1. Du siehst so glücklich aus!

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Dazai war schon eine ganze Weile aus der Harfenmafia ausgetreten und machte sich jetzt einen Namen bei den bewaffneten Detektiven. Oh, wie sehr ich dieses Pack verabscheute aber Befehl ist Befehl und so stehe ich nun vor dem Lupin um dort Dazai anzutreffen.

Keine Kämpfe oder Streitereien, keine privaten Gespräche, nur die Botschaft überbringen. So lautete der Befehl. Ich weiß dass Mori mich geschickt hat, um etwas in meinen alten Wunden zu stochern und Narben aufzureißen. Es hätte auch ein ganz normaler Befähigter die Aufgabe übernehmen können.

Dazai soll hier jeden Freitag Abend anzutreffen sein aber grade war es erst 17:00 Uhr. Ich hatte also noch etwas Zeit und so trat ich in das kleine Lokal ein.

Nur ein alter Mann und der Barkeeper waren da. "Ein Glas Rotwein, von ihrem Besten!" eine halbe Minute später hatte ich das Glas mit der köstlich duftenden Flüssigkeit in der Hand. Wie gut das tat, auch wenn ich mich jetzt gleich mit der Kanalratte treffen musste, ging doch nichts über einen guten Wein.

Etliche Gläser später, spürte ich einen leichten Luftzug und kurz darauf hörte ich die nervige Stimme von der Person die ich am liebsten nie wieder gesehen hätte. "Du weißt aber schon dass man während der Arbeit nicht trinken darf oder Chuuyalein?" "Ach halt die Klappe Makrele" Er ließ sich auf den Stuhl gegenüber von mir fallen und schlug seine Beine elegant übereinander. Ich wiederum lehnte mich lässig in meinem Stuhl zurück und ließen den noch übrig gebliebenen Wein in dem Glas kreisen. Meine Maske war perfekt, auch wenn ich wusste dass sie nicht viel brachte. Seit Jahren hatte ich Dazai nicht mehr gesehen und wie aus Routine scannte ich seinen Körper auf Verletzungen ab. Ich spürte sein Grinsen auf mir, natürlich hatte er es bemerkt. Das erste mal seit Jahren konnte ich wieder in diese wunderschönen Augen blicken aber etwas war anders. Ja, sie standen nicht mehr voller Schmerz, sonder er sah schon fast Glücklich aus. Der neue Mantel stand ihm und irgendwie war in jeder seiner Bewegungen Ruhe.

"Gut siehst du aus" es klang als ob es ernst gemeint wäre, aber ich konnte daraufhin nur leise lachen und den Kopf schütteln. "Tja, leider kann ich das nicht von dir sagen" ich wusste nicht warum aber es fühlte sich gut an ihn zu beleidigen. So ungezwungen und irgendwie normal. Dazai überging meine Stichelei. "Du bist sicherlich nicht hier, um mit mir über dieses wunderschöne Lokal zu plaudern, also was will Mori von der Detektei?" Er hat sich diesbezüglich offensichtlich wohl kaum geändert. Er konnte in Sekunden die Fakten erkennen und draus Schlüsse ziehen. Ich holte den Brief aus meiner Tasche, legte ihn in die Mitte des Tisches und stand auf. Besser gesagt ich versuchte es, denn sofort überkam mich die Übelkeit und der Schwindel. "Och Chuuya! Sei besser zu deinem Körper, er ist wichtig für deine Arbeit." Immer wenn er diese Stimme aufsetze, mit der man eigentlich mit Kleinkindern spricht, würde ich ihm gern eine Kugel durch den Kopf jagen. "Das musst du grade sagen, im Gegensatz zu dir versuche ich mir nicht jeden Tag das Leben zu nehmen." Ich stützte mich an meinem Stuhl ab und versuchte durch ruhiges Atmen den Schwindel wieder in den Griff zubekommen, was nicht besonders einfach war, wenn ich schon wegen meinem Gegenüber fast hyperventilierte. Denn dieser Grinste nur, zwinkerte mir zu "Weißt du Chibi, ich glaube ich bin ganz froh das ich aus diesem Rattenloch raus bin." und damit stand er auf schnappte sich den Brief und lies mich stehen. Auch wenn hängen wohl eher gepasst hätte, denn ich hing eher an dem Stuhl, statt dass ich aufrecht stand. Ich konnte noch das zufallen der Tür hören, bevor ich nur noch meine eigenen Würgegeräusche wahrnahm.

Noch die nächsten zwei Wochen lang dachte ich jede Nacht über seine Worte nach oder besser gesagt über ihn. Ich hatte das Gespräch schon gefühlte hunderte Male in meinem Kopf wiederholt. Sein Gesicht, den Ansatz der Bandagen den man sehen konnte, seine Augen, die mich fixierten und nie wieder loszulassen schienen. Aber auch jeden seiner Worte. 'Du siehst gut aus!' Ich musste jedesmal schnauben, wenn ich an diesen Satz dachte, aber auch wirklich jedesmal schlich sich ein leichtes Kribbeln in meine Magengegend. Aber der Satz am Ende, der Beschäftigte mich am meisten. Er schien glücklich zusein, seine Augen glitzerten und strahlten etwas Lebendiges aus, etwas was keiner in der Mafia in den Augen trug. Es war etwas was ich noch nie an ihm wahrgenommen hatte.

Letztendlich kam ich zu dem Schluss, dass es mir egal sein sollte. Ich habe Moris 'Prüfung' bestanden, Dazai geht es gut und er braucht mich nicht. 


Auf einweiteres! 

Ein Glas Rotwein und eine ZigaretteStories to obsess over. Discover now