Das Gewicht auf meinen Schultern

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(A/N: Just for you N. <3)


Völlig fertig laufe ich aus der Schule und werde direkt von der Sonne geblendet, genervt und müde kneife ich meine Augen zusammen. Heute ist mir wirklich nicht nach gutem Wetter, nicht wenn meine Laune eher Regen und Wolken widerspiegeln würde.

Ich kann das langsam nicht mehr, die Schule entzieht mir all meine Lebensenergie und für was? Für was ist diese ganze Scheiße überhaupt gut? Sie quälen uns mehrere Jahre lang, sperren uns in diesen vier Wänden ein und behandeln uns wie es ihnen gerade passt. Ich habe es satt, so unglaublich satt.

Langsam mache ich mich wohl oder übel auf den Heimweg und versuche nicht daran zu denken, dass ich zu Hause angekommen eigentlich direkt weiter lernen sollte. Ich laufe an der Straße entlang und plötzlich treten mir die Tränen in die Augen. Ich kann das nicht mehr. Der Druck wird zu stark und lastet schwer auf meinen Schultern. So schwer, dass ich mich mitten auf dem Gehweg hinkauere. In der Hocke sitzend und die Beine umarmend, laufen die Tränen über meine Wangen. Die Leute weichen mir einfach aus und keinen kümmert es, dass ein Mädchen mitten im Weg sitzt.

Ich versuche mich wieder zusammen zu reißen und stehe auf, obwohl ich mich am liebsten einfach auf den Boden gelegt hätte und nie wieder aufgestanden wäre.

Ich höre ein lautes aufheulen eines Motors und blicke nach links zur Straße. Ein schwarzes Motorrad kommt direkt neben mir zum stehen. Verwundert blicke ich den Fahrer an, welcher gerade seinen Helm abnimmt. Er streicht sich durch die schwarzen, etwas längeren Haare und schaut mich aus dunklen Augen an. Sie ziehen mich sofort in ihren Bann.
„Hey, du siehst aus als könntest du eine kleine Spritztour vertragen."

Seine Stimme reißt mich aus meiner Trance und ich blicke ihn wahrscheinlich nur noch verwirrter an. Leicht lacht er auf und eine angenehme Gänsehaut breitet sich auf meinem Körper aus.
„Ich habe gesehen wie du dort saßt und naja, da mir das Motorradfahren immer hilft dachte ich warum nicht auch dir."
„Ich..ich kenn dich doch nicht mal", sage ich mit zögerlicher Stimme und versuche wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Warum bringt mich dieser Fremde so aus der Fassung?

„Ich heiße Wooyoung, du kannst mich aber gerne Woo nennen und wie ist dein Name?", er grinst mich an und lehnt fragend seinen Kopf zur Seite.
„Nari", sage ich nur und starre ihn weiter unverhohlen an, ihn scheint das allerdings nicht zu stören. Weiterhin liegt ein freches Grinsen auf seinen Lippen.
„Gut, jetzt kennen wir uns. Also wie sieht es aus? Hast du Lust?" Mit einer Hand Bewegung deutet er auf den Platz hinter sich.
„Ich soll mit dir mitfahren... auf dem Motorrad?"
Er lacht auf, „Ja du Dummerchen, wo denn sonst."
„Ich habe äh gar keinen Helm oder so", bringe ich unsicher zur Sprache. Ich bin noch nie auf einem Motorrad mitgefahren. Keine Ahnung was dafür alles nötig ist oder wie sich das überhaupt anfühlt. I

st das nicht ziemlich gefährlich? Zumindest sagen das immer alle.

Vor Wooyoung werde ich jedoch ganz sicher nicht zugeben, dass ich schiss habe.

Keine Ahnung warum aber es fühlt sich an als würde er mich herausfordern, als würde meine Entscheidung mehr sein, mehr Bedeutung haben.

Sein Grinsen wird breiter und in seinen Augen blitzt etwas auf, was mir eine erneute Gänsehaut verschafft. Und dann hebt er mir seinen Helm hin, „Du kannst meinen haben. Ich brauche keinen, deine Sicherheit ist wichtiger", er zwinkert mir zu. Ich kann mein eigenes Lächeln nicht mehr unterdrücken und schaue zu Boden. Ich bin mir sicher, dass mein Gesicht ganz rot ist, so warm wie es sich anfühlt.

Ich kenne ihn nicht, er könnte uns beide auf dieser Maschine umbringen. Andererseits ist mir momentan sowieso alles zu viel, könnte es dieses Risiko wert sein, dass ich endlich mal wieder meinen Kopf frei bekomme? Dass ich endlich mal wieder etwas anderes fühle als Stress, Angst oder Trauer.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Jun 27, 2024 ⏰

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