Heute vor 25 Jahren am 21.04.1997 erblickten meine Augen erstmals das Licht der Welt. Meine Mutter und mein Vater sahen mich funkelnd an. Mein großer Bruder Diego war bereits 11 Jahre alt. Diego strahlte vor Stolz seine kleine Schwester auf den Arm nehmen zu dürfen. Genau heute sehe ich mir diese Bilder zusammen mit meinem besten Freund Amar im Besucherraum der JVA Dresden an.
Ich weinte und eine Träne kullerte runter auf das Bild meines Bruders. Amar strich mir die Träne aus'm Gesicht, als der Beamte sagte es währe Zeit sich zu verabschieden. Ich klappte das Fotoalbum zu und umarmte Amar. Amar hielt mein Gesicht zwischen seinen großen Händen und führte einen Kuss auf meine Stirn. Ich ging zum Ausgang und drehte mich nicht mehr um, um den Schmerz nicht größer zu machen, als er eh schon war, auch wenn ich wusste das Amar über seine Schultern zu mir zurück blickte. Ich stieg in mein Auto und steckte den Schlüssel hinein. Ich blieb noch Minuten sitzen ehe ich die Zündung drehte.
Aus meinen Gedanken riss mich das Klingeln meines Handy ein Anruf meiner Cousine. Am Telefon weinte ich bitterlich und ließ meine Trauer bei ihr aus. Leticia ist eine der wenigen die mir nach all der Zeit noch so nahe stehen. Leticia ist meine Cousine Mütterlicherseits. Leticia hatte mal eine jüngere Schwester, die dann erkrankte und verstarb.
Ich drehte den Zündschlüssel und führ nach Hause, nach Hause nach Bonn. Ich fuhr mehr wie 6 Stunden, um dann am ende des Tages vor meiner Tür 25 rote Rosen vorzufinden. Ich hob sie auf und schloss meine Wohnungstür im 2. Stock auf. Ich ging den Flur entlang und gleich flossen mir wieder tränen. An den Wänden meines Flurs hängen hunderte von Erinnerungen. Erinnerungen meiner Familie, meiner Freunde, meiner Vergangenheit.
Ich holte aus einem Schrank in der Küche zwei Vasen hervor und begann sie mit Wasser zu füllen, setzte die Rosen hinein und stellte die eine Vase im Wohnzimmer auf ein Sideboard und die andere in mein Schlafzimmer auf meinen Nachttisch neben das Bild von Amar.
In zwischen war es 19.30 Uhr und ich schleppte mich aufs Sofa, welches im Wohnzimmer steht. Ich nahm mir das Fotoalbum meines Vaters aus der Vitrine und versuchte anhand seiner Mimiken ein Anzeichen seiner Suizid zu finden. Als ich auf der Seite ankam auf der sein Abschiedsbrief aufgeklebt war beschloß ich ihn kein weiteres Mal zu lesen. Ich klappte das Buch zusammen und legte mich auf das Sofa.
Am frühen Morgen wachte ich auf und zog mir einen Kaffee. Ich setzte mich ins Wohnzimmer und scrollte über die Social Media ForYou's, wofür ich gestern keine Zeit hatte. Meine Dm's wahren voll mit Geburtstag- Glückwünschen von Menschen die ich nicht Mals kannte. Das liegt daran, dass ich früher mit meiner Familie in Dresden gewohnt habe. Dort habe ich viele Menschen getroffen und auch kennengelernt.
Ich hatte meinen Kaffee ausgetrunken und machte mich fertig für die Arbeit. Heute ist ein Mittwoch wie jeder andere, an dem ich mir wünschte es währe wieder ein Dienstag. Dienstag ist immer der Tag in der Woche an dem ich nach Dresden fahre und Amar sehen kann, und ihm erzählen kann wie scheiße alles ohne ihn ist.
Ich schloss die Tür hinter mir zu und ging die Treppe runter zu meinem Auto. Ich schaute auf mein Handy und es sprang ein Verpasster Anruf auf. Ali, der große Bruder von Amar hatte mich angerufen. Ich und Ali hatte eine lange und eine kurze Vergangenheit. In der langen war einst unsere jahrelange Freundschaft und unsere Verbundenheit durch Amar. Amar wollte immer das Ali mein bester Freund und mein Fels in der Brandung ist, wenn er nicht da ist. Doch Ali und ich hatten kurz daraufhin unsere kleine Verbundenheit, in der Ali und ich uns nährgekommen sind als uns tatsächlich lieb war. Ich konnte Amar, meinem besten Freund nicht einmal davon erzählen. Und als ich es begriffen hatte das es falsch war, hatte ich nach einer sehr langen Zeit wieder so starke Gefühle für jemanden das ich mich nicht trennen konnte. Deshalb bin ich aus Dresden vom ein auf den anderen Tag abgehauen, ohne etwas zusagen. Seit dem Tag an hatte ich weder mit Ali noch mit jemand anderem von dort ein Wort gewechselt.
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Teil meiner Vergangenheit oder doch der Zukunft?
RomanceEr verlor zwar Tränen, doch niemals sein Lächeln..
