Ganz normal, oder?

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Es war so kalt, dass ich meinen Atem sah.
So kalt, dass ich fror. Die Kälte kroch unter meinen Mantel hoch  und lies mich beim Anblick das Mondes erstarren. Ich schlug meine Arme um meinen Körper. Es war so dunkel das ich nur durch das Mondlicht meinen Atem sehen konnte , so leise, dass ich nur mein Herz pochen und meinen Atem hörte.
„Der Vollmond ist so schön, er leuchtet so hell, sobald ich ihn sehe fühle ich mich so erleichtert."
Ich lief weiter die Steigung hinauf. Die kleinen Büsche und Sträucher streiften meine Hose. Ich schaute auf, nach oben in den pechschwarzen Himmel und zu der riesigen weißen Kugel. So klar, all meine Probleme erschienen mir so leicht und all meine Sorgen wie verflogen. Ein leichter Windstoß ließ meine Haare nach oben wehen. Ich streckte meine Arme aus, atmete ein und schrie ganz laut, alles aus mir heraus. Ich musste schmunzeln. Eigentlich kann es doch so bleiben. Für immer, das wäre doch das Beste.
Ich sollte zurück. Sabrina macht sich sonst noch Sorgen. Ich lief die Steigung wieder runter, als ich plötzlich ein unangenehmes Gefühl bekam. Ich drehte mich um. ,,Da ist nix, alles gut. ", sagte ich mit zittriger Stimme zu mir selbst. Plötzlich spürte ich eine Hand auf meiner Schulter. Ich drehte mich erschrocken nach hinten.
Ich riss meine Augen auf. Zwei Gestalten standen hinter mir. Ihre Nasen und Augen fehlten.
„Mama, Papa ..seid, seid ihr das?!?" Die beiden Gestalten lächelten mich freundlich an. „Warum seid ihr nicht bei mir geblieben?!"
Ihr Lächeln verschwand und man sah ihre Gesichter nicht mehr. Sie begannen zu verschwinden.
„Nnein...Bitte, bitte bleibt bei mir. Geht nicht! BLEIBT BEI MIR !!"

Ich öffnete langsam meine Augen. Mein Kopf pochte und meine Beine schmerzten. Ich schaute mich um. ,,Ein, schon wieder ein Traum?! " Ich stand auf und lief zum Spiegel, zog an meinen Ohren und zwickte mich. „Ok, ich träum nicht mehr. Aber warum hab ich immer diese KOMISCHEN Träume, die sich so VERDAMMT ECHT anfühlen?!! UND WARUM KOMMEN IMMER MEINE ELTERN DRIN VOR?! Ich versteh das nicht ...hnnn." Ich drückte mein Gesicht in das Kissen.
„Anna! ...Anna, komm bitte runter.... ANNA.!!"
Oh nein, verdammt, wenn die sauer wird ist mein ganzer Tag im Eimer. „Ich, äh ich komme schon.!"
Ich zog mir schnell was über, riss das Fenster auf und rannte die Treppe runter.
„Da bin ich. Hehe"
„Anna, bitte gewöhne dir an dich richtig anzuziehen, die Haare zu kämmen und dich nicht wie ein kleines Kind zu benehmen."
„Tut mir ja leid"nuschelte ich.
„Jaja, immer dasselbe mit dir."
Ich schaute auf den Tisch und grinste. „Hmm, ach und deiner „ungezogenen" Nichte machst du ihren Lieblingskuchen, obwohl sie sich so schlecht benimmt?!"
„Lieb, hab ich dich ja auch."sagte sie mir lächelnd ins Gesicht.
Ich umarmte sie."Du bist wirklich die Beste. Danke!" flüsterte ich ihr zu.

„Hmmm, der Kuchen ist wirklich SUPER LECKER!!!"
„Freut mich, dass er dir schmeckt."
„Du Sabrina.. hmm also ich hab da.. ein paar Fragen." sagte ich, während ich ein Stück Kuchen aß.
„Die wären?"
„Also, ich würde gerne wissen wie meine Eltern so waren....hmm.. Also..Hat meine Mutter dir ähnlich gesehen?"
„Nein, nicht doch. deine Mutter war wunderschön. Alle haben sie bewundert."
„Hää echt, hmm dann hab ich mein Aussehen wohl nicht von ihr."
„Aber Anna. Du bist bildhübsch und siehst genau wie deine Mutter in den jungen Jahren aus. Außerdem war sie auch so hilfsbereit und freundlich wie du. Sie war sehr beliebt." sagte sie mit einem Lächeln im Gesicht.
„Ihr Tod war sicher ein Schock für alle. Alle waren.. bestimmt traurig. Sind viele Leute zur Beerdigung gegangen...?"
Ach Mist, das wollte ich doch gar nicht fragen. Sie hasst diese Fragen ja total.
„Ähm also das, das.."sagte ich stotternd.
Sabrina stand  auf und machte sich am Herd zu schaffen.
„Die Beerdigung...Die ist schon viel zu lange her, ich erinner mich nicht mehr besonders gut daran."
„Aber sie war doch deine Schwester.."
„Anna, wieso willst du unbedingt diese alten Wunden aufreißen?"
„Ich bin einfach neugierig und du weißt selbst, dass ich so gut wie gar nichts über meine Eltern weiß. Ich weiß ja nicht einmal woran oder wie meine Eltern gestorben sind. Hatten sie eine Krankheit? Wurden sie von einem Hapon umgebracht?"
Sabrina griff nach der Milchkanne. Sie ignoriert mich wieder. Wie jedes mal bei diesen Fragen.
„Ich geh nochmal zum Stall etwas Milch holen.
Sabrina zog sich den Mantel an, griff nach dem Beutel und ging aus der Tür.
Warum ist sie bei den Fragen so empfindlich? Ja, es war ihre Schwester und es war bestimmt schwer, aber kann sie mich nicht verstehen? Ich will nur mehr wissen. Wieso erzählt sie es mir nicht einfach? Das ergibt für mich alles keinen Sinn.
Werde ich es irgendwann wissen? Vielleicht nie.
Ich seufzte tief.

Twilight School FFWhere stories live. Discover now