K 1 Evie Crowell

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»Ich mache Schluss«, sagte ich mit neutraler Miene

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»Ich mache Schluss«, sagte ich mit neutraler Miene. Nicht weil es mich nicht verletzte, was ich da aussprach, im Gegenteil, es fühlte sich scheiße an, weil ich meinen Freund wirklich geliebt hatte.
Ups, ich meinte Ex-Freund.
Aber ich wusste es bereits seit mehr als vierundzwanzig Stunden und konnte mich demnach mit dem Gedanken anfreunden. Der Mann, von dem ich geglaubt hatte, er liebe mich, hatte mich betrogen. Und das mehrfach. Nicht nur mit einer Frau. Nein, mit fünf, vielleicht auch sechs. Wer wusste das schon so genau? Ich wusste nur eins: Dieser Penner hatte seinen Schwanz in mehrere Schlampen gesteckt und gedacht, er könnte mich verarschen.

»Was?!« Er schien sichtlich geschockt.
Oscar Bannermann war der Sohn eines reichen Investors, der selbst ständig mit Skandalen zu kämpfen hatte. Vielleicht war es ja wirklich Genetik, dass er nicht treu bleiben konnte.
»Wie meinst du das, Evie?«, fragte Oscar erneut, immer noch fassungslos. Seine Hand verkrampfte sich um sein Weißweinglas, sodass seine Fingerknöchel weiß hervortraten.

Ich blickte auf den Hummer, den wir uns bestellt hatten, dieses überteuerte Symbol für ein angeblich perfektes Date, und seufzte leise. Mein Appetit war mir längst vergangen.
»So, wie ich es eben gesagt habe. Ich mache Schluss. Glaubst du wirklich«, ich sah ihn intensiv und genervt an, »dass ich es nicht herausfinden würde?«

Sofort versteifte er sich und biss die Zähne zusammen. Oh, er wusste ganz genau, was ich meinte, ohne dass ich es aussprechen musste. Sehr gut.

»Ich gehe dann. Viel Spaß noch im Leben«, meinte ich beiläufig und griff nach meiner Hermès-Tasche, die ich mir einmal aus purer Langeweile gekauft hatte. Na gut, eigentlich war ich in diesem bescheuerten Laden angesprochen worden, ob ich denn kein Interesse an einer Hermès hätte. Damals war ich leicht angetrunken gewesen und hatte nur mit den Schultern gezuckt. Es war mir egal gewesen. Doch nachdem ich ein Vermögen von meinen Großeltern geerbt hatte, hatte sich mein Leben langsam verändert.

»Du kannst nicht einfach gehen! Bleib sofort stehen, Evie!«, Oscar wurde wütend, stand mit mir auf und ergriff meinen Arm. Sofort wurden die Leute auf uns aufmerksam und starrten herüber. Natürlich. Es war eines dieser Nobelrestaurants, in denen man gefühlt nur Hummer und Kaviar bekam und Skandale normalerweise hinter vorgehaltener Hand stattfanden.

»Fass mich nicht an!«, zischte ich leise und entriss mich seinem Griff. Mein Herz klopfte schneller, doch meine Haltung blieb aufrecht. »Ich habe die Nase von solchen Männern wie dir voll. Ich habe das wirklich nicht nötig. Bleib einfach Single, wenn du nicht treu sein kannst.«

»Bitte, tu das nicht!«, er flehte plötzlich und versuchte erneut, mein Handgelenk zu ergreifen. »Ich liebe dich doch, Evie.«

»Und wieso hast du mich dann betrogen?« Meine Stimme klang härter und vorwurfsvoller, als ich mich innerlich fühlte. Vielleicht verletzte es mich doch mehr, als ich mir eingestehen wollte.

»Das hatte nichts zu bedeuten. Ich schwöre es. Nur du zählst.« Er sah mich mit seinen dunklen Augen an. Seine blonden Haare waren ordentlich nach hinten gekämmt. Langsam fiel mir auf, dass er eigentlich gar nicht mein Typ war. Wieso war ich überhaupt mit ihm zusammen gewesen?
»Bitte, Evie.« Er kam näher und nahm mein Gesicht in seine Hände. »Gib mir noch eine Chance. Es wird nie wieder passieren. Ich schwöre es.«

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