Never Be Mine

By someone_usual09

15.8K 884 312

Zwei beste Freundinnen. Eine Vergangenheit. Ein Deal. Eine Liebe. Stephanie und Anna kennen sich schon seit E... More

Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
Kapitel 26
Kapitel 27
Kapitel 28
Kapitel 29
Kapitel 30
Kapitel 31
Kapitel 32
Kapitel 33
Kapitel 34
Kapitel 35
Kapitel 36
Kapitel 37
Kapitel 38
Kapitel 39
Kapitel 40
Kapitel 41
Kapitel 42
Kapitel 43
Kapitel 44
Kapitel 45
Kapitel 46
Kapitel 47
Kapitel 48
Kapitel 49
Kapitel 50
Kapitel 51
Kapitel 52
Kapitel 53
Kapitel 54
Kapitel 55
Kapitel 56
Kapitel 57
Kapitel 58
Kapitel 59
Kapitel 60
Kapitel 61
Kapitel 62
Kapitel 63
Kapitel 64
Kapitel 65
Kapitel 66

Kapitel 1

971 29 7
By someone_usual09

Beste Freundinnen – das sollten wir sein.

Aber so ist es nicht.

Denn ich liebe sie. Wirklich. Über alles.

Und doch wird sie niemals mein sein.

Sie wird mich immer nur für ihren eigenen Nutzen missbrauchen und mich immer wieder nur aufs Neue verletzen. Aber das ist mir egal. In den Momenten, in denen sie mir ihre gesamte Aufmerksamkeit widmet, auch wenn sie nicht dasselbe wie ich empfindet, fühle ich mich einfach vollkommen - so befreit und unbeschwert. Als würde gar kein Schmerz und gar keine Bürde auf mir lasten. Als könne ich wirklich unbeschwert lachen und ausatmen. Als könnte ich ihr jegliche Last nehmen. Als wäre ich wirklich die Person, die ihr all ihr Leid nehmen könnte. Als wäre das Leben noch einen Versuch wert. Als würde sie wirklich nur mich sehen können. Als würde sie mich vielleicht auch lieben.

Auch wenn das alles nur Schein sein mag und es sich eigentlich jedes Mal sogar verdammt falsch anfühlt - es ist der Moment, der zählt.

[Vergangenheit]

»Ich liebe dich!«, gestehe ich ihr. Obwohl es Sommer ist, ist ausgerechnet dieser heutige Tag recht kühl, während die Regenwolken bereits am Himmel hängen. Trotzdem scheint mein Herz zu rasen und mir wird immer heißer und heißer. Ich weiß, die Antwort wird wohl klar sein, aber dennoch mache ich mir noch Gedanken darüber - die Hoffnung will sich in meinem Inneren einfach nicht niederkämpfen lassen.

Ich muss loslassen, um den nächsten Schritt machen zu können. Ich muss unbedingt jemand Neues finden - jemand, der dieselben Gefühle für mich hat wie ich für ihn. Ich muss einfach. Ich muss einfach normal sein. Ich muss für Stephanie da sein - als normale Freundin.

›Dabei müsstest du doch wissen, dass du das nicht könntest‹, erinnert mich meine innere Stimme stets daran und lacht daraufhin hämisch. Ich hingegen bleibe still - erwidere nichts darauf. Letztlich hat sie ja auch recht.

Stephanie jedoch kommt auf mich zu und umarmt mich. Ja, sie fährt mir sogar sachte durch die Haare, sodass mich ein warmes, prickelndes Gefühl überkommt, und flüstert mir mit sanfter Stimme ins Ohr: »Ich weiß.«

Sie...hat es gewusst...? Und ist nicht vor mir geflüchtet? Hat sich weiterhin mit mir abgegeben?

Ist es okay, wenn ich die Hoffnung in mir doch noch nicht begrabe?

Ich kann nur fassungslos und mit weit aufgerissenen Augen vor ihr stehen und habe die größte Mühe, mich zusammenzureißen. Das kann doch gerade nicht wirklich passieren. Verdammt, ich will es nicht, weil ich weiß, dass ich alles nur wieder falsch interpretiere, aber trügerische Hoffnung keimt in mir auf.

Sie löst sich von mir. Verwundert blicke ich in ihr Gesicht und finde darin einfach keine Antwort. Ahhh, wenn sie etwas gut kann, dann ist es wohl, ihre eigenen Gefühle zu verstecken. Trotzdem konnte ich sie normalerweise immer erkennen. Bin ich gerade etwa zu aufgeregt und nervös dafür? Oder würde ich es mir dann nur schönreden wollen? Mir alles so zurechtlegen, dass es mir passen würde? Würde ich einfach aus meiner blinden Liebe heraus glauben wollen, dass sie für mich das Gleiche empfinden könnte?

