Johann, ein aufgeweckter junger Mann, der verstanden hat das es im Leben nur auf zwei Dinge ankommt. Wie viel man verdient und die Liebe. Johann hatte leider in beiden Fällen nicht sonderlich viel Glück. Er hatte zwar einen Job, doch dieser erfüllte ihn nicht wirklich. Er machte seinen Job halt, weil er sich nach mehr sehnte. Nicht nur nach mehr Geld, sondern auch nach mehr Wertschätzung, mehr Freude. Er wollte mehr von den dingen, die seinem Leben einen Sinn verliehen. Mit diesem Silberstreif am Horizont schleppte Johann sich Tag für Tag durch seinen Job, in der Hoffnung, dass es irgendwann einmal besser werden würde. Die Jahre strichen ins Land und Johanns Pläne verblassten und sein Leben wurde immer grauer. Anfängliche Ambitionen, mehr aus sich und seinem Leben zu machen, wurden ersetzt durch die Rapidität seines Lebens.
Den Traum einer strahlenden Zukunft hatte er schon lange vergessen, genau wie den in die Liebe. Klar, Johann hatte doch ab und an leidenschaftliche Abenteuer, die aber nie mehr waren als ein Hauch im Windkanal des Lebens. Johann störte dies nicht sonderlich. Er dachte schlichtweg nicht daran, aber in seinem tiefsten Inneren war nur noch ein kleiner Ruf nach mehr, übertönt vom Rauschen der Mittelmäßigkeit. Doch eines Tages kam Moritz zu ihm, mit einer, seiner Meinung nach, brillanten Idee. Sie kannten sich schon seit Jahren und waren daher zu langjährigen Freunden geworden. Moritz schlug vor, man könnte sich doch ein paar Freunde schnappen und zum See fahren, der sich in einem kleinen Waldstück befand, um der eintönigen Langeweile zu entfliehen. Sichtlich angetan von der Idee willigte er ein. Schon ein paar Tage später war es auch schon soweit. Johann stieg gerade aus seinem Citroën Ami aus, da ploppte auch schon Moritz auf. Er begrüßte ihn ein wenig zu sehr und sagte ihm, das die anderen ebenfalls bereits anwesend sein. Johann fragte interessiert, wer denn noch alles da wäre, weil bis dato wusste er nicht wer mitgekommen ist. Moritz sagte das nur weitere Zeit hatten. Michelle und Timmy. Johann war sichtlich erfreut das zu hören, er kannte die zwei nämlich gut. Er hatte sie zwar nur ein paar Mal gesehen, aber das tat ihrer Verbundenheit keinen Abbruch. Wenig später begrüßten sich alle, doch irgendwas war bei der Begrüßung seltsam. Als er Timmy begrüßte war da dieser Blick. Er hatte das Gefühl als ob er in Timmys Seele blicken könne und er in seine. Doch Johann tat diesen Gedanken als nichts weiter als ein Hirngespinst ab.
Später am Abend fragte er Moritz: „Wo schlafen wir denn?".
Moritz entgegnete ihm: „In der Hütte dort drüben, wir haben aber nur zwei Zimmer und ich schlafe garantiert nicht bei dir im Zimmer. Deine Schlafapnoe treibt mich sonst noch in den Wahnsinn." Johann Fragte daraufhin leicht verlegen: „Mit wem soll ich den im Zimmer schlafen?".
Moritz dachte kurz nach und meinte, dass Timmy einen sehr niedrigen Ruhepuls hätte, was zur Folge hat, dass, wenn er schläft, nicht sonderlich viel mitbekommt. Als Johann das hörte, musste er schmunzeln. Er wusste nicht wieso, er tat es einfach. Er ging dann zu Timmy und berichtete ihm von der Schlafsituation. Timmy fand die Idee auch gut, doch da war er wieder, dieser Blick voller endloser Tiefe.
War es nur eine Sekunde oder doch eine Ewigkeit?
Als Moritz und Michelle sich zu den zweien gesellten, die zuvor im Wald über irgendwas getuschelt hatten, wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Die vier verbrachten den restlichen Abend am Lagerfeuer und unterhielten sich. Sie hatten die Zeit Ihres Lebens, wobei es bei Michelle und Moritz immer mehr zu handgreiflichen Auseinandersetzungen kam.
Timmy und Johann beobachteten immer wieder recht planlos das Spektakel neben ihnen. Sie wussten beide nicht wieso das geschah.
Sie verständigten sich darauf, dass das wohl Michelle und Moritz Ding war und beließen es dabei. Ohnehin hatte er sich lieber mit Timmy unterhalten, als mit den anderen zwei. Michelle und Moritz beobachteten die zwei schon eine ganze Weile. Moritz sah Michelle an und nickte mit dem Kopf als Zeichen, dass sie mit ihm mitgehen sollte, mit dem Plan im Hinterkopf, dass Johann und Timmy etwas Zeit für sich hatten. Johann fragte verwirrt, wo die zwei denn hinwollten. Moritz entgegnete ihm: „Ich muss noch Holz für morgen sammeln." Johann fragte verwirrt: „Warum jetzt und wieso mit Michelle? Die kann doch eh nichts tragen." Bevor Moritz auf Johanns Frage antworten konnte, entgegnete Michelle: „Ich gehe nicht zum Tragen mit, sondern weil Moritz sonst Angst bekommt alleine.
Ihr könnt hier warten, oder schonmal in die Hütte gehen, wir kümmern uns um den Rest." Moritz stimmte ihr pampig zu. Zufrieden mit der Antwort setzte Johann sich wieder neben Timmy und die anderen verschwanden in der Dunkelheit des Waldes. Nach einiger Zeit fragte Timmy Johann: „Na was denkst du, was machen die da im Wald? Also ich glaube Holz sammeln ist es bestimmt nicht." Johann lachte und meinte: „Bestimmt haben die da gerade wilden Sex." Timmy erwiderte: „Ja voll peinlich, wer hat denn bitte Sex im Wald? Sich einfach seiner Leidenschaft und Lust hinzugeben." Bevor er seinen Satz beenden konnte, verlor er sich in den Augen von Johann, dessen Pupillen durch das schlechte Licht nun ganz geweitet waren. Währenddessen zankten Michelle und Moritz sich im Wald, wer denn nun kleiner war als der andere.
Eine Unendlichkeit später erwachten beide aus ihrem Blick. Johanns Gesicht näherte sich zögerlich dem Gesicht von Timmy, unwissend, was gleich passieren würde. Doch plötzlich ergriff Timmy die Initiative und küsste Johann. Zuerst leicht und zögerlich, dann fest und leidenschaftlich. Die beiden begannen immer wilder miteinander rumzumachen. Als Johann einen Moment nach Luft schnappte, nutzte er auch gleich die Gelegenheit und fragte ihn, ob sie nicht in die Hütte gehen sollten.
Ehe er es sich versah, waren die zwei auch schon in der Hütte angelangt. Jetzt ging es erst richtig los. Keiner von den beiden wusste mehr, wo er selbst anfing und der andere endete. Sie liebten sich leidenschaftlich, wobei Timmy der dominantere Part gewesen zu sein schien. Sie liebten sich eine Ewigkeit. Plötzlich ging die Tür von ihrem Zimmer auf. Michelle und Moritz standen unverhofft im Türrahmen. Sie waren gerade von ihrem Waldabenteuer zurückgekehrt.
Die beiden waren sichtlich überrascht von dem was sie vorgefunden haben. Michelle musterte neugierig den verschwitzten Knoten menschlicher Lust und Moritz meinte kühl: „Das war eigentlich unser Zimmer, aber habt noch viel Spaß." So Plötzlich die beiden da waren, so schnell waren sie auch schon wieder verschwunden. Timmy und Johann liebten sich noch bis in die Morgenstunden. Als die Gruppe ihre Sachen für die Abreise packten, ging Moritz auf Johann zu und fragte: „Na hat es sich gelohnt?" Da kam auch schon Timmy um die Ecke, legte seinen Arm um Johanns Hüfte und küsste ihn auf die Wange und antwortete: „Definitiv. Und für dich?". Moritz blickte über seine Schulter rüber zu Michelle. „Sehen wir dann." Die Gruppe verabschiedete sich voneinander und alle machten sich auf den Weg nach Hause.
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Epilog:
Johann und Timmy wurden eines der reichweitenstärkensten Paare auf Instagram. Johanns Tage waren nun nie mehr grau, sondern strahlend voller Glück. Das Kind, welches Michelle und Moritz im Wald gezeugt hatten, fand ein Heilmittel gegen Krebs, Aids, Ebola und hat im Alleingang den internationalen Terrorismus gestoppt. Michelle und Moritz streiten sich immer noch, wer kleiner ist.
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Der Farbklecks in einer grauen Welt
RomanceJohann ist ein junger Mann, der versucht, mit einem Campingausflug seinem Leben wieder frischen Wind zu verleihen. Ob ihm das gelingen wird? Eine kurze Geschichte über die Eintönigkeit des Erwachsensein und den Folgen der postmodernen Einsamkeit. Di...
