Prolog

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Der Wind kam vom Meer.

Nicht laut, nicht wild - eher so, als würde er nach mir greifen, ohne zu wissen, ob er darf.
Ich stand barfuß auf dem nassen Holzsteg, irgendwo zwischen Nacht und Morgen. Das Wasser war ruhig, aber trug die Schwere in sich, die mir vertraut war.

Ich war oft hier. Nicht körperlich, aber in Gedanken.
Wenn alles zu laut wurde. Wenn ich zu leise wurde.
Das Meer verstand beides.

Ein paar Meter weiter lag ein etwas älterer, schiefer Felsen - kaum beachtet von den meisten. Für mich war er so etwas wie ein Anker. Fest, still, unbeeindruckt vom Kommen und Gehen. Er war einfach da. Ich habe ihn nie betreten. Ich glaube, ich nicht wissen, wie er sich anfühlt. Es reichte, dass er da war.

Ich habe nicht lange überlegt, warum ich zu schreiben begann.
Es war kein geplanter Anfang - eher ein leiser Reflex.
Ich wusste nur: Wenn ich es nicht tue, verliere ich etwas in mir, das sonst niemand sehen würde.

Man sagt, die Vergangenheit heilt einen. Aber was, wenn sie einen zersplittert?

Ich weiß nicht, ob dies eine Geschichte ist.
Vielleicht ist es eher ein Sammeln. Von Erinnerungen. Von Dingen, die niemand hören wollte. Von Dingen, die ich fast vergessen habe.
Vielleicht ist es ein Brief an mich selbst.
Oder einfach nur der Versuch, weiterzuleben, ohne zu lügen.

Du musst nicht verstehen.
Nur zuhören.

Zerbrochen, aber ganz. Nicht still, nur leise.Stories to obsess over. Discover now