„Hey wach auf! Aufwachen hab ich gesagt!", meine Stimme unterbrach die Ruhe, in die die Lichtung bis eben noch getaucht war, „Verdammt, wach auf oder ich bring dich um bevor die es tun!" „Denkst du ernsthaft ich würde auf deine Provokationen eingehen?", das Mädchen, welches eben gefallen war, öffnete langsam die Augen und starrte in die Baumkrone über sich. Oh wie ich sie nach diesen ersten Worten jetzt schon hasste. „Du sollst aufstehen!", grob zog ich sie an ihrem Arm in eine Sitzende Position. Sie hatte blonde Haare und Ihre Augen hatten gerade einen getrübten braun-Ton. Sie war verwirrt. „Warum sollte ich aufstehen, ich bin doch eben erst gefallen...", murmelte sie vor sich hin. Ich stöhnte genervt. „Die werden dich umbringen.", versuchte ich es noch nett. „Sollen Sie doch, es gibt für mich eh kein Leben mehr.", sie schloss die Augen wieder. Mir riss der Geduldsfaden, welcher eh nicht sehr lang war. „Dumme Kuh, ich bin für dich Verantwortlich wenn ich Aufsicht hab. Tu mir den gefallen und verreck wenn ich grad nicht hinsehe!", grob zog ich sie auf die Beine.
Wir hatten nicht viel Zeit. Sie könnten schon überall sein. Und da sah ich wie das Gras mehr aufraschelte als üblich. „Lauf!", schrie ich das Mädchen an, sah mich kurz um und rannte los. Sie sah sich nur verwirrt um. Genervt drehte ich um, packte mir ihr Handgelenk und zog sie hinter mir her. „Schneller! Beweg deine Beine!" „Da sind welche, hinterher!", hörte ich jemanden rufen. „Scheiße.", wütend fluchte ich vor mich hin. Es hatte wenig Sinn wegzulaufen, wir waren auf einer offenen Lichtung. Einem Kampf würde ich nicht entgehen können. Kurzerhand zog ich das Mädchen hinter ein paar Büsche „Bleib hier. Beweg dich nicht.", knurrte ich nur und sprang wieder hinter dem Gebüsch hervor um auf vier Männer zuzulaufen. Mein Vorteil war, dass sie uns nicht wirklich umbringen wollten. Nur Verletzen. Ich wich dem ersten Mann aus, der nach mir ausholte und schlug ihm das Messer aus der Hand, trat ihn an der Brust gegen den zweiten, welcher uns schon gefährlich nah gekommen war. Der nächste ließ sich nicht so leicht täuschen, er war kleiner und schneller als die anderen beiden, allerdings konzentrierte er sich zu sehr darauf mich zu treffen. Schnell ließ ich mich in die Hocke fallen, trat ihm die Beine unterm Körper weg und schnappte mir auch sein Messer. Ich erwischte es an der Klinge, schnell wischte ich mein Blut an meinem T-Shirt ab und trat ihm noch einmal ins Gesicht. Der letzte starrte mich einfach nur an. Unschlüssig ob er mich angreifen sollte oder nicht. Ich merkte dass er zitterte. Er war der einzige mit einer Axt in der Hand. Die Größe seiner Waffe sollte wohl seine Angst ausgleichen. Mit ein paar schnellen Schritten war ich bei ihm, kickte ihm die Axt aus der Hand und verpasste ihm eine Kopfnuss. Er fiel nach hinten. Langsam atmete ich aus und drehte sofort zu dem Gebüsch um.
„Steh auf, wir müssen weiter." Das Mädchen stand auf, sah zurück zu den Männern und erstarrte. „Stell dich nicht an sie sind nicht tot. Sie sind bewusstlos. Also beeil dich, sonst gehen die wieder auf uns los", brummte ich und ging voraus. Sie folgte mir und fing an Fragen zu stellen: „Wer sind die? Was wollen sie von uns?" Endlich erreichten wir den Waldrand. „Das sind Menschen. Stinknormale Menschen. Und sie wollen uns einfangen um unser Blut abzuzapfen. Wenn sie es zu sich nehmen regenerieren sich ihre Wunden ebenfalls schneller. Einige von Ihnen denken, dass es ihnen das ewige Leben verschaffen würde. Das ist natürlich Schwachsinn, wir sind ja auch nicht unsterblich.", erklärte ich ihr und sah auf die Wunde an meiner Hand, die ich mir zugezogen hatte als ich nach dem Messer gegriffen hatte, „Glaube ich zumindest." Sie war schon fast wieder geschlossen. „Wir können wieder sterben?", ich hörte wie sie hinter mir keuchte. Das Tempo und Berghänge rauf klettern war sie wohl nicht gewohnt. „Ja können wir. Aber dann ist es wirklich vorbei, hörst du? Game over. Deine Seele landet im nichts und bleibt dort für immer." Sie verstummte. War mir auch lieber so.
Wir sind Engel. Gefallene Engel wenn man es genau nimmt. Nach dem Tod kamen wir in den Himmel. Durch Regelverstöße fällt man. Wieder zurück auf die Erde, wo wir gejagt werden. Durch das ständige wechseln unserer Augenfarbe je nach Gefühlslage war uns das Leben direkt unter den Menschen kaum möglich. Man kann lernen sie zu kontrollieren, allerdings ist das relativ kompliziert, da man Gefühle nur schwer manipulieren kann. „Wenn du dich den Männern vorher stellen konntest, warum mussten wir laufen?", Sie riss mich aus meinen Gedanken. Ich verdrehte nur genervt die Augen. „Weil ich nicht riskieren darf dass sie mein Blut kriegen, aber du bist ja ne lahme Schnecke und sie hätten es fast bekommen." Auch ihr Blick war sichtlich unbegeistert, aber das ging mir am Arsch vorbei.
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Fallen Angels
FantasyKai und sein bester Freund Riko sind gefallene Engel und könnten nicht unterschiedlicher sein. Kai, hitzköpfig und immer bereit sich zu beweisen, Riko dagegen ruhig und schüchtern. Doch da war etwas an diesem Temperament, das Riko so liebte. Durch...
