Lucia Maria Sainz oder in anderen Worten Chaotisch, kreativ, vorwitzig und unabhängig - das beschreibt die junge Spanierin perfekt .
Lucia hat endlich ihr Abitur in der Tasche und könnte darüber nicht glücklicher sein.
Sie wollte schon immer am lie...
„Lucia, kommst du jetzt bitte endlich!" höre ich meine Mutter von unten rufen. Müde reibe ich meine Augen und steige nach einem kurzen Blick auf mein Handy aus meinem Bett. Ich liebe es auszuschlafen und komme morgens nie aus dem Bett, besonders wenn ich nicht weiß wieso ich geweckt wurde. Im Anschluss binde ich mir verschlafen meine dunkelbraunen leicht lockigen Haare zu einem Zopf.
Dann krame ich in meinem wegen Überfüllung oder wohl besser Übermüllung gesperrten Schminktisch nach meiner Wimperntusche, um meine blauen Augen zu betonen. Als ich damit fertig bin, schaue ich zufrieden in den Spiegel, bevor ich aufstehe um meine kurze Sportleggins und mein Gammel T-Shirt gegen etwas Richtiges zu tauschen.
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Zwischen den überall verstreut liegenden Klamotten krame ich eine kurze Hotpans und ein trägerloses weißes Top hervor. Gerade als ich aus meinem Zimmer gehen will, um zu meiner Mutter nach unten zu gehen und zu schauen, was sie so früh am Morgen von mir will klopft es an der Türe. „Kannst du nicht...." weiter komme ich mit meinem gemotzte gar nicht, als die Türe sich ohne meine Erlaubnis öffnet. „Hey hab ich dir nicht erlaubt reinzukommen" fauche ich den unerlaubten Besucher an.
Vor mir steht kein Geringerer als mein großer Bruder Carlos der mich trotz meiner patzigen Ansage direkt in eine Umarmung zieht. Er weiß das ich ein richtiger Morgenmuffel bin und nimmt mir meine schlechte Laune nicht böse.
Das letzte Mal als ich Carlos gesehen habe, war letztes Jahr auf dem Geburtstag unseres Vaters. Seit dem ist viel Zeit vergangen und ich habe ihn wirklich vermisst. „Herzlichen Glückwunsch zum bestanden Abitur meine kleine", er stahlt stolz über beide Ohren und hält mir einen wunderschönen Blumenstrauß entgegen.
„Wow, Dankeschön ich freue mich so unendlich dich zu sehen" erwidere ich überglücklich und nehme den Blumenstrauß an mich. „Es tut mir total leid das ich es nicht zur Zeugnisvergabe geschafft habe" Carlos sieht mich betrübt an und tätschelt mir über den Kopf. „Nicht schlimm ich weiß doch wie stressig es bei dir kurz vor Saison Start immer ist, und außerdem hättest du mir dann die Show gestohlen ", lächle ich und versuche mir nicht anmerken zu lassen das ich doch etwas traurig war diesen Moment ohne ihn zu erleben.
Er will grade etwa sagen als mein Handy zu klingeln beginnt, schnell ziehe ich es aus der Hosentasche und nehme ich den Anruf an. „Hey Lou, wo bleibst du denn,du wolltest doch längst bei mir sein " höre ich Chiaras laute aufgedrehte Stimme am anderen Ende der Leitung. Mist stimmt, ich wollte eigentlich längst los. „Carlos ist überraschenderweise grade angekommen, ist es okay wenn ich etwas später komme? Frage ich meine beste Freundin und hoffe inständig das sie mir nicht böse ist.
„Oh wie toll ich freu mich so für dich, ich weiß ja wie sehr du ihn vermisst hast. Hast du ihm schon die tolle Neuigkeit erzählt?" fragt sie und ich spüre schon durch das Telefon wie sie breit lächelnd an anderen Ende auf meine Antwort wartet.
„Nein das wollte ich eben machen" erwidere ich ihr während ich Carlos beobachte wie er sich mit gekräuselter Nase in meinem Zimmer umsieht. Ja zugegeben, hier sieht es im Moment echt fatal aus, neben meinem Bett liegen noch Lernunterlagen von vor den mündlichen Prüfungen letzte Woche und überall verteilt liegen dreckige Klamotten sowie Essensreste und Müll.
Chiara wünscht mir viel Glück und wir beschließen das ich mich melde sobald ich mich auf den Weg zu ihr mache, bevor wir auflegen. „Jaaa Ich weiß hier sieht es schrecklich aus" Carlos zuckt erschrocken zusammen da er wohl nicht mitbekommen hatte das ich aufgelegt habe.
„ Ach das bin ich von dir ja gar nicht anders gewöhnt" grinst er und lässt sich auf mein Bett fallen. „Ich wollte mir dir noch über etwas sprechen" greife ich den Moment auf und lasse mich neben ihn auf mein Bett fallen. Carlos Stirn legt sich sofort in Falten "Muss ich mir Sorgen machen ? Ist etwas passiert ? Sag nicht du bist Schwanger von diesem Typ, wie hieß er nochmal, Mateo?" seine Stimme überschlägt sich halb.
„Nun beruhigt dich erstmal" gebe ich lachend von mir, es sieht zu witzig aus wie er verzweifelt versucht irgendeinen Anhaltspunkt an mir auszumachen was ich ihm sagen möchte.
„ also erstmal sind ich und Mateo seit ein paar Wochen getrennt" als ich das ausspreche merke ich erst wieder wie sehr mich alleine der Gedanke an ihn fast zum weinen bringt. Carlos scheint das auch zu bemerken und zieht mich sofort in eine Umarmung.
„ Ich wusste nicht, sonst hätte ich das niemals gesagt" stammelt er überfordert an meinen Stirn . Es fließen einige Tränen meine Wange herunter "Du konntest es ja nicht wissen, er hat mich betrogen, ich habe ihn mit einer anderen in den Sport Umkleidekabine erwischt" flüstere ich niedergeschlagen.
„Wenn ich den erwische, ich konnte ihn noch nie leiden" Carlos spannt sich merklich an „Schon okay, eigentlich wollte ich dir etwas ganz anderes erzählen" beruhige ich ihn, in der Hoffnung, dass er Mateo vorerst verschont und wische mir schnell die letzten Tränen weg.
Dann erzähle ich Carlos wie ich mich auf die Stelle bei Ferrari im Marketing beworben habe und vor wenigen Tage den Anruf mit der Zusage bekam. „Wow ich bin so stolz auf dich, ich freue mich so sehr dich jetzt mehr bei mir zu haben. Aber wieso hast du mir nichts gesagt, ich hätte doch ein gutes Wort für dich einlegen können?"
Carlos weiß genau das ich es hasse wenn er seine Privilegien ein weltbekannter Rennfahrer zu sein, nutzt und kann sich meine Antwort wahrscheinlich schon denken. „Weil ich es ohne Hilfe schaffen wollte, das weißt du doch, und so ist es für dich auch eine größere Überraschung" lächle ich ihn an und werde nochmal in eine überschwängliche Umarmung von meinem Bruder gezogen.
Nachdem ich ihm alles über meinen zukünftigen Job bis ins kleinste Detail erzählt habe beschließen wir zu unseren Eltern ins Wohnzimmer zu gehen. Wir unterhalten uns noch lange darüber wie ich in einer Woche nach Maranello komme und Carlos verspricht das er mir beim packen und einräumen in meiner neuen Wohnung helfen wird.
„ Du passt gut auf sie auf versprochen?" fragt unser Vater Carlos besorgt. Er war anfänglich überhaupt nicht begeistert davon gewesen das sein kleines Mädchen nun so weit weg von ihm arbeiten wird und tut sich immer noch schwer obwohl er weiß wie sehr ich mich über die Chance freue.
„Natürlich, ich lasse sie nicht aus den Augen"erwidert Carlos und ich weiß genau wie ernst er seinen Job als großer Bruder nimmt. Nachdem wir uns noch über einige andere Dinge unterhalten haben mache ich mich überglücklich auf den Weg zu Chiara. ———————————————————————————
Herzlichen Willkommen
Ich dachte ich versuche mich nach Jahren der Abstinenz nochmal am Schreiben einer Fanfiction 😂.