Ich versuche es. Wirklich. Immer wieder gebe ich mehr, als ich eigentlich noch übrig habe, und hoffe, dass irgendwann dieser Punkt kommt, an dem es leichter wird. Doch stattdessen stehe ich oft an derselben Stelle und frage mich, wie lange ich das noch kann.
Es ist kein Kampf gegen andere. Es ist einer, der in mir stattfindet. Zwischen dem Teil von mir, der weitermachen möchte, und dem, der einfach nur noch müde ist. Zwischen der Hoffnung, dass sich etwas verändert, und der Angst, dass vielleicht genau das niemals passieren wird.
Nach außen funktioniert vieles. Ich stehe auf, mache weiter, rede, lache und erledige, was erledigt werden muss. Aber niemand sieht, wie viel Energie es manchmal kostet, all das aufrechtzuerhalten. Wie laut die Gedanken werden können, sobald es um mich herum still wird.
Am schwersten ist vielleicht nicht einmal die Erschöpfung, sondern das ständige Hinterfragen. Ob ich genug tue. Ob ich mich mehr anstrengen müsste. Warum mir Dinge so schwerfallen, die für andere selbstverständlich wirken. Ich suche nach Fehlern in mir und finde immer wieder neue Gründe, warum ich eigentlich weiter sein müsste, als ich gerade bin.
Dabei würde ich von einem anderen Menschen niemals verlangen, so hart mit sich umzugehen, wie ich es mit mir selbst tue.
Manchmal wünsche ich mir deshalb nichts weiter, als für einen Moment nicht kämpfen zu müssen. Nicht stark sein zu müssen. Nicht erklären zu müssen, warum ich gerade nicht mehr kann. Einfach irgendwo ankommen und das Gefühl haben, dass es in Ordnung ist, erschöpft zu sein.
Denn vielleicht bedeutet Weitermachen nicht immer, alles im Griff zu haben. Vielleicht bedeutet es manchmal nur, einen weiteren Tag zu überstehen, ohne sich selbst dabei zu verlieren.
Ich weiß nicht, wann dieser Kampf in mir leiser wird. Ich weiß nicht, wann ich aufhören werde, ständig gegen mich selbst anzutreten.
Aber irgendwo in mir ist noch dieser kleine Teil, der nicht aufgeben möchte.
Und vielleicht ist das fürs Erste genug.
