Katy
Sehr geehrte Miss Lewis,
nach erster Sichtung und sorgfältiger Auswertung Ihrer uns zugesandten Unterlagen, bezüglich Ihrer Anfrage zu einem Praktikum, würde ich Ihnen gerne ein persönliches Gespräch anbieten. Bei weiterhin bestehendem Interesse erwarte ich eine zeitnahe Antwort von Ihnen. Ansonsten können wir das Angebot nicht länger aufrechterhalten.
Mit freundlichen Grüßen
Davis Wheeler
»Jaaa!«, quietschte ich und sprang, wie eine bekloppte durch unsere Wohnung in Burlington. Ich hatte endlich meine lang ersehnte Antwort von Wheeler & Company bekommen. Eine der ansehnlichsten Firmen im Land bei dem Thema Kunst. Sie besaßen die größten und gleichzeitig erfolgreichsten Kunstgalerien im ganzen Land. Und dann auch noch von dem Chef höchstpersönlich. Jeder aufsteigende Künstler träumte von einem Platz in diesen Galerien, weil sie in den meisten Fällen, das Sprungbrett für den Start einer erfolgreichen Karriere verhießen. Weshalb es mehr als verständlich war, dass ich kurz vorm durchdrehen stand. Bevor ich dem allerdings stattgab, zwang ich mich eine Antwort zu tippen.
Von: Katy Lewis ‹kat.lew.@email.com›
An: Wheeler & Company ‹W&C@email.com› Betreff: Anfrage für ein Praktikum
Sehr geehrter Mister Wheeler,
mein Interesse an dem Praktikum steht noch. Deshalb würde ich mich gern mit Ihnen persönlich treffen. Vielen Dank für die Chance und Ihr Vertrauen.
Mit freundlichen Grüßen
Katy Lewis
Jetzt konnte ich durchdrehen. Ich legte mein Handy auf die Theke der Küche, neben die ungeöffnete Post, die ich gerade mit reingebracht hatte und tanzte durch die Wohnung. »Ja«, ließ ich mich rücklinks auf das Sofa fallen, strampelte mit den Beinen und boxte mit den Händen in die Luft. Diese E-Mail war vielleicht der Beginn einer großen Karriere. Es gab nicht viele, die ein solches Glück hatten. Umso weniger konnte ich es glauben, dass es ausgerechnet mir passiert war. Ich stoppte in meiner Bewegung, als der grimmige Nachbar von nebenan energisch gegen die Wand schlug. Scheinbar war ich ihm zu laut gewesen. Wahrscheinlich war er erst vor wenigen Stunden aus der Nachtschicht gekommen und wollte einfach nur in Ruhe schlafen. »Tut mir leid«, rief ich und freute mich leise weiter. So lange, bis mein Handy sich meldete.
Ich erhob mich vom Sofa und nahm es zur Hand. Eine Erinnerung für meinen Termin in zwei Stunden beim Waxing wurde mir angezeigt. Den hätte ich bei dem ganzen Trubel beinah vergessen. Gut, dass ich so paranoid war und mir eine stündliche Erinnerung bei wichtigen Terminen stellte. Eine meiner nicht so guten Eigenschaften, dass ich ziemlich zerstreut war und gerne das ein oder andere vergaß. Da ich noch Zeit hatte und Jenna noch nicht von der Arbeit zuhause war, beschloss ich kurzerhand Autumn und Riley anzurufen und ihnen die guten Neuigkeiten mitzuteilen. »Hey du«, begrüßten beide mich mit überschwänglicher Freude, als ihre Gesichter auf meinem Display erschienen. »Hi. Ich hab Neuigkeiten. Und konnte nicht länger warten euch davon zu erzählen«, umrundete ich die Theke und ließ mich zurück aufs Sofa fallen. Die Augen meiner besten Freundinnen begannen aufgeregt zu glitzern.
»Jetzt rück schon raus mit der Sprache und spann uns nicht länger auf die Folter«, drängelte Autumn. Woraufhin sie von Riley ein zustimmendes Nicken bekam. Ich vermisste die beiden. Klar wohnte ich in Burlington nur eine gute Stunde von Stowe entfernt. Aber es war trotzdem etwas anderes, ob man sich jeden Tag in Persona treffen und Neuigkeiten austauschen oder nur telefonieren konnte. »Ich habe euch doch letztens erzählt, dass ich mich vor einer Weile bei Wheeler & Company beworben habe.« »Und?«, fragte Riley ungeduldig. »Ich habe gerade eine E-Mail bekommen, vom Chef persönlich, dass er sich mit mir treffen will...«, presste ich die Lippen zusammen und hielt mir die Hand vor den Mund. Diese Worte auszusprechen, waren beinah noch surrealer, als sie nur zu lesen. »Oh mein Gott Katy!«, kreischten beide, weshalb ich das Telefon ein wenig von mir entfernte. Wieder ertönte das Hämmern gegen die Wand.
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Endless Desire
RomanceTextausschnitt: In der Spiegelung des Fensters manifestierten sich die Umrisse einer weiteren Person. Mit einer tiefsitzenden Jogginghose bekleidet, die Hände in den Taschen vergraben, lehnte Reece lässig in der Tür. Mein Atem stockte, als er sich v...
