Kapitel 1 - die Hölle

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-16. 12. 2021, 6:⁰⁰uhr-

Mein Wecker klingelte.
Ich setzte mich langsam auf um meinen Alarm stumm zu schalten. Ich legte mich wieder hin und machte die Augen zu um noch eine Weile in der heilen Welt meines Traumes zu verweilen. Ich wollte nicht aufstehen, da die Schule, der Ort der "Bildung", für mich mehr ein Ort der Erblindung und der Qualen war. Keiner wirklich hasste, weder mochte mich obwohl ich Klassensprecherin war. Ich bin die Person die meistens Stimmung macht und lustig ist damit ich nicht zeigen musste wer ich eigentlich war. Ich mochte meine "Persönlichkeit" nicht da ich meiner Meinung nach nicht einmal eine hatte. Erneut wurde ich durch das Leuten des Weckers aus dem Schlaf gerissen. Es waren nun 10 Minuten vergangen da ich wohl versehentlich "schlummern" statt "verwerfen" gedrückt habe. Wie dem auch sei setzte ich mich zum zweiten mal auf meinem quietschenden Bett hin, welches mir in den Ohren wehtat. Ich warf einen schnellen Blick durch den noch dunklen Raum bevor ich nach dem Schalter der Lampe auf dem Nachttisch suchte. Als der Schalter umgelegt war musste ich zuerst ein paar mal blinzeln um den stechenden Schmerz und die bunten Punkte die das Licht verursacht hatten aus den Augen zu bekommen. Als ich dann aufstand und die Kleiderschrank-Tür zur Seite schob, sah ich in den Spiegel der nun genau links von mir stand. Ich sah mir in die leeren Augen, die von Hass und Enttäuschung gefüllt waren. Ich sah auf meinen Körper der irgendwie viel zu unförmig aussah. Die Haare zerzaust, das Gesicht emotionslos, die Taile etwas zu breit, die Beine zu dick und die Haltung zu krumm. Als ich aufhörte mich mit Blicken zu löchern die ich sonst nur von anderen bekam, nahm ich irgendein Shirt und ein Hoodie aus dem Schrank, gefolgt von einem paar Socken. Ich zog die Hose von gestern dazu an die, zerknittert über meinem Stuhl hing. Danach kämmte ich meine Haare, schwang sie überkopf und dann wieder nach oben um sie dann im Mittelscheitel auseinander zu ziehen damit sie luftig und stilvoll lagen. Ich packte meine Tasche mit Büchern, Nahrung und Schreibzeug damit ich sie mühevoll auf meine linke Schulter schwingen konnte um ein leichtes keuchen von mir zu geben. Ich trug sie in den Flur wo Jacke und Schuhe schon warteten. Ich Band die Schuhe in einer Schleife zusammen und zog die Jacke an in die ich anschließend meinen Haustürschlüssel steckte, da ich ohne nach dieser Hölle nicht wieder in mein geliebtes Heim kam. Ich wartete erst bevor ich die Tür öffnete und sah ein paar Videos auf meinem Handy. Ich vergaß dabei leider die Zeit und es war mittlerweile 10 Minuten vor Unterrichtsbeginn. Ich packte mein Handy rasch in meine Jackentasche, schwang die Tasche über meine Schulter und öffnete die Tür die nach draußen in die kalte, weite Welt führte. Ich entsperrte mein Fahrradschloss mit dem Zahlencode "0000" da ich nicht die Lust hatte ihn zu ändern. Ich schob es aus dem Schuppen und schmiss regelrecht meine Tasche in den Korb der sich auf dem Gepäckträger wiederfand. Ich fuhr im Stehen da ich so schneller war. Ich durfte keines Wegs zu spät kommen da ich in den ersten beiden Stunden (8:⁰⁰uhr - 9:³⁵) Geschichte bei einem Lehrer hatte den ich persönlich als Mensch eher meiden würde. Er ließ immerzu zu seinem womöglich eigenen Vergnügen dumme Kommentare und Sprüche über Wissensaufnehmende die keinen Frieden mit sich selbst finden konnten. Ich war müde von den Tagen zuvor, so wie seit Jahren. Ich legte also ungewollt meinen Kopf auf meinen Armen ab um nicht gleich in eine Panik-Attacke zu verfallen. Er sagte nur "y/n, möchtest du zuhause weiterschlafen??" "Nein..." murmelte ich leicht genervt vor mich hin. Die Mitlernenden unterhielten sich und lachten während ich aus dem Fenster sah. Ich merkte das der Lehrer etwas kopieren gegangen war. Ich nutzte die Chance und legte mich mit dem Kopf erneut umschränkt von meinen Armen auf den Tisch. Die anderen bemerkten dies und bekamen gefallen daran sich darüber lustig zu machen. Ich bekam zusammengeknülltes Papier auf den Kopf geworfen und wurde zudem fast mit Wasser übergossen. Ich wurde ständig angestoßen und gerufen. Ich bekam große Panik und fing an mein Bein zu bewegen um mich etwas abzulenken. Ich hörte die Tür öffnen und der Lehrer kam wieder. wenig