Deutschland, 1942
,,Isabella bist du schon fertig mit dem packen?'' hörte ich meinen Bruder an meiner Zimmertür fragen.
,,Ja, aber ich wünschte ich müsste gar nicht packen!'' antwortete ich frustriert. Morgen früh sollen ich und Albrecht auf eine neue Schule gehen, naja, eher nur Albrecht, da ich dort bei der Hauswirtschaft helfen soll. Wieso? Da ich meinem Vater vor zwei Wochen widersprochen habe, als er mich zwang den Tisch zu räumen.
,,Es tut mir wirklich leid das du mitkommen musst Isa, aber wennschon sind wir dann zusammen dort.''
,,Wennschon ja.. ich hoffe aber nur dass ich eines Tages vielleicht auch mal auf eine richtige Schule gehen kann.'' erklärte ich ihm.
,,Um ehrlich zu sagen, freue ich mich nicht wirklich, immerhin ist die tolle Schule von der jeder spricht eine Napola. Nur jeder zweite schafft einen Abschluss dort. Du weißt ja das ich Gewalt gar nicht mag.''
Ich seufzte ,,Du schaffst das Albrecht, du weißt dass ich immer für dich da sein werde.'' Ich zog Albrecht in eine Umarmung. Ich wusste nicht was Albrecht und mich erwartete und das machte mir Angst.
,,Was macht ihr denn noch so spät hier? Ab ins Bett morgen müsst ihr früh auf!'' schimpfte unser Vater. ,,Ja Vater du hast Recht, wir gehen jetzt ins Bett.'' antwortete Albrecht ihm. Er schaute uns noch einmal an und ging dann in sein Schlafzimmer.
,,Gute Nacht Albrecht.''
,,Gute Nacht Isa.''
....
Am nächsten Morgen weckte mich meine Mutter und wir machten uns auf den weg in die Napola, eine Elite des Führers. Es war noch sehr dunkel draußen, was mir verriet, dass wir sehr früh schon unterwegs sind, deshalb versuchte ich noch ein bisschen Schlaf zu bekommen.
,,Isa wach auf! Wir sind da.''
Ich stieg mit Albrecht aus dem Auto und schaute mich so gut wie es geht, in der Dunkelheit, um. Vor mir war eine riesige Burg, beschmückt mit dem Hagenkreuz. Meine Miene verdunkelte sich bei der Ansicht, hier sollte ich die nächste Zeit verbringen..
Wir liefen die Treppen hoch und der Schulleiter ging mit Albrecht und meinem Vater voraus, um Albrecht die Burg und seine Stube zu zeigen. Ich hingegen, verabschiedete mich von meiner Mutter und wurde von einem netten Mädchen zu meinem Zimmer geführt. Sie zeigte mir noch kurz wo ich mich waschen kann, und wo meine Klamotten zu finden sind.
,,Danke fürs herumführen, ich bin übrigens Isabella, aber du kannst mich Isa nennen.'' sie lächelte mich an. ,,Alles klar Isa, ich bin Kathrin.'' sie streckte mir ihre Hand aus und ich nahm sie voller Freude an.
,,Hier ist übrigens unsere Stube, da wir nicht so viele Leute sind, teilen wir uns nur zu zweit eine.''
,,Alles klar, danke dir!'' ich lächelte sie an. ,,Kein Problem, wenn du bei etwas Hilfe brauchst, dann melde dich bei mir.''
Ich bedankte mich noch bei ihr und wir machten uns bereit um schlafen zu gehen, immerhin ist es immer noch vier Uhr morgens.
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