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Ich fühlte mich ... schwerelos. Das war das Erste, was ich wahrnahm. Dann spürte ich die Kälte ... und gleichzeitig die Wärme. Es war nass, sanft. Schwer und doch leicht.
Und es war dunkel. Finster. Dennoch konnte ich sehen. Ich spürte, dass etwas vor sich ging.
Die Flüssigkeit um mich herum vibrierte, sie labte sich an meiner Haut. Nein ... streichelte sie.
Ich runzelte die Stirn und spannte meine Muskeln an. Fing an, mich zu bewegen. Erst einen Finger, dann die ganze Hand.
Erstaunt registrierte ich jede Zelle meines Körpers. Es war unglaublich. Ich konnte denken und spüren und handeln – so, wie ich es befahl.
Nur meine Augen wollten sich nicht öffnen und ließen mich in der Ungewissheit zurück.
Neugierde packte mich. Was ging hier vor sich? Wo war ich? Wer war ich?
Endlich konnte ich meine Lider öffnen. Nur ein winziges Stück. Bis mich ein Lichtstrahl blendete.
Trotzdem zwang ich mich dazu, meine Augen weiter zu öffnen. Ich wollte sehen. Ich wollte wissen, wo ich war.
Als ich es geschafft hatte, sah ich erst nur verschwommen. Konturen, die sich bewegten. Ein Wechselspiel aus Licht und Dunkelheit.
Mein Mund öffnete sich, aber kein Laut kam heraus. Besaß ich überhaupt die Fähigkeit zu sprechen? Oder lag es an der Flüssigkeit, die mich umgab?
Ich begann, meinen Kopf zu bewegen, um meine Umgebung genauer in Augenschein zu nehmen, auch wenn alles noch unscharf war. Meine Gliedmaßen streckten sich.
Plötzlich spürte ich etwas. An meinen Fingerspitzen. Eine Kühle.
Glas. Ich war in einem Behältnis.
Dann vernahm ich auch Geräusche. Gedämpft drangen Stimmen zu mir. Doch ich konnte sie nicht verstehen.
Wut kochte in mir hoch. Ich wollte wissen, was los war. Aber alles ging nur so langsam vonstatten.
Ein Gesicht schob sich in mein Blickfeld. Der Mund bewegte sich, und ich verstand schon mehr. Sprachmelodien, Tiefe, einzelne Laute, Wörter.
Dann, als hätte jemand den Stöpsel einer vollen Wanne gezogen, wurde das Wasser abgesogen, bis ich entblößt dastand.
Ich zog Luft in meine Lunge und spürte Kraft in mich strömen. Meine wackligen Beine hielten mich aufrecht. So langsam begriff ich, was ich war. Auch wenn ich noch viel zu lernen hatte.
»Willkommen, 11257«, hörte ich die tiefe Stimme des Mannes, der mein Gefäß geleert hatte. Ein Lächeln trat auf sein Gesicht, doch ich erwiderte es nicht. Emotionen waren mir noch fremd.
»Er lebt tatsächlich«, vernahm ich eine weitere Stimme.
Nun erkannte ich, dass ich in einem Raum war. Die weiße Farbe und die verchromten Objekte darin blendeten mich.
»Ja ...«, stimmte die andere Person zu. »Ich denke, er verdient einen Namen.«
Überfordert von all den Eindrücken, blickte ich mich weiter um. Wasser perlte von meinem kleinen Körper ab und ließ mich erzittern. Was passiert hier?
»Nennen wir ihn doch Isaac. Wie der Sohn von Abraham aus der Bibel.«
»Klingt gut. Eine göttliche Fügung könnten wir gut gebrauchen.«
»Du, mein Kleiner«, wandte sich mir nun die zweite Person zu, »bist etwas ganz Besonderes.«
Und so begann meine Geburt.

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