Kapitel 1 - Der Duft der Sünde

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New Orleans war nie eine Stadt der Heiligen gewesen. Der Geruch von Blut und Sünde hing schwer in der Luft, vermischt mit Jazzmelodien, die aus verrauchten Bars drangen. Doch heute Nacht schien es, als hätte selbst die Dunkelheit Angst.

In den engen Gassen der French Quarter hallten gedämpfte Schreie wider, begleitet von dem rhythmischen Knacken brechender Knochen. Klaus Mikaelson ließ sein Opfer achtlos zu Boden fallen und leckte sich genüsslich das Blut von den Lippen. Seine blauen Augen funkelten im schwachen Licht der Straßenlaternen, doch in seinem Blick lag keine Gnade.

„Langweilig,“ murmelte er und wischte sich über den Mund. „Wann lernt ihr jemals, nicht gegen mich zu spielen?“

Hinter ihm näherte sich das Geräusch klackernder Absätze. Er musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, wer es war.

„Wirklich, Bruder?“ Elijahs Stimme war ruhig, aber in seinen Augen loderte ein Feuer. „Musst du immer eine Szene daraus machen?“

Klaus lachte leise und ließ seinen Kopf nach hinten sinken. „Oh, Elijah... Das hier war keine Szene. Das war eine Warnung.“

Doch bevor Elijah etwas erwidern konnte, brach ein kalter Wind durch die Straßen. Es war, als würde die Nacht selbst den Atem anhalten. Und dann war sie da.

Yvaine Blackthorne.

Sie trat aus den Schatten, mit einer geschmeidigen Eleganz, die den Blick zwangsläufig auf sich zog. Dunkle Locken fielen ihr bis zur Taille, und ihre goldenen Augen schimmerten im Licht des Mondes wie flüssiges Feuer. Eine Hexe, aber keine gewöhnliche. Es hieß, sie sei älter als die Mikaelsons selbst — ein Fluch aus den tiefsten Schatten der Hexenzirkel.

„Klaus Mikaelson“, flüsterte sie und ihr Lächeln war so sanft wie eine Klinge an der Kehle. „Es ist lange her.“

Sein Mundwinkel zuckte. „Nicht lange genug.“

Sie kam näher, bis nur noch ein Atemzug zwischen ihnen lag. Ihre Finger glitten sacht über seine Brust, ließen seinen Herzschlag einen Moment zu schnell schlagen. „Du weißt, warum ich hier bin.“

„Oh, ich habe da so eine Ahnung.“

Sie grinste. „Es geht um mehr als Rache. Dieses Mal wird es brennen, Klaus. Alles, was du liebst.“

Und in diesem Moment war da nur noch der Herzschlag, der in seinen Ohren dröhnte. Doch anstatt sie wegzustoßen, legte er eine Hand an ihre Hüfte, zog sie grob zu sich heran. Ihre Lippen trafen aufeinander — ein Kuss, der mehr Schmerz als Leidenschaft war, wild und fordernd.

Elijah wandte den Blick ab. „Ihr seid ein verdammtes Trauerspiel.“

Doch sie hörten ihn nicht. Denn in der Dunkelheit begann ein neues Spiel. Und dieses Mal waren Liebe und Verrat nur zwei Seiten derselben Münze.

Blut und Verrat Where stories live. Discover now