Das Tor nach Elbenwald

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Der Morgen lag schwer über Stahnsdorf.

Dunkle Wolken zogen über die Dächer der kleinen brandenburgischen Stadt, obwohl die Wettervorhersage eigentlich strahlenden Sonnenschein versprochen hatte. Ein kalter Wind strich durch die Straßen und ließ die Blätter der Bäume rascheln.

Für Vanity, Valery, Vicky, Leon und Niklas war das allerdings kein Grund, ihre Pläne zu ändern.

Heute war der Tag.

Das Elbenwald Festival.

Und für die fünf Jugendlichen bedeutete dieser Tag mehr als nur ein Festivalbesuch.

Sie waren nicht einfach irgendwelche Besucher.

Sie waren Triple Riot.

Eine junge Band aus Stahnsdorf, die sich irgendwo zwischen Rock, Punk und Alternative bewegte. Vanity und Valery teilten sich den Gesang, Vicky spielte Bass, Leon Gitarre und Niklas saß am Schlagzeug.

Normalerweise waren sie einfach fünf Freunde, die gemeinsam Musik machten.

Doch heute sollte sich alles verändern.

„Habt ihr eigentlich schon realisiert, dass wir wirklich da hinfahren?", fragte Vicky und zog den Reißverschluss ihrer schwarzen Jacke hoch.

„Natürlich", antwortete Leon. „Ich hab seit drei Wochen davon geredet."

„Du hast seit drei Wochen davon geredet, dass du unbedingt irgendeinen Gaming-Charakter treffen willst", sagte Valery trocken.

Leon grinste.

„Das ist dasselbe."

Vanity musste lachen.

„Nein. Ist es nicht."

Niklas stand etwas abseits und betrachtete den Himmel.

Irgendetwas fühlte sich falsch an.

Er wusste selbst nicht genau, warum.

Seit dem Aufstehen hatte er dieses seltsame Gefühl in der Brust.

Als würde etwas auf sie warten.

Etwas, das sie noch nicht sehen konnten.

„Leute..."

Die anderen verstummten.

„Was?", fragte Vicky.

Niklas deutete auf den Himmel.

Zwischen den Wolken erschien plötzlich ein schmaler Streifen violetten Lichts.

„Seht ihr das auch?"

Vanity blickte nach oben.

„Ähm... ja."

Der violette Streifen wurde größer.

Dann begann der Himmel zu flackern.

Nicht wie ein Gewitter.

Eher wie ein Film, bei dem jemand plötzlich die Realität ausgetauscht hatte.

Ein dumpfer Ton erfüllte die Luft.

WUMM.

Die fünf Jugendlichen wichen zurück.

„Was zur Hölle...", murmelte Leon.

Ein Kreis aus schwarzem Licht öffnete sich mitten über der Straße.

Und aus diesem Kreis fiel etwas.

Ein schwarzer Feder.

Sie schwebte langsam nach unten und landete direkt vor Vanitys Füßen.

Sie hob sie auf.

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