L O V E

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- Paige -

Warum ich nicht an die Liebe glaubte? Ganz einfach. Ich bin Realist. Die Chance mit jemanden zusammen zu kommen und dann auch zu bleiben ist eher unrealistisch. Noch dazu glaub ich nicht an Märchen und all den Quatsch. Meine Eltern waren für mich einfach das beste Beispiel. Sie haben sich noch vor meiner Geburt getrennt und ich glaube sie waren noch nicht einmal richtig verliebt gewesen.

Und heute sitzt meine Mum alleine auf dem großen blauen Sofa in unserer Wohnung, schaut sich Liebeskomödien an und versingt noch immer in Selbstmitleid. Früher tat sie mir leid. Ich habe als Teenager nie verstanden, warum mein Dad nicht mehr zurück kam und meine Mum glücklich machte. Aber noch einer Weile begriff ich dass die Liebe nur ein Vorbote von Hass war. Denn seien wir mal ehrlich: Früher oder später hasst man sich sowieso.

Mein Dad, den ich früher immer nicht sehen wollte, weil meine Mum mir so leid tat, ist heute mein engster Vertrauter. Wir verstehen uns super obwohl er am Anderen Ende der Welt lebt und nicht wirklich viel Zeit mit mir verbringen kann. Aber ich habe mich mitlerweile damit abgefunden.  Ich habe ihn schon oft besucht in New York, was meine Mum nicht gerne hatte. Vielleicht tat ich es deshalb so oft. Weil ich meiner Mum zeigen wollte, dass ich stärker war als sie. Viel stärker!

Wenn ich nicht in New York bin oder mit meiner Mum in der kleinen Wohnung in London saß, ging ich auf die Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance und das schon seit zwei Semestern. Ich bin dort sehr glücklich, sang im Chor mit und studierte im Hauptfach Tanz. Viele hatte es mir zu Anfang nicht zugetraut, dass ich es auf diese Uni schaffen werde. Aber das hat meinen Ehrgeiz erst recht geweckt und ich habe es doch tatsächlich geschafft.

Mit meinen guten Noten schaffte ich schnell ein Stipendium zu ergattern und da unsere Wohnung nicht weit vom Campus entfernt war, brauchte ich auch kein Studentenzimmer zu mieten.  Natürlich war es härter jeden morgen mit dem fahrrad zu fahren, auch bei strömenden Regen. Aber ich habe mich schnell daran gewöhnt und gehe jetz gerne auch zu Fuß wenn das Wetter gut ist.

Meine beste Freundin Carmen, die wohlgemerkt einzige die es länger als fünf Minuten mit mir aushält, verzieht immer ihr Gesicht, wenn ich verschwitz zum Unterricht erscheine. Aber ich drücke sie dann absichtlich noch fester an mich, was sie meistens zu lachen bringt. Carmen ist zwei jahre älter als ich, studiert ebenfal Tanz als Hauptfach, ist jedoch bald fertig und möchte noch Sydney ziehen wo ihre Chancen besser stehen, als Tänzerin durch zu starten.

Ich habe mich erst schrecklich einsam gefühlt als ich das gehört habe, weil ich mich schon gefreut hatte in ein paar Jahre mit ihr zusammen London unsicher zu machen, wenn ich auch fertig bin und mehr Zeit habe. Aber Carmen war schon immer ein Travel-Girl. Wenn andere sich grade er an einen neuen Ort gewöhnt hatte, wollte sie schon wieder weg und etwas neues ausprobieren. So war es auch nicht wirklich eine Überraschung für mich als Carmen mir ihre Zukunfspläne verriet. Und die Freude in ihren braunen Augen ließen den Kloß in meinem Hals kleiner werden.

Ich hatte immer geglaub, dass mein Leben perfekt sei. Dass ich niemanden mehr brauchte und von Liebe nichts wissen wollte. Doch das änderte sich als ich ihn traf. Und als seine blauen Augen meine zum ersten mal streifen. Wo mein Herz einen Satz gemacht hatte und ich für einen kurzen Augenblick die Welt um mich herrum vergessen hatte.

Da wusste ich, dass es die Liebe doch gab!

(A/N): Helloooooooo ihr da draußen. Ja, Jessy meldet sich nach einer langen Pause wieder mit einer neuen Geschichte. Ich hoffe ihr bleibt darn.

Lots of love xx

L O V E  / N.H/Where stories live. Discover now