Kapitel 1

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AJ POV

„Puhh, endlich ist alles im Kasten", stöhne ich müde und lasse mich tiefer in meinen Stuhl sinken.
Kirsten lacht leise. „Da sagst du was, AJ. Aber hey – wir sind sogar rechtzeitig fertig geworden. Das heißt, wir schaffen es rechtzeitig nach Hamburg zu Lena." Sie wirft mir einen kurzen Blick zu. „Hast du eigentlich schon etwas für ihren Geburtstag?"
Ich rolle mit den Augen. „Du kennst doch Lena. Sie sagt immer, dass es Geschenk genug ist, wenn wir kommen." „Stimmt schon", gibt Kirsten grinsend zurück. Dann wird ihr Blick plötzlich ernster. „Aber mal Spaß beiseite – hast du wirklich schon etwas? Ich hatte nämlich absolut keine Ahnung, was ich ihr schenken soll." Ich ziehe die Lippen nachdenklich zusammen. „Jein. Also ... noch nicht ganz. Ich wusste nicht, ob sie zwischen Weihnachten und Silvester wieder zu uns kommt. Aber ich habe gesehen, dass ihre Lieblingsband am 3. Januar in San Francisco spielt." Ein kleines Lächeln huscht über mein Gesicht. „Ich wollte ihr dafür Karten schenken. Und ein paar zusätzliche Tage in der Stadt obendrauf. Wenn du willst, können wir ihr den Trip und die Tickets zusammen schenken."
Kirstens Augen leuchten sofort auf. „Klar! Wenn das für dich okay ist?" Ich sehe sie gespielt empört an. „Kirsten ... Sweetheart, sonst würde ich wohl kaum so blöd fragen." Für einen Moment brechen wir beide in schallendes Gelächter aus, und die Müdigkeit des Tages fällt wenigstens für ein paar Sekunden von uns ab. Doch dann durchschneidet das Klingeln meines Handys die Stille.Ich werfe einen Blick auf das Display und muss unwillkürlich grinsen. „Wenn man vom Teufel spricht ..." murmle ich. Natürlich ist es Lena.Bei uns ist es gerade 14:30 Uhr, also müsste es bei ihr schon 23:30 Uhr sein. Wahrscheinlich ruft sie an, um die letzten Details für unsere Anreise in zwei Tagen zu besprechen.Ich nehme den Anruf an und schalte sie auf Lautsprecher. „Moin, ihr zwei! Na, alles gut bei euch?", fragt Lena, und allein bei ihrer Stimme muss ich lächeln. Moin. Diese typische Begrüßung aus Hamburg – und eigentlich aus vielen nördlichen Regionen Deutschlands – hatten Kirsten und ich inzwischen längst verinnerlicht. Genau wie einige andere Dinge aus der deutschen Kultur. Mittlerweile verstanden wir die Sprache sogar ganz gut und konnten selbst schon ein bisschen sprechen. „Bei uns ist alles gut", antwortet Kirsten grinsend. „Leicht erschöpft, aber das bringen die Dreharbeiten eben mit sich. Alles für die sechszehnte Staffel ist im Kasten." „Wow", kommt es prompt von Lena. „Dann bekomme ich bestimmt ein paar exklusive Insider-Infos ..."Ich kann sie zwar nicht sehen, aber ich schwöre, ich sehe förmlich vor mir, wie sie gerade vielsagend mit den Augenbrauen wackelt. „Lena ..." Ich schüttle den Kopf, obwohl sie das natürlich nicht sehen kann. „Du weißt doch ganz genau, dass wir dir das nicht sagen dürfen."„Ich weiß ja schon ...", schnauft sie gespielt beleidigt durchs Telefon. Dann wird ihre Stimme sofort wieder amüsiert. „Aber versuchen werde ich es trotzdem jedes Mal aufs Neue. Ich hoffe, dir ist bewusst, wie hartnäckig ich sein kann." „Ja, ja ..." Ich verdrehe grinsend die Augen. Kirsten fängt an zu lachen, Lena stimmt sofort mit ein, und nach einem kurzen Moment kann ich nicht anders, als ebenfalls loszulachen. „Worüber lacht ihr?" Mit einem Schlag verstummen wir.Ich drehe mich um – und mein Herz setzt für einen Moment aus. Paget steht in der Tür meines Trailers. Oh shit. Für einen Sekundenbruchteil schießt mir nur ein einziger Gedanke durch den Kopf: Wie zum Teufel soll ich ihr das mit Lena erklären? Kirsten weiß Bescheid. Ihr habe ich es erzählt. Sie war sogar schon ein paar Mal mit mir zusammen in Hamburg und hat Lena besucht. Aber Paget? Verdammt. Ich hoffe wirklich, dass sie mir noch vertraut ... vor allem nach der Sache mit Steve. „Äh ... Lena, wir melden uns", bringe ich schließlich stockend hervor und presse das Handy fester an mein Ohr. „Ich erkläre es dir später." „Ja klar, kein Problem", knistert es aus dem Lautsprecher. Ich lege auf. „Wer war das?" Pagets Stimme klingt nicht wütend – ganz im Gegenteil. Eher neugierig. Fast schon vorsichtig interessiert. Und genau das macht es irgendwie nur noch schlimmer.

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