Sie lächelt. Okay, das kann schon mal gar nicht mal so schlecht sein.

»Ich liebe dich nicht.«

Okay, okay, autsch. Vielleicht sollte ich meine Hoffnung doch lieber über Bord werfen. Ihre direkte Art, die sie öfters mal an den Tag legt, ist auch etwas, das ich an ihr mag - manchmal zumindest. Es ist eben praktisch. Man spart viel Zeit, aber man hat dennoch dieselben Informationen.

Aber diese direkte Art in so einer Situation hasse ich. Ich wusste, dass es mich verletzen würde, aber ich dachte wirklich, ich könnte es verkraften. Jedoch breitet sich nur der Schmerz im Handumdrehen in meiner ganzen Brust aus. Ich will weinen.

Ich bin ja so lächerlich erbärmlich. Was habe ich mir eigentlich nur erhofft? Hab' ich denn nicht gesagt, dass die Erwartungen und Hoffnungen nur enttäuscht werden würden? Trotzdem wollte mein Herz nicht hören.

›Wer nicht hören will, muss fühlen‹, wirft meine innere Stimme ein und ich hätte lachen können. Ja, ich fühle es - klar und deutlich.

Dann legt sie ihre Hand an meine Wange und streicht mir eine winzige Träne aus dem Gesicht. Sie soll einfach aufhören, sich so sehr um mich zu kümmern. Ich will allein sein - und meinen Kummer stillschweigend bekämpfen. Wie ich es sonst auch immer tue. Gerade Stephanie ist die Person, der ich immer am wenigsten von meinem Leid oder meinen Bürden wissen lassen möchte.

»Aber...wenn du immer auf mich hören wirst, kann ich dir das geben, wonach du dich sehnst. Ich kann wirklich all deine Bedürfnisse stillen - du musst dich nur auf den Deal einlassen und mein werden«, sie stoppt kurz und scheint ihre Worte nochmals zu überdenken, »Nur werde ich trotz allem niemals dein sein. Vergiss das nicht.«

Ihre Worte klingen so verführerisch falsch und zweideutig, aber, eben weil es Stephanie ist, weiß ich, dass ich ihre Anspielungen absolut ernst nehmen kann. Sie meint es so, wie sie es sagt: Gebe ich mich ihr völlig hin, ist sie bereit, mich vollkommen glücklich zu stimmen - auch eben auf sexueller Ebene. Nur eine Sache, die mich überglücklich machen würde, wird sie mir nicht geben, weil sie es einfach nicht kann: Ihre Liebe.

Nein, keine freundschaftliche, sondern die Liebe, die man seinem Lebenspartner zukommen lassen würde.

Diese Liebe, nach der ich mich eher sehnen würde.

Ich nicke. Es klingt so dumm, aber ich will es einfach. »Ich nehm' den Deal an.«

Schließlich ist sie nicht immer so gewesen. Das hier ist eine andere Stephanie - unter anderem ständig nur an ihre eigenen Vorteile bedacht und genau das würde sich für mich einfach so verdammt falsch anfühlen. Ich könnte das einfach nicht - mich selbst für den bloßen Nutzen opfern. Verliert man sich dann nicht selbst? Gibt man sich dann nicht selbst auf? Wenn man dann sogar sich selbst lediglich als ein Mittel zum Zweck betrachtet?

Wenn man damit versucht, etwas zu kompensieren, was nicht möglich ist, auszugleichen?

Ich habe sie so sehr dafür bemitleidet. Sie hat sich verändert und es tut weh, mitansehen zu müssen, was aus ihr geworden ist. Nur noch ein Schatten ihrer Selbst. Nur noch ein Wrack. Dabei ist sie viel mehr gewesen. Mega liebenswert, unglaublich gewieft, so intelligent, irre hübsch, manchmal wirklich nervtötend, trotzdem verdammt süß – und so vieles mehr.

Und deswegen will ich sie ändern. Sie braucht nicht mich zu lieben, aber ich will, dass sie die Liebe kennenlernt. Sie soll herausfinden, weshalb es sich lohnt, zu leben und sich selbst ganz bestimmt nicht aufzugeben. Sie soll wissen, wie es ist, jemanden zu haben, bei dem man völlig ehrlich sein kann, bei dem man das Gefühl haben kann, dass man ihm alles erzählen könnte und er jederzeit zuhören würde, und bei dem sie einfach sie selbst sein kann - glücklich sein kann.

Selbst wenn nicht ich dieser Jemand sein kann. Es wäre okay.

[Gegenwart]

Und doch kann ich die Momente nicht leugnen, in denen ich überglücklich bin, wenn ich einfach bei ihr sein kann und ich sie ganz für mich alleine habe. Ich weiß, es ist nicht richtig, aber es ist einfach nur viel zu verlockend - allein die Vorstellung, die Person, die man liebt, würde wirklich nur einen selbst und niemanden sonst sehen.

»Willst du nach der Schule zu mir nach Hause? Ich brauch' noch jemanden, bei dem ich die Mathehausaufgaben abschreiben kann. Okay?«, fragt sie mich plötzlich aus völlig heiterem Himmel. Sie sitzt gerade neben mir auf dem Schulhof in einer eigentlich bis auf uns menschenleeren Ecke. Diese Zeit opfert sie eben für mich - was eben einen Teil des Deals ausmacht.

Und genau deshalb hab' ich ja eigentlich auch gar keine andere Wahl, außer auf ihre Forderung einzugehen.

Obwohl wir auch so zusammen Zeit auf dem Schulhof verbracht hätten. ›Schließlich solltet ihr doch beste Freundinnen sein, oder nicht?‹, spricht meine innere Stimme und ich zucke kaum merklich zusammen.

Das sollten wir eigentlich sein. Trotzdem liebe ich sie und wir haben ein Verhältnis, das nicht gerade der typischen Beste-Freundinnen-Beziehung entspricht.

Ahhh verdammt! Langsam verliere ich wirklich den Überblick darüber, was sie aus freien Stücken tut und was ihr der Deal vorschreibt.

Ich nicke und ihr plötzliches Lächeln auf dem Gesicht ist einfach nur verführerisch gefährlich. Gibt es eigentlich überhaupt einen verdammten Menschen auf dieser Welt, der ein schöneres und hübscheres Lächeln zeigen könnte als sie?

Dieses Mädchen bedeutet einfach für jeden pure Gefahr.



Man kann nicht wirklich behaupten, dass ich eine große Hilfe wäre. Ich meine, es ist mir schon von Anfang an klar gewesen, dass sie mich vielleicht fragen würde, wenn sie Probleme haben sollte, aber am Ende macht sie ihre Hausaufgaben trotzdem selbst und schaut sich meine Lösungen nur zur Kontrolle an. Zudem versteht sie das meiste von dem ganzen Stoff auch selbst - wenn nicht sogar meist besser als ich -, also frage ich mich wieder mal, warum sie sich eigentlich überhaupt mit mir hat treffen wollen. Am Ende sitze ich nur wieder an diesem niedrigen Tisch, an den man sich auch ohne Stuhl hinsetzen kann, weshalb sich aus diesem Grund auch ein Teppich unter und mehrere Sitzkissen um den runden Tisch herum befinden, und schaue ihr beim Lösen der Aufgaben zu.

Sie scheint ja auch wirklich gut selbst zurechtzukommen.

»Jetzt mal ehrlich: Wozu bin ich denn eigentlich hier?«, frage ich sie in einem solch ernsten Ton, dass sie gar keine andere Wahl hat, als zu schweigen oder eben die Wahrheit, und zwar wirklich nur die Wahrheit, zu sagen.

Sie hält plötzlich beim Schreiben inne und ich scheine ihr wirklich mit meiner Frage zu schaffen zu machen. Dann dreht sie sich zu mir - und von dem niedrigen Tisch weg - und scheint sichtlich nervös.

Das kann ja noch heiter werden.

Continue Reading

You'll Also Like

47.6K 2.2K 67
Kann man einen Menschen dazu bringen Liebe zu fühlen, wenn dieser in seiner Vergangenheit nur Ablehnung kannte? Kann man seine Seele heilen, wenn man...
25.7K 1K 9
"Es war verboten, es war falsch. Nun ja, vielleicht war es nicht falsch. Konnte Liebe überhaupt falsch sein? Wenn ich genauer darüber nachdachte, kon...
55.6K 2.2K 53
[BEENDET AM 31.07.2018] #2 in Lehrerliebe (29.07.2019 / DANKE!) #1 in Vertrauen (20.09.2019 / DANKE!) #1 in Lehrerliebe (25.03.2020 / DANKE!) #1 in V...
790K 17K 104
„Warum hast du mich dann weiterhin belogen?" „Weil ich Angst hatte dich zu verlieren!" ▪︎▪︎▪︎▪︎ Kaden denkt sich nichts dabei, als er die Wette annim...
Wattpad App - Unlock exclusive features