Die Tür der Dusche öffnete sich mit einem leichten Quietschen. Dann stand ich Philip gegenüber. Er schien mich erst nicht zu erkennen und kam einige Schritte auf mich zu. Erst als er mir tief in die Augen blickte und meine Knie butterweich wurden, erkannte er mich. ,,Annie?", es lag ein fragender Ausdruck in seinem Gesicht. Ich wurde rot wie ein überreifer Apfel. ,,Oh, es tut mir leid, ich gehe sofort wieder!", Philip hob die Hände und beabsichtigte wieder hinauszugehen. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich nur mit einem Handtuch bekleidet vor einem Jungen stand. Und nicht vor irgendeinem Jungen, sondern vor Philip, Amys Freund. ,,Schon gut, du... du... konntest... ja nicht wissen,... dass ich hier bin", stotterte ich vor mich hin. ,,Dann geh ich jetzt mal besser", Philip wirkte völlig unberührt oder konnte ich einen kleinen Schimmer rot auf seinen ebenmäßigen Wangen erkennen? Nein, ich hatte mich nicht geirrt, er war leicht errötet. Ob er sich doch ähnlich fühlte wie ich mich in diesem Moment? Ob er auch in mich verliebt war? Kurz vor der Tür machte er wieder kehrt. ,,Du riechst gut, irgendwie nach Apfel", sagte er schließlich. Hatte er mir grade gesagt, dass ich gut rieche? Nach Apfel? ,,Ja, mein Duschgel ist mit Apfelextrakt", antwortete ich plump. Was war das denn gerade? Hatte ich wirklich so geantwortet? ,,Annie, du bist wirklich etwas Besonderes. Du weckst in mir Erinnerungen, die ich schon lange vergessen habe. Du erinnerst mich an so viele Dinge, an die Bratäpfel meiner Mutter, an das Ebenholz des Baumes im Hof, an die Tränen, die meine Mutter wegen meinen Vater vergossen hat. An all die Dinge, die ich schon längst vergessen haben sollte. Doch dank dir, erinnere ich mich an alle schönen Erlebnisse mit meiner damaligen Familie, aber auch an die tiefen Abgründe, in die mich traurige Ereignisse stürzten. Ich spüre wieder diese Trauer in mir als mein Kater gestorben war und in welches Loch mich der Tod meines Dads stürzte", Philip setzte sich auf den Rand der frei stehenden Badewanne während ich weiterhin stocksteif mitten im Raum stehen blieb, ,, Wenn ich Amy in die Augen blicke, fühle ich mich so schuldig. Wir sind für einander bestimmt, ich bin der Junge, der sie eines Tages wachküssen muss. Ich bin der Junge, der sie heiratet. Wir gehören zusammen. Und als ich dir in die Augen blicke, ist alles Pflichtbewusstsein dahin. Alle Gefühle, die für Amy bestimmt waren galten plötzlich dir. Für Amy habe ich nie so gefühlt, nie. Nie mehr als Freundschaft, obwohl ich mir ganz anderes einreden wollte. Doch es darf nicht sein, Annie. Wir haben nicht das gleiche Schicksal. Jeder Fantasia hat seine Bestimmung, sein Schicksal und jeder sein dazugehöriges Puzzlestück und meines ist Amy. Dieser Kreislauf erhält uns seit Jahrhunderten am Leben. Wir dürfen nicht eingreifen", er beendete sein Geständnis. Ich nahm auf dem Badewannenrand neben Philip Platz und ergriff seine Hand. Meine schneeweiße Hand passte perfekt in seine. So als wären wir für einander bestimmt und nicht Amy und er. Ich war so erschrocken über Philips Geständnis, dass ich keinen Ton hervor brachte. Noch nie hatte mir jemand seine Liebe gestanden, noch nie. Und noch nie hatte mir jemand gesagt, dass unsere Liebe nicht sein durfte. Und jetzt hatte Philip genau dies getan. Mir seine Liebe gestanden, wen auch in Umwegen, aber mir gleichzeitig gesagt, das es nicht sein durfte. Obwohl ich es mir nicht eingestehen wollte, wusste ich, dass er recht hatte. Wir liebten uns, doch es durfte nicht sein. ,,Ich habe mich in dich verliebt", gestand ich schließlich. Er guckte mich mit einer solchen Traurigkeit in seinen wunderschönen Augen an. Erneut versank ich ihnen. Lange schauten wir uns zärtlich, aber auch voller Trauer in die Augen. ,,Ich mich auch in dich", sprach er endlich den Satz aus, den er schon so lange zu umgehen versuchte, ,,Ich habe mich auch in dich verliebt, Annie." Meine Augen füllten sich mit Tränen: ,,Doch es darf nicht sein."
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Philip hat sich auch in Annie verliebt. Oder war das alles nur ein Traum von Annie? Ihr erfahrt es spätestens Montag! Wie fandet ihr das Kapitel? Habt ihr Vebesserungsvorschläge?
An dieser Stelle möchte ich einmal allen danke sagen, die dieses Buch lesen, fleißig voten und mir die allerbesten Kommentare schreiben! Danke!
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Fantasia-Schneewittchens Geheimnisse
FantasyAnnie ist ein ganz normales Mädchen mit Lippen so rot wie Blut, Haaren so schwarz wie Ebenholz und Haut so weiß wie Schnee. Denkt sie... Doch sie ist eine Fantasia, dazu bestimmt ihrem Schicksal zu folgen. Die vertraute Umgebung verlassen, neue Freu...
