Ruinen

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(Das Bild oben stellt Lucas da)

Idioten, Freigeister, meine Freunde. Das sehe ich, wenn ich meine Klassenkameraden anschaue, die durch diese Ruinen rennen, als wäre es ein Spielplatz. Und dann ist da noch der Lehrer der immer wieder ruft, dass wir uns benehmen sollen, wir seien keine kleinen Kinder mehr. Aber wieso denken die Lehrer eigentlich immer das uns solche Dinge interessiert? Ich schaue mir die Informationstafel an, die vor den Ruinen steht.

Vor etwa 1 Jahre tauchten diese Ruinen einfach aus dem nichts auf. Forscher schauten sich die Ruinen an und konnten spuren und DNA's finden, die nicht identifiziert werden konnten. Sie schätzten das die Ruinen um die 200 Jahre alt sein müssen, doch wie sie aus dem nichts auftauchen konnte, konnten sie nicht herausfinden. Die Lehrer dachten wir würden etwas so geheimnisvolles und Seltsames, aufregend finden.

Der Gedanke war an sich nicht schlecht, aber unsere Klasse zeigt absolut kein Interesse an den Ruinen. Für sie ist es nur ein Spielplatz und ein guter Grund keinen Unterricht zu haben.

„Lucas." Mike, ein Freund von mir, kam auf mich zu. „Und ist es interessant was dort steht?", fragte er mich.

„Nicht wirklich, es steht das gleiche da wie die Lehrer es uns schon mal gesagt haben", antworte ich. 

„Hahaha, naja, solange wir kein Unterricht haben. Mal was anderes, wir spielen mit den Mädels dort drüben Wahrheit oder Pflicht, willst du mitspielen?"

Ich schüttelte meinen Kopf. „Spielt ohne mich."

„Ist gut." Mike ging weg und zu den anderen zurück.

Ich kann verstehen warum sie dieses Spiel jetzt Spielen, denn bis auf die Ruinen gibt es hier nichts. Um uns herum sind nur Bäume und erst wenn man eine halbe Stunde durch den Wald läuft, sieht man die Stadt wieder. Das Internet ist dementsprechend sehr schlecht. 

Das diese Handysuchter also stattdessen dumme Spiele spielen ist klar. Bis auf dem Lehrer, dem war das wohl nicht bewusst und versucht jetzt verzweifelt die Aufmerksamkeit der anderen zu bekommen, damit der Touristen Führer weiter seine langweiligen Dialoge erzählen kann.

Im Endeffekt sind es nur Ruinen. Und davon nicht mal viele. Es stehen in einem Kreis verteilt vereinzelt Säulen herum und dazwischen Ruinen, die in ihrem Kompletten zustand vermutlich eine Wand war. Ranken umschlossen die Säulen und Knospen waren sichtbar. Die Natur hatte sich bereits stark bemerkbar gemacht. 

Diese Ruinen haben so wenig Aufmerksamkeit dazu noch bekommen, dass es sogar erlaubt ist, sie zu betreten. Ein wirklich schlechter Ort für eine Klassenfahrt. Ich werde Lehrer einfach nie verstehen.

Ich bekam Gänsehaut, als ich ein Flüstern an meinem Ohr hörte. Ich drehte mich um, aber da war niemand. Ich rieb mein Ohr, als das Flüstern wieder auftauchte. „Perfekt." Perfekt? Was war perfekt? „Du bist einfach Perfekt, dich nehme ich."

Was ist das nur? Mir brummt der Schädel, es fühlt sich an als würde jemand mir mehrfach einen Hammer gegen den Kopf schlagen. Ich lehnte mich gegen eine Ruinensäule und schloss die Augen.

„Komm mein Junge, komm zu mir."

Schlagartig öffnete ich meine Augen wieder. Stille umhüllte mich, die Stimme des Lehrers der die Schüler ruft und auch die Lachen meiner Freunde waren verstummt. Genauso wie diese Stimme. Ich ging von der Säule weg und drehte mich einmal im Kreis. Wo sind sie hin? Meine Freunde, der Lehrer und auch der Touristen Führer, waren allesamt verschwunden. 

Aber die Umgebung hatte sich nicht verändert. Immer noch standen hier diese Ruinen und um mich herum war nur Wald zu sehen. Das Einzige was anders war, war das ich nun alleine hierstand. „Mike?", rief ich.

Es kam keine Antwort und ich runzelte die Stirn. Ich holte mein Handy aus meiner Hosentasche, aber als ich versuchte es anzumachen, blieb der Bildschirm schwarz. Dabei müsste mein Akku noch voll sein. Ich steckte es zurück in meine Hosentasche und schaute mich weiter um. Ich stellte mich so hin, dass ich einen perfekten Blick auf die Ruinen hatte und schaute sie mir ganz genau an. Die Blumen, sie blühen. Ich ging zu einer der Blumen.

Vorhin waren sie noch Knospen, jetzt blühen sie bereits. Und noch etwas ist seltsam, es ist etwas wärmer als vorhin und die Luft ist hier klarer. Ich ging in den Wald und lief eine weile umher. Aber selbst nach vierzig Minuten konnte ich Stadt nicht sehen. Sollte ich zurücklaufen? Nein, das bringt nichts. Keiner ist mehr dort, also was soll ich dort? 

Ich lief weitere zehn Minuten, aber die Stadt kam nicht. Stattdessen fand ich nur einen weg. Ich schaute nach links und recht und entschied mich dann nach rechts zu gehen. Ich holte noch einmal mein Handy heraus, aber es ging immer noch nicht an. Mike würde jetzt durchdrehen und Panik schieben. Für ihn wäre es ein Albtraum ohne Handy auskommen zu müssen.

Ich lief den weg entlang und merkte immer mehr, dass dies ein anderer Ort. Die Luft ist klar, es gibt keine Straßenlampen, obwohl hier ein Weg ist und keine Menschenseele läuft hier lang. Wo bin ich hier nur?

Im Augenwinkel sah ich etwas, dass nicht nur dieser Friedlichen Umgebung, in der alles blühte und gesund aussah, passte. Eine Blume, komplett schwarz, sah so aus als würde sie bei der kleinsten Berührung zu Staub zerfallen.

Da es aber sonst nichts wirklich Außergewöhnliches war, beachtete ich es nicht weiter. Auf meinem Weg, begegneten mir immer mehr dieser Blume. Ich blieb vor einem Baum stehen. Er hatte bereits seine Farbe verloren und die Blätter lagen um ihn herum verstreut. Der Baum sah Tod aus, als wäre kein bisschen Leben mehr in ihm.

Doch die Bäume neben ihm waren wiederum im perfekten Zustand. Ein kräftiges Grün Durchzug die Bäume und die sprühten nur so vor Leben. Es war ein seltsamer Anblick.  

„Was wohl mit Orinthal los ist? Es zerfallen immer mehr Bäume und Pflanzen, was König Aranion dagegen wohl machen wird", erzählte eine Stimme hinter mir.

Erschrocken drehte ich mich und meine Augen wurden größer. Katzenohren?

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