen. Er hallte in seinem Kopf wider und jagte ihm alte Erinnerungen durch den Kopf.
Wie sie neben dem geschundenen Körper des toten Zwergs kniete, das Blut, dass sichbin ihrem Gesicht mit den Tränen mischte und das Flehen in ihren Augen, als sie ihn darum bat, sie von dem Schmerz zu erlösen.
Doch Thranduil wusste: Manche Narben waren unheilbar. Also hatte er sich ihrer angenommen, sie zurück ins Waldlandreich gebracht und versucht, sich möglichst liebevoll um sie zu kümmern. Aber sie wollte keine Hikfe und trotzdem wollte er immer wieder nach Vergebung in ihren Worten. Vergebung für dass, was er ihr all die Jahre lang angetan hatte. Vor allem Legolas gegenüber.
„Ich werde mir eine Eskorte an Elben nehmen und im Wald auf Patrouille gehen, wenn Ihr es genehmigt, mein Herr."
Thranduil antwortete nicht sondern stützte sich nur mit den Unterarmen auf das Geländer.
„Sie kommen zurück", murmelte er. „Wer?" Die Stimme der Elbin verbag einen Hauch von Neugierde.
„Die Schatten. Sie kehren zurück."
Das Leder ihrer Stiefel kratzte über den Holzboden, als sie langsam in seine Richtung ging. „Woher kommen sie?", fragte die Elbin. „Gen Süden erlischt das Licht des Friedens. Stille senkt sich über Mittelerde", erwiderte er ruhig.
„Seid ihr sicher?"
Er nickte entschieden. „Ein unsichtbarer Feind lauert in der Finsternis."
„Wann wird er hervor kommen?"
„Ich glaube, das ist er schon längst."
Stille folgte auf Thranduils Worte und einbedächtiges Schweigen senkte sich über die Elben.
„Wir werden die Augen offen halten", veesprach sie.
„Seid vorsichtig", warnte Thranduil. „Ein neues Zeitalter bricht an. Eine neue Dunkelheit nähert sich. Bleibt auf den Wegen. Haltet Ausschau nach Spinnen oder Orks." „Orks?" „Ja, Orks."
Er spürte, daas sie noch viele Fragen hatte, und dass sie sich nicht traute, sie zu stellen. Ob es nun daran lag, dass sie sich vor der Antwort fürchtete oder vor seiner Reaktion, wusste er nicht.
Wieso vertraute sie ihm nicht?
Ihn befiel plötzlich das Bedürfnis, ihr näher zu sein, wäre es nur ein einziger Schritt. Und er wollte ihre warme Hand spüren. Und wissen, wie sich ihre Haare zwischen seinen Fingern anfühlten. Oder in welchem Takt ihr Herz schlug. Ob langsam oder schnell oder ob es schon so gebroche war, dass man es überhaupt nicht mehr hörte.
Thranduil wusste, dass er nicht so denken durfte. Dass er sie nicht mögen durfte. Denn er hatte sich schon einmal jemandem versprochen. Vor langer Zeit, als es Legolas noch nicht ga und Tauriel auch nicht. Der Gedanke daran, noch jemanden zu verliern, schmerzte ihn.
Trotzdem konnte er nicht sein rasendes Herz ignorieren, wenn Tauriel in seiner Nähe war. Und das Zucken in seinen Fingerspitzen und das Glänzen in seinen Augen.
Und sein Blick traf ihren und er wünschte sich, Zuneigung in ihm zu finden, aber er fand sie nicht.
Und er zog die Mundwinkel hoch, aber sie erwiderte sein Lächeln nicht.
Und sie drehte sich um und er wollte ihr folgen, aber er tat es nicht.
Und sie ging davon, und sein Herz flehte danach, sie bei sich zu haben.
Aber sie verschwand und er blieb allein zurück.
Er, Thranduil Oropherion, König des Waldlandreichs und sein gebrochenes Herz.
Und mit jedem Klang ihrer verhallenden Schritte zerriss sie dieses ein bisschen mehr.
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Das war Teil 1 von meiner neuen Fanfi ;). Ich hoffe es gefällt euch :D. Ein paar Idden stammen von 000hannade000. Würde mich total über Feedback oder ein Sternchen freuen :)

The Shadows Between UsWhere stories live. Discover now