-Davian-
>>Du bist dran.<< Murmelt Charles.
Ich nicke und fixiere das Spielbrett vor mir.
>>Leute.<< Unterbricht Miriam meine konzentrierten Gedankengänge.
>>Was?<< Blaffe ich meine Schwester an, ohne sie anzusehen.
>>Ich habe so hunger. Wie haltet ihr das aus?!<< Jammert sie und klammert sich an Charles. >>Soll ich euch allein lassen?<< Frage ich entnervt und sehe zu ihr hoch.
Miriam sieht mich finster an.
>>Geh in den Wald und jag ein Tier. Keine Menschen.<<
Sie stöhnt genervt auf.
>>Aber Menschen schmecken so gut-<<
>>Hab dich im Griff. Sonst wird Vater dich verbrennen und ich werde ihn nicht aufhalten.<< Ich beginne zu grinsen.
>>Du weißt genau, dass er das nicht tut. Warum sind wir nochmal hier?<<
>>Zur Überwachung der anderen.<< Mischt sich Charles ein.
>>Leila hat vor paar Jahren für ganz schön viel Wirbel gesorgt.<<
>>Sie ist doch eh nicht mehr da!<<
Ruft Miriam aus und lässt sich auf einen alten Ledersessel fallen.
>>Aber ihre Gefolgsleute. Und solange Deadwood mit ihnen verhandelt, bleiben wir hier.<< Fauche ich und bringe meine Augen gefährlich zum glühen.
>>Okay okay.<< Sie verschränkt die Arme vor der Brust. >>Verstanden.<<
>>Gut.<< Ich wende mich dem Schachbrett wieder zu. >>Du bist dran, Charles.<< Sage ich und verschiebe einen meiner Bauern.
>>Du bist so kalt geworden, Davian.<< Spottet Miriam und wirft ihre dunkelbrauen Haare nach hinten.
>>Ich werde erwachsen.<< Antworte ich tonlos und beobachte, was Charles tut.
>>... Hat wohl eher mit deiner toten Freundin zu tun.<< Wispert sie und zerdrückt ein Glas. Scherben fliegen durch die Luft und schneiden über meine makellose Haut. In weniger als einer Sekunde stehe ich vor ihr. Meine Augen lodern. >>Hast du was zu sagen, Miriam?<<
Sie zieht den Kopf ein und bleckt ihre Fangzähne. >>Es ist Jahre her-<<
>>Niemals wieder.<< Unterbreche ich sie. >>Niemals wieder wirst du ihren Geist mit deinen Worten beschmutzen.<<
>>Miriam hat recht, Davian. Amalia ist tot. Lass sie gehen.<<
>>Ich habe sie gehen lassen!<< Fauche ich und verlasse den verdunkelten Raum.
-Elena-
>>Das ist ja riesig...<< Flüstere ich und betrete den Esssaal. Marmorboden und steinernde Bögen an den Decken.
Redene und lernende Schüler überall...
Und mittendrin ein Junge, der zu uns rüberrennt.
>>Hey Neue.<< Er zückt eine Kamera und schießt ein Foto.
Überrascht weiche ich zurück.
>>Du bist DAS Thema, Schätzchen. Woher kommst du?<<
>>Bitte keine Fotos.<<
>>Okay. Schade.<< Er lässt die Kamera sinken.
>>Ich bin Robbin.<< Er reicht mir die Hand. >>Wir wussten alle, dass du kommst. Die meisten jedenfalls.<<
Ich ziehe ein langes Gesicht. >>Ehrlich jetzt?<<
>>Ja.<< Er legt mir einen Arm um die Schultern.
>>Hat dir Naomi schon alles gezeigt?<< >>Also ja, schon.<<
>>Sehr gut. Das heißt, wir machen jetzt ein Interview.<<
>>Äh-<<
>>Komm runter Rob, sie ist gerade angekommen.<<
Naomi befreit mich von Robbin und zieht mich weiter.
>>Ignorier ihn einfach.<< Sie zeigt auf die Theke. >>Hunger?<<
>>Ja.<<
>>Gut. Dann essen wir jetzt was und ich stelle dir meine Freunde vor.<<
Das Essen ist überraschend gut.
Naomis Freunde sind nett.
Vivi- aus der 11, ein eher stilles Mädchen mit kurzem schwarzen Haaren, grauen Augen und schmalen Lippen, Peter- auch aus der 11, ein Junge mit schulterlangen braunen Haaren und braunen Augen und der Kapitän der Handballmannschaft- (der Sport, den eigentlich niemanden juckt)
Und zuletzt Sophie, aus dem 13ten Jahrgang. Mit ihren fast weißem Haar und blauen Augen sieht sie aus wie Elsa.
Ich frage mich, wie sie alle Freunde geworden sind.
>>Wir haben jetzt Mathe. Direktor Silva hat dich in meine Kurse gesteckt.<<
>>Haben die anderen nicht Mathe mit uns?<<
>>Nein. Kurse und so. Viele Kurse.<< Sie schüttelt den Kopf. >>Brauchst du noch was? Willst du noch was anschauen?<<
>>Nein. Alles gut.<< Ich sehe mich im alten Gebäude um. Sie hat mir den Esssaal, die Speisekammer, den Hof, das Lehrerzimmer + Sekretariat und zu meinem Glück die Toiletten gezeigt.
>>Prima. Dann lass uns die Stunde überstehen.<<
*~♡~*
Ich packe gerade meine Federmappe aus, als sich die Tür erneut öffnet (der Lehrer Mr Harris ist schon seit 7 Minuten da und hat sich die ganze Zeit mit einer Schülerin unterhalten- wahrscheinlich der Lehrerliebling).
Ein großgewachsener, gutaussehender Junge kommt rein. >>Entschuldige für die Verspätung.<<
Meine Nackenhaare stellen sich beim Klang seiner Stimme auf.
Ohne es zu wollen fixiere ich ihn durch den gesamten Raum.
Hat er auf alle diese anziehende Wirkung?
>>Wer ist das?<< Frage ich atemlos.
>>Das ist Davian Youngblood. Er ist nicht nur der Sohn eines berühmten Unternehmers, sondern extrem einflussreich.<< Antwortet Naomi. >>Er redet nur mit seiner Schwester Miriam und seinen Freund Charles.<< Sie deutet auf zwei Personen in der zweiten Reihe links.
>>Ich glaube, er hält sich für etwas besseres.<<
Ich nicke resigniert und empfinde triefe Abscheu.
Nur weil er ein Goldjunge ist, ernsthaft?
Er dreht seinen Kopf zu mir und sieht mir direkt in die Augen.
Ich bin wie festgefroren. >>Setzten, Youngblood.<<
Ich starre ihn an, mein Herz pocht wild. Eine seltsame art von Bestaunen und Angst verankert sich in mir und für einen kurzen Moment kommt es mir so vor, als würde ich durch seine Augen auf mich sehen.
Finster starre ich ihn an.
Alle meine Instinkte schreien mich an, wegzusehen und zu laufen, zu fliehen.
Mein Leben zu retten.
Ich kenn dich ich kenn dich ich kenn dich ich kenn dich
Seine rotbraunen Augen weiten sich.
>>Setzten, Youngblood.<< Wiederholt unser Lehrer.
Und mir kommt es so vor, als würde er etwas verbergen. Und ich wüsste genau, was es ist.
Meine Handinnenfläche ist schweißnass.
>>Alles okay?<< Fragt mich Naomi wispernd.
Meine Kehle, meine Lungen. Alles ist wie zugeschnürrt. Mein Hals brennt.
>>Ich glaube ich muss kurz an die frische Luft-<< Würge ich mit großer Mühe hervor.
Von irgendwo höre ich drängende Laute und Stimmen. Ich fühle das Blut in meinen Adern pulsieren, spüre meinen Herzschlag,
jeden
Einzelnen.
Meine
Sicht
verschwimmt.
Mit jedem Schlag meines Blutes höre ich die flüsternden Worte.
L a u f
L
A
U
F
L
A
U
F
Und alles wird
S c h w a r z
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BITE ME - my little cruel secret- German
FantasyDie Teenagerin Elena Wright hat mit jungen, 6 Jahren ihren Vater verloren. Die Presse und die Polizei vermutet, es wäre ein Tier- doch nicht Elena. Elena wechselt die Schule, versucht den wahren Mörder ihres Vaters, 9 Jahre nachdem Verbrechen zu fin...