später fragte er wieder ob ich zuhause weiterschlafen wolle, doch diesmal erhielt er keine Antwort. Er fragte noch bestimmt 3 Mal und wurde jedesmal lauter. Er kam dann zu meinem Platz gelaufen und sagte das ich mit rauskommen soll da es sonst blöd für die Klasse wäre. (was ist denn daran blöd für die Klasse? Es hat sie nicht zu interessieren. Es ist nicht mein Fehler, ich mache es doch nicht mit Absicht.) dachte ich. Ich schloss meine Augen da mich der Schwindel überkam. Ich konnte spüren wie alle Augen auf mich gerichtet waren. mir wurde schlecht. Ich hätte schreien können. Ich sagte dann leise mit einer zerbrechlichen Stimme: "i-ich bleibe hier..." "wie bitte??" Fragte die lehrkraft. "Ich bleibe hier." sagte ich nun lauter. Er seufzte nur und ließ mich endlich in Frieden. "Es tut mir leid y/n... ich weiß nicht warum er das getan hat... ich hoffe es ist soweit alles okay.." sagte die Person links von mir. Es war meine Lieblingsperson hier, meine beste Freundin Maddy. Ich bin froh sie zu haben. Ohne sie würde ich garnicht mehr hierher kommen. Nachdem ich mich beruhigt hatte setzte ich mich wieder aufrecht hin und wischte mir mit der Hand durchs Gesicht um mich wieder zu besinnen. Ich fing dann an den Text zu lesen den alle anderen anscheinend aufgrund eines arbeitsauftrages lasen. Ich verstand von dem Text nur die Hälfte da ich eh alles nach 30 Sekunden wieder vergessen hatte. Ich sah den Rest des Unterrichts nur an die Tafel um wenigstens so auszusehen als würde ich etwas verstehen. Ich wartete bis zur Pause, da ich eh nichts anderes tun konnte. Es klingelte. Endlich. Ich packte meine Tasche zusammen damit ich es nach der Pause nicht tun musste. Ich nahm meine Jacke und zog sie mir im gehen an, während ich an dem Lehrer vorbei lief. "ciao kakao!" sagte ich als ich gerade mit Maddy durch die Tür ging. Ich erhielt keine Antwort, war mir aber auch egal. Wir hatten die Pause damit verbracht den Jungs beim Fußball spielen zuzusehen, da sie sich sehr dumm dabei anstellten. Ich wollte damit nicht ausdrücken das ich es besser konnte, aber hättet ihr es gesehen, hättet ihr es verstanden. Wir gingen nach 20 Minuten wieder in den Raum der im 1. Stock direkt gegenüber der Treppe war. Wie es scheint würden wir jetzt die Englisch-Klausur schreiben. Ich wusste davon nichts, was aber nicht fatal war da Englisch mein bestes Fach war. Nach der Klausur hatte ich wieder dieses Gefühl... Die Momente in denen man sich so unreal fühlt weil alles sich zu wiederholen scheint. Die Momente in denen die Gedanken lauter als der Sturm in einem sind. Ich beschloss das es besser wäre nach Hause zu gehen. Ich ließ bei meiner Mutter auf Arbeit anrufen, sodass sie wusste das ich zuhause war. Ich holte dann mein Fahrrad und fuhr nach Hause. Ich machte mir auf dem Heimweg über nichts Gedanken sondern widmete meine Aufmerksamkeit dem Wind der durch meine Haare wehte. Es fühlte sich so an, als ob ich für einen Moment frei wäre. Doch dann merkte ich wie mir nach und nach kälter wurde. Es war dennoch ein schönes Gefühl welches dich letztendlich zerfrisst... ich mag es dinge philosophisch zu sehen. Als ich zuhause ankam, zog ich Jacke und Schuhe aus. Ich stellte sie an den gleichen Platz wo ich sie heute morgen entnommen habe. Ich nahm anschließend wieder die Tasche auf meine linke Schulter und schlenderte träge in mein zimmer. Ich legte die Tasche auf dem Boden ab und nahm danach mein Handy aus dem zweiten Fach von vorne. Ich schmiss mich mit ihm auf das Bett, das wieder quietschte als ich darauf landete. Ich Stöpselte meine gelben Kopfhörer in das Handy und setze sie auf. Ich hörte etwas Musik, dessen Liedtext ich nachvollziehen konnte. Ich dachte mir beim hören der Songs ein paar Szenarien aus, die warscheinlich nie vorkommen würden. Ich schlief dabei ein, diesmal ohne das mich jemand dabei stören würde...

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Hallöchen liebe lesenden!
Vorab wollte ich sagen, dass das Ganze auf wahren Begebenheiten basiert. Ich hoffe ihr habt gefallen an der Story gefunden und seid gespannt auf die folgenden Kaptiel. Tipps und Ideen könnt ihr gerne hinterlassen<3
-cel =)

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⏰ Last updated: Dec 16, 2021 ⏰

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-Unnormal normal-Where stories live. Discover